Windrad birgt Gefahren

BLS nimmt Stellung zum Bauprojekt bei Heisberg

sz Heisberg. »In Heisberg wurde eine Windkraftanlage 100 Meter von der Sauerlandlinie (A45) entfernt genehmigt. Da das Fundament nur 80 Meter weit entfernt betoniert war, wird die Anlage derzeit um 20 Meter auf den genehmigten Abstand von 100 Meter verschoben. Auch dieser Abstand ist bedenklich angesichts der Tatsache, dass Flügelteile und Eisbrocken bis über 400 Meter weit fliegen.« Diese Bedenken äußerte gestern der Bundesverband Landschaftsschutz (BLS) in einer Mitteilung. Die Nabenhöhe der Heisberger Anlage sei 111,5 m, der Rotordurchmesser 77 m und die Gesamthöhe 149,7 m, die Nennleistung: 1,5 Megawatt. Falle die Windkraftanlage um, was durchaus passieren könne, dann liege sie rein rechnerisch 11,5 bis 49,7 m auf der Autobahn.

Erst im Oktober habe der TÜV Nord in Hamburg in der Studie »Rotorblattversagen – Gefährdungsanalyse für die Umgebung einer Windenergieanlage« (veröffentlicht im Tagungsband der Deutschen Windenergiekonferenz – DEWEK – 2002, Wilhelmshaven, 24. bis 26. Oktober 2002) in einer vergleichbaren Beispielrechnung festgestellt: »Einzelne Bruchstücke erreichen Flugweiten von etwa 600 m.« Die Studie, die auch der SZ vorliegt, kommt unter Berücksichtigung eines hinnehmbaren »Risikos des Todes durch technologische Tatsachen« zu folgendem Ergebnis bei einer Referenzanlage mit 77 Metern Rotordurchmesser: Zu »stark frequentierten Verkehrswegen« sind Abstände zwischen dem 2,64-fachen und dem 2,96-fachen des Rotordurchmessers erforderlich. Da aber in dem Rechenbeispiel der Faktor bei einem 100 m hohen Turm 2,94 ist, müsse bei dem 111,5 m hohen Turm mit mindestens 3,0 gerechnet werden. Dies ergebe 77 mx3,0 = 231 Meter Mindestabstand von »stark frequentierten Verkehrswegen«, wie sie die A45 sei.

In Hirzenhain bei Dillenburg, unweit der A 45, führt der BLS als Beispiel an, flogen Eisbrocken vom Windrad über 400 Meter weit auf einen Schulhof. Bei Paderborn wurde im April die Autobahn wegen eines brennenden Windrades im Abstand von 400 Metern für 13 Stunden abgesperrt. Der BLS: »Die für Verkehrssicherheit zuständigen Institutionen sind hinreichend unterrichtet, blieben aber bisher untätig.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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