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Phil Kemper aus Freudenberg
Auge in Auge mit Bellarabi und Co.

Der Freudenberger Phil Kemper (rechts) hofft, den Sprung in den Profifußballer zu schaffen.
  • Der Freudenberger Phil Kemper (rechts) hofft, den Sprung in den Profifußballer zu schaffen.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Leverkusen. Er kennt Jonathan Tah, Sven Bender oder Karim Bellarabi nicht nur aus dem Fernsehen, sondern aus direkten Duellen auf dem Trainingsplatz. Er ist stellvertretender Kapitän der A-Junioren-Bundesliga-Mannschaft von Bayer Leverkusen. Und an Lehrgängen von U-Nationalmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat er auch schon teilgenommen. Der aus Freudenberg stammende Phil Kemper ist zu einem der größten Talente des „Werksklubs“ herangereift und darf sich berechtigte Hoffnungen machen, als nächster Siegerländer den Sprung in den Profifußball zu schaffen.

Dass der heute 18-Jährige großes fußballerisches Potenzial hat, war schon ganz früh zu erkennen. Dass er aber eine derart positive Entwicklung nehmen würde, konnte man nicht unbedingt erwarten.

ubau Leverkusen. Er kennt Jonathan Tah, Sven Bender oder Karim Bellarabi nicht nur aus dem Fernsehen, sondern aus direkten Duellen auf dem Trainingsplatz. Er ist stellvertretender Kapitän der A-Junioren-Bundesliga-Mannschaft von Bayer Leverkusen. Und an Lehrgängen von U-Nationalmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat er auch schon teilgenommen. Der aus Freudenberg stammende Phil Kemper ist zu einem der größten Talente des „Werksklubs“ herangereift und darf sich berechtigte Hoffnungen machen, als nächster Siegerländer den Sprung in den Profifußball zu schaffen.

Dass der heute 18-Jährige großes fußballerisches Potenzial hat, war schon ganz früh zu erkennen. Dass er aber eine derart positive Entwicklung nehmen würde, konnte man nicht unbedingt erwarten.Seine Karriere startete Phil Kemper bei Fortuna Freudenberg. Bei den „Fleckern“ spielte er – übrigens gemeinsam mit der heutigen Bundesliga-Fußballerin Lena Uebach – bis zur D-Jugend, ehe er im Alter von elf Jahren nach Leverkusen wechselte. Den Bayer-Scouts war nicht verborgen geblieben, dass in der Büschergrunder „Wending“ ein vielversprechender Kicker heranwächst. „Ich habe es damals als große Chance gesehen, nach Leverkusen zu wechseln. Und die wollte ich nutzen“, sagt der Freudenberger rückblickend. „Damals hat keiner daran gedacht, dass ich so weit komme, wie ich jetzt gekommen bin.“

Kicken mit Bruder Jan "eine gute und harte Schule"

Fünf Jahre pendelte Phil Kemper zunächst zwischen Siegerland und Rheinland. Der vom „Werksklub“ bereitgestellte Fahrdienst holte ihn in Wenden ab und brachte ihn nach den Trainingseinheiten dorthin zurück. Den Rest erledigten Mama Jutta oder Papa Oliver. „Meine Eltern haben mich immer ganz toll unterstützt. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar“, sagt Phil Kemper, der über seinen fünf Jahre älteren Bruder Jan zum Fußballspielen kam. „Wir haben zusammen auf der Wiese gekickt. Das war eine gute und manchmal auch harte Schule für mich“, erzählt Phil mit einem verschmitzten Lächeln.

Gut für seine Entwicklung war auch, dass er sich in seiner Zeit bei der Fortuna meist gegen zwei Jahre ältere Kontrahenten behaupten musste. Das scheint ihn geprägt zu haben. Denn Durchsetzungsvermögen muss man haben, wenn man ganz nach oben will – und das will Phil Kemper, daran lässt er keinen Zweifel.

In der U 15 erstmals zu DFB-Lehrgang eingeladen

Anfangs hatte er in Leverkusen noch einige Umstellungsprobleme: „Alles war neu für mich und zudem sehr anstrengend“, erinnert sich der Siegerländer an die erste Zeit unterm Bayer-Kreuz. Er betont aber auch: „Es hat mir immer Spaß gemacht.“Nach einer kurzen Anlaufzeit nahm die Karriere von Phil Kemper dann richtig Fahrt auf. Mittlerweile bei einer Gastfamilie in Leverkusen wohnend, wurde er in der U 15 erstmals zu einem DFB-Lehrgang eingeladen. Phil Kemper konnte sein Glück seinerzeit kaum fassen. „Das kam völlig überraschend für mich. Natürlich war die Freude über die Nominierung riesengroß“, erzählt der Linksverteidiger, der in der Folgezeit im Verein seine guten Leistungen bestätigte.

Im Halbfinale der U-17-DM am BVB gescheitert

Phil Kemper reifte in Leverkusen immer mehr zum Führungsspieler, der einen gewichtigen Teil zum Teamerfolg beitrug. In seinem ersten B-Jugend-Jahr erreichte der „Flecker“ mit der U 17 von Bayer Leverkusen das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Hier mussten sich die Farbenstädter allerdings dem späteren Titelgewinner Borussia Dortmund beugen. Nach einem 1:1 im Hinspiel verloren Kemper und Co. das Rückspiel in Dortmund mit 0:3. In der folgenden Saison fehlten Leverkusen in der Meisterschaft ganze zwei „Törchen“ zur Qualifikation für die DM-Endrunde. Das Bayer-Team belegte in der B-Junioren-Bundesliga West den 3. Platz hinter dem BVB und dem 1. FC Köln. Doppelt bitter für die Bayer-Bubis: Ausgerechnet der rheinische Rivale aus der Domstadt gewann am Ende die Deutsche Meisterschaft.

Coronavirus verhindert ersten Einsatz im DFB-Trikot

Der ganz große Erfolg mit dem Team blieb Phil Kemper in dieser Zeit zwar verwehrt, seine Leistungen im Bayer-Trikot hinterließen aber bei den DFB-Nachwuchstrainern Eindruck. Die Belohnung: Zweimal wurde der Freudenberger zu einem U-18-Sichtungslehrgang eingeladen – erst nach Spanien in die Nähe von Barcelona, dann im März nach Düsseldorf. Dort sollte auch ein Länderspiel gegen Frankreich stattfinden, doch aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Partie abgesagt. Gleiches widerfuhr Kemper und Kollegen ein halbes Jahr später beim Lehrgang der U-19-Nationalmannschaft – wieder fiel ein geplantes Länderspiel gegen die Franzosen aus, wieder durchkreuzte der neuartige Virus die Hoffnungen des früheren Fortunen auf seinen ersten Einsatz für Deutschland. „Natürlich war es schade, dass die Spiele abgesagt werden mussten. Aber es ist schon etwas ganz Besonderes, überhaupt bei einem DFB-Lehrgang dabei sein zu dürfen. Das ist eine große Ehre“, streicht der Freudenberger das Positive hervor.

Spiele in der UEFA Youth League „absolute Höhepunkte“

In der vergangenen Spielzeit der A-Junioren-Bundesliga West, die corona-bedingt nach 20 von 26 Spieltagen abgebrochen wurde, belegte Kemper mit der U 19 von Bayer Leverkusen den 4. Platz. Da die Profis sich für die Champions League qualifiziert hatten, durften die Nachwuchskicker der Rheinländer zudem in der UEFA Youth League antreten. Für Phil Kemper waren die Duelle mit Juventus Turin, Atletico Madrid und Lokomotive Moskau – auch wegen der erlebnisreichen Reisen quer durch ganz Europa – „absolute Höhepunkte“ seiner Karriere. Unvergessen bleibt für ihn vor allem das Gastspiel bei der „Alten Dame“ in Turin. Zwar zog Leverkusen bei „Juve“ mit 1:4 den Kürzeren, doch den Ehrentreffer für Bayer erzielte – na wer? – Phil Kemper. Sein Team belegte in der Vorrundengruppe D den 3. Rang hinter Juventus Turin und Atletico Madrid. Das reichte jedoch nicht zum Weiterkommen.

Stellvertretender Kapitän der Leverkusener U 19

In der aktuellen A-Jugend-Bundesliga-Saison, die derzeit corona-bedingt unterbrochen ist, rangiert die „Werkself“ nach vier Spielen (zwei Siege, zwei Niederlagen) auf dem 8. Platz. Phil Kemper absolvierte bislang alle Partien. Als Führungsspieler ist er bei Trainer Markus von Ahlen links in der Abwehrkette gesetzt. Was ihn zudem stolz macht: Er ist seit Sommer stellvertretender Kapitän seiner Mannschaft. „Das ist eine ganz besondere Auszeichnung“, sagt der Siegerländer, der an der Theodor-Heuss-Realschule in Leverkusen-Opladen seinen Abschluss gemacht hat und sich nun voll auf den Fußball fokussiert.

Bei den Profis durfte er schon einige Male mittrainieren. Seine Erkenntnis: „Das ist ein noch mal ein ganz anderes Niveau. Aber es macht Spaß und ist eine große Herausforderung, sich mit solchen Top-Spielern zu messen. Vor allem in punkto Robustheit, Härte und Zweikampfstärke muss ich noch zulegen“, weiß Kemper, woran er arbeiten muss, wenn er den Sprung in den Profibereich schaffen möchte. Und das möchte er. Unbedingt. „Das ist mein großes Ziel“, sagt Phil Kemper. „Ich denke auch, dass ich das schaffen werde. Am liebsten natürlich in Leverkusen, das ist mein Traum. Denn nach der langen Zeit, die ich jetzt hier bin, ist Bayer wie eine Familie für mich.“ Dann würde der Freudenberger Jonathan Tah, Sven Bender oder Karim Bellarabi tagtäglich auf dem Trainingsplatz gegenüber stehen. Zu gönnen wäre es ihm allemal.

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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