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Unschönes Erscheinungsbild in Lindenberg
"Wie eine schlechte Werksdurchfahrt"

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: Mitten in Lindenberg wurde jüngst auf einem ohnehin schon wenig gepflegten Grundstück eine Werbetafel installiert.
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  • Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: Mitten in Lindenberg wurde jüngst auf einem ohnehin schon wenig gepflegten Grundstück eine Werbetafel installiert.
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cs Lindenberg. Das Fass endgültig zum Überlaufen brachte eine jüngst auf einem ohnehin schon ungepflegten Grundstück installierte Werbeanlage, gut sichtbar an der Siegener Straße in Lindenberg. Der Freudenberger Ortsteil ist damit um ein weiteres unschönes Bauwerk „reicher“ – und nicht nur Arno Krämer hat die Nase gestrichen voll. Der Ortsvorsteher und SPD-Fraktionsvorsitzende wandte sich in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, die unter Corona-Auflagen in der Aula des Büschergrunder Schulzentrums stattfand, mit eindringlichen Worten an seine Kollegen aus der Politik und an die Verwaltung.

"Kein Geschäft, aber verrostete Container"„So kann es nicht weitergehen!

cs Lindenberg. Das Fass endgültig zum Überlaufen brachte eine jüngst auf einem ohnehin schon ungepflegten Grundstück installierte Werbeanlage, gut sichtbar an der Siegener Straße in Lindenberg. Der Freudenberger Ortsteil ist damit um ein weiteres unschönes Bauwerk „reicher“ – und nicht nur Arno Krämer hat die Nase gestrichen voll. Der Ortsvorsteher und SPD-Fraktionsvorsitzende wandte sich in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, die unter Corona-Auflagen in der Aula des Büschergrunder Schulzentrums stattfand, mit eindringlichen Worten an seine Kollegen aus der Politik und an die Verwaltung.

"Kein Geschäft, aber verrostete Container"

„So kann es nicht weitergehen!“, polterte Krämer, verglich das Lindendberger Erscheinungsbild mit einer „schlechten Werksdurchfahrt“, sprach gar von „polnischen Verhältnissen“. In Lindenberg habe man keinen Kindergarten, kein Geschäft, keine Gastronomie, „aber verrostete Container“. Der eindringliche Appell des 64-Jährigen: Die Stadtverwaltung soll tätig werden, etwa durch neue Gestaltungssatzungen und ordnungsbehördliche Maßnahmen. Eine Forderung, die der Sozialdemokrat ganz offiziell mit einem Antrag untermauerte. Den verwies das Gremium an den Stadtentwicklungsausschuss.

Ortsvorsteher Arno Krämer (SPD) machte im Rahmen der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses seinem Ärger über die Zustände in "seinem" Ort Luft.
  • Ortsvorsteher Arno Krämer (SPD) machte im Rahmen der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses seinem Ärger über die Zustände in "seinem" Ort Luft.
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Im Gespräch mit der Siegener Zeitung legt der SPD-Frontmann nach. Keinesfalls gehe es darum, die Gewerbetreibenden im Ort in Verruf zu bringen, „die helfen uns schließlich auch an vielen Stellen“ und schafften Arbeitsplätze. Dennoch: Dass die Unternehmen im Dorf ihre Hallen und Grundstücke in einem derart ungepflegten Zustand präsentieren, dafür hat Arno Krämer kein Verständnis. In der Tat, wer bei der Fahrt durch Lindenberg einmal kurz nach links und rechts schaut, entdeckt immer wieder Stapel von Paletten, rostige Container und wenige gepflegte Flächen – das mag so gar nicht zum Slogan „liebenswertes Lindenberg“ passen.

Die Liste der Probleme ist lang

Die Krone setzt dem Ganzen seit Kurzem die angesprochene Werbetafel auf; das Grundstück dahinter wird als Abstellfläche und Werkstatt genutzt, nachdem ein Privatmann an dieser Stelle einst ein Gebäude abgerissen hatte. „Das sieht jetzt immer noch nach Abbruch aus“, nimmt Arno Krämer kein Blatt vor den Mund – und listet schonungslos weitere Problemstellen auf.
Die Verkehrsschikane aus Fahrtrichtung Freudenberg kommend sehe arg mitgenommen aus, die erst vor einigen Jahren erneuerte Fahrbahn sei durch schwere Lkw bereits wieder arg ramponiert worden. Ein Dorn im Auge ist vielen Lindenbergern auch der optische Anblick eines Schnellimbisses am Ortseingang aus Richtung Siegen, denn dieser ist in einem Container untergebracht.

Ein Schnellimbiss im Container, ungepflegte Grünflächen. Die Liste der optischen Mängel ist lang.
  • Ein Schnellimbiss im Container, ungepflegte Grünflächen. Die Liste der optischen Mängel ist lang.
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Gefährliches Terrain für Radfahrer und Fußgänger

Neben den optischen Mängeln kritisiert Arno Krämer vor allem auch den Sicherheitsaspekt. In Lindenberg gebe es an der Siegener Straße nirgends einen durchgängigen Bürgersteig, „und die Radwege-Situation ist äußerst gefährlich“, sagt der Siegerländer und erinnert an die jüngsten Unfälle. Im April etwa wurde ein 50-Jähriger schwer verletzt, als er die Fahrbahn queren wollte (die SZ berichtete). Wenn er sich nun noch überlege, dass die Ortsdurchfahrt eines Tages ausgebaut und die Anlieger mit KAG-Beiträgen für dann neu zu bauende Bürgersteige zur Kasse gebeten werden könnten, „da ticke ich aus!“
„Ich bin sehr erzürnt, dass das alles hingenommen wird“, sagt Arno Krämer weiter und bezeichnet seinen Aufruf als „Herzensangelegenheit“. Schließlich wurde der 64-Jährige schon im Ort geboren, ging dort zur Schule, hat nie woanders gelebt, fungiert mittlerweile im elften Jahr als Ortsvorsteher. „Immer wieder muss Lindenberg Opfer für andere bringen“, es gebe wohl kaum ein anderes Dorf mit so vielen Gewerbeflächen. Als jüngstes Beispiel nennt Arno Krämer das frisch aus der Taufe gehobene Autokino auf der Wilhelmshöhe. Die Sache finde er gut, „aber das ist nun einmal nur ein paar Meter entfernt vom Wohngebiet Siebelsaat“.

"Man muss es nur wollen"

Dass man als Stadtverwaltung etwas ändern könne, davon ist Arno Krämer überzeugt. „Man muss es nur wollen.“ In Gestaltungssatzungen könne man etwa festschreiben, dass Hauptgebäude nicht mit Flachdach errichtet oder zumindest nicht in Containern untergebracht werden dürfen. Durch städtebauliche Maßnahmen und Kontrollen könne sicher Abhilfe geschaffen werden.
Im Haupt- und Finanzausschuss erhielt Arno Krämer Zustimmung. Wolfgang Samol (CDU) meinte: „Wenn ich durch Lindenberg fahre, meine ich, ich sei in einem anderen Land.“

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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