Jubiläum der grüne Damen und Herren
Zuhören und Hilfe leisten

Das Team der Grünen Damen und Herren im Bethesda-Klinikum Freudenberg wird nun von Martina Günther (r.), Ulrike Klappert (vorne r.) und Gudrun Kleinmann (2. v. r.) unterstützt. Die Gemeinschaft verlassen Wolfgang Post (l.), Sylvia Schwier (vorne l.), Wolfgang Neugebohren und Christel Hoffmann.  Foto: Diakonie
  • Das Team der Grünen Damen und Herren im Bethesda-Klinikum Freudenberg wird nun von Martina Günther (r.), Ulrike Klappert (vorne r.) und Gudrun Kleinmann (2. v. r.) unterstützt. Die Gemeinschaft verlassen Wolfgang Post (l.), Sylvia Schwier (vorne l.), Wolfgang Neugebohren und Christel Hoffmann. Foto: Diakonie
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sz Freudenberg. Es ist nur ein Routineeingriff, dem sich Mirjam K. unterziehen muss. Dennoch, die 78-Jährige hat große Angst vor dem Krankenhaus-Aufenthalt. In der Klinik verbringt sie schon die Nacht vor der Operation. Doch sie bekommt kein Auge zu. Am Morgen, kurz nach dem Frühstück, öffnet sich die Zimmertür. Besuch tritt ein. Es ist Monika Kretz, seit 17 Jahren als sogenannte Grüne Dame im Diakonie-Klinikum Bethesda in Freudenberg unterwegs. „Bis Frau K. zur Operation abgeholt wurde, habe ich ihre Hand gehalten. Das tat ihr gut, hat sie beruhigt“, erinnert sich Kretz noch an diesen Tag, der nun schon viele Jahre zurückliegt.

Situationen wie diese sind es, in denen die Grünen Damen als Teil der Krankenhausseelsorge Beistand und Hilfe leisten, teilt die Diakonie in Südwestfalen mit. In diesem Jahr blickt die Gemeinschaft in Freudenberg auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück. Zwölf Ehrenamtliche sind es, die normalerweise immer dienstags und donnerstags im Diakonie Klinikum Bethesda unterwegs sind. Jetzt, in Zeiten von Corona, ruht der Betrieb der Grünen Damen und Herren. „Da fehlt einem schon was“, sagt Monika Kretz.

Nachfolgerin ist bereit

Die Sprecherin der Gruppe will ihr Amt in diesem Sommer abgeben. Mit Dorothea Wohlfahrt steht die Nachfolgerin bereits in den Startlöchern. Zudem werden die Ehrenamtlichen dann noch von vier „Neuen“ unterstützt. Annette Bettendorf, Martina Günther, Ulrike Klappert und Gudrun Kleinmann begannen ihre Ausbildung im vergangenen Herbst. Neben theoretischen Unterrichtseinheiten absolvierten sie – noch in Zeiten vor Corona – einige Hospitationen mit den erfahrenen Grünen Damen und Herren.

Von der „alten Riege“ legten vier Ehrenamtliche nun ihr Amt nieder, u. a. ein „Mann der ersten Stunde“, Wolfgang Neugebohren. 25 Jahre lang war er als Grüner Herr in Freudenberg aktiv. Zudem verlassen Christel Hoffmann und Sylvia Schwier nach jeweils 15 Jahren die Gemeinschaft. Sechs Jahre lang gehörte Wolfgang Post zum Stamm der Ehrenamtlichen. Auch er gab seinen Abschied bekannt.

"Ein Fels in der Brandung"

Abschied und Neubeginn, dies nahm Verwaltungsdirektor Fred Josef Pfeiffer zum Anlass, um Danke zu sagen: „Sie, als Grüne Damen und Herren, sind Multitalente und für unsere Patienten ein Fels in der Brandung.“ Die ehrenamtliche Tätigkeit sei mehr als komplex. „Sie müssen sich einerseits in der Krankenhauslandschaft zurechtfinden, andererseits aber auch sensibel auftreten.“ Den positiven Worten schloss sich auch Christiane Elsner, Pflegedienstleiterin im Diakonie Klinikum Bethesda, an: „Was Sie auszeichnet sind Geduld, Gutmütigkeit und eine unermüdliche Mitarbeit.“

Gerade ältere Menschen nutzen das Angebot

Zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen gehört es, für die Patienten da zu sein, ihnen zuzuhören oder auch eine Kleinigkeit aus dem Kiosk zu besorgen. „Sind wir im Dienst, schauen wir in jedem Zimmer vorbei und bieten unsere Hilfe oder ein Gespräch an“, erläutert Kretz aus der Praxis. Gerade ältere Menschen seien es, die das Angebot gerne in Anspruch nehmen. Nicht selten kommt es da vor, dass die Ehrenamtlichen die ganze Lebensgeschichte des Patienten erfahren oder auch einen Blick ins Familien-Fotoalbum werfen dürfen. Andere Patienten wollen auch gemeinsam mit den Ehrenamtlichen spielen, malen oder auch beten. Letzteres überlässt Monika Kretz der „Fachfrau“: „Wird der Wunsch nach einem Gebet geäußert, rufe ich unsere Krankenhausseelsorgerin Susana Riedel-Albrecht hinzu.“

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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