Zukunftsblicke und Finanzsorgen

pebe Freudenberg. Wer an „Gambach“ denkt, hat gleich die Frage der Stadtentwicklung im Norden Freudenbergs vor Augen. Jüngstes Projekt, um den Bereich aufzuwerten und auch touristisch zu nutzen, sind die Vorverhandlungen mit der österreichischen Firma JFGH, auch „JUFA-Gästehäuser“ genannt. Das Unternehmen wäre, wenn es sich denn für Freudenberg entscheiden sollte, an dem 8000-qm-Areal nördlich vom Gambachsweiher interessiert. Das Grundstück hatte die Stadt über viele Jahre als Hotelgrundstück zu vermarkten versucht.

In der Nähe dieses Areals hat die Stadt eine rund 4 Hektar große Fläche auf 99 Jahre gepachtet. Ursprünglich sollte dort eine große Sportarena entstehen, aber die Idee wurde später wegen mangelnder Investitionszusagen zu den Akten gelegt. Der Bereich ist für die Stadt ein rechter Klotz am Bein: Noch 75 Jahre, so Bürgermeister Eckhard Günther gestern auf Nachfrage der SZ, müsse die Stadt jährliche Kosten von 30 000 Euro Pacht berappen. In Zeiten bevorstehenden Nothaushalts ein gewaltiger Batzen. Und „aus dem Vertrag kommen wir nicht raus“, so der Bürgermeister. Hinzu kommt, dass das Gelände ein landschaftlich sensibler Bereich ist, in dem Naturschutzbelange tangiert werden.

Jüngst brachte den kostspieligen Bereich der Arbeitskreis Agenda 21 wieder ins Gespräch. Dort, wo bereits Skateranlage und Tennisplätze zu finden sind, möchte der Arbeitskreis mit Blick auf die JUFA-Verhandlungen einen Campingplatz errichtet sehen (die SZ berichtete). Eine Verbindung zu dem möglichen Jugendhotel will auch die Stadtverwaltung hergestellt sehen. Nur schwebt ihr dem Bürgermeister zufolge eher eine Freizeitgestaltung mit sportlichen Angeboten vor, die „keinen großen Eingriff in die Landschaft“ bedeute. Einen Campingplatz konnte sich Günther, wenn überhaupt, eher auf der anderen Seite des Tals, jenseits des Bahndamms, vorstellen.

Mit Blick auf die Vorverhandlungen mit der österreichischen Firma wiederholte Günther seine Aussagen aus der jüngsten Ratssitzung. Die Projektstudie der Firma laufe. Sie muss teilweise von der Stadt bezahlt werden, zur Finanzierung werde aber auch der Kreis Siegen-Wittgenstein wegen der überregionalen Bedeutung des Vorhabens sein Teil beitragen. „Wir machen uns so interessant, dass die uns haben wollen“, meinte Günther gegenüber der SZ. Seitens der Kreisverwaltung bestätigte man das Engagement für die Studie: „Die ist für uns als Kreis von großer Bedeutung, weil es auch um die Entwicklung unserer touristischen Destination geht“, sagte Hans-Peter Langer, persönlicher Referent des Landrats.

Finanziell bleibt derweil das Areal für das Gästehaus-Projekt eine Belastung, denn zum gegenwärtigen Stand der Verhandlungen sei die Finanzierung des Areals noch „völlig offen“, so Eckhard Günther. Für den Grundstücks-Verkauf waren im Haushalt 2009 bereits 850 000 Euro Einnahmen angesetzt worden, die nun ausfallen. Sie müssen gemeinsam mit dem Verlust bei den Gewerbesteuereinnahmen und den Einkommensteuereinnahmen in einem Nachtragshaushalt „verarbeitet“ werden, um den Haushalt formal auszugleichen. Die Nachtragshaushaltssatzung wird am nächsten Donnerstag der Hauptausschuss diskutieren, der Rat muss am 3. Dezember zustimmen..

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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