SZ

Nils Uebach schießt A-Liga kurz und klein
Der "Ballermann vom Höppel"

Nicht aufzuhalten: Auch im Testspiel beim SuS Niederschelden benötigte der extra aus den Niederlanden angereiste Nils Uebach nur wenige Ballkontakte, bis er sein Team in Führung schoss.
  • Nicht aufzuhalten: Auch im Testspiel beim SuS Niederschelden benötigte der extra aus den Niederlanden angereiste Nils Uebach nur wenige Ballkontakte, bis er sein Team in Führung schoss.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

pm Niederndorf. Der frisch gebackene Weltfußballer Robert Lewandowski ist nach seinem Bundesliga-Saisonrekord von 41 Treffern 2020/21 wieder nicht aufzuhalten. Schon 23 Mal hat der Angreifer des FC Bayern in 20 Partien der laufenden Spielzeit eingenetzt, im Schnitt alle 75 Minuten ist der Pole erfolgreich – unfassbare Zahlen, über die Nils Uebach eigentlich nur lachen kann. Der 23-Jährige von der SpVg Niederndorf ist selbstredend auf einem anderen Niveau unterwegs, doch zur Winterpause 2022 ist er der gefährlichste „Ballermann“ der heimischen Fußball-Kreisligen und hat mit 24 „Buden“ in 14 A-Liga-Partien auch dem zweitbesten Torjäger der Bundesliga-Geschichte etwas voraus.

pm Niederndorf. Der frisch gebackene Weltfußballer Robert Lewandowski ist nach seinem Bundesliga-Saisonrekord von 41 Treffern 2020/21 wieder nicht aufzuhalten. Schon 23 Mal hat der Angreifer des FC Bayern in 20 Partien der laufenden Spielzeit eingenetzt, im Schnitt alle 75 Minuten ist der Pole erfolgreich – unfassbare Zahlen, über die Nils Uebach eigentlich nur lachen kann. Der 23-Jährige von der SpVg Niederndorf ist selbstredend auf einem anderen Niveau unterwegs, doch zur Winterpause 2022 ist er der gefährlichste „Ballermann“ der heimischen Fußball-Kreisligen und hat mit 24 „Buden“ in 14 A-Liga-Partien auch dem zweitbesten Torjäger der Bundesliga-Geschichte etwas voraus.

„Er ist irgendwie ein Phänomen“, sagt sein Trainer Kris Stremmel, der nach eigener Auskunft in seiner bisherigen Laufbahn als Spieler und Übungsleiter keinen vergleichbaren Angreifer kennengelernt hat. Als Typus vergleicht er Uebach nicht mit Lewandowski, sondern mit seinem kongenialen Angriffspartner Thomas Müller, der eigentlich eher die Rolle des Vorbereiters für den Polen übernimmt. „Er läuft teilweise vogelwild rum, aber macht instinktiv alles richtig“, versucht Stremmel seinen Goalgetter einzuordnen.

Ein Treffer alle 52 Minuten

Dessen Statistiken sind indes schwer zu begreifen. Alle 52 Minuten ist Uebach in dieser Saison erfolgreich, neben zwei Dreierpacks gegen die Reserve von Germania Salchendorf und beim Siegener SC gelangen dem 23-Jährigen gegen die SpVg Anzhausen/Flammersbach sogar vier Treffer. Mindestens ein Mal traf der Angreifer bisher in jedem einzelnen (!) seiner 14 Einsätze ins Schwarze. „Das war mir gar nicht bewusst, ist aber eine coole Statistik“, so Uebach selbst im SZ-Gespräch.

Glücklich schätzen konnten sich so die Sportfreunde Obersdorf/Rödgen, der SV Netphen, der VfB Burbach und der TuS Deuz, denn diese vier Partien verpasste der SpVg-Torjäger aus beruflichen Gründen. Uebach ist weltweit auf Montage unterwegs, nimmt für Reifenhersteller wie z.B. Continental Maschinen in Betrieb und fehlt neben sonntäglichen Spielen auch bei der ein oder anderen Trainingseinheit. Wann immer es aber möglich ist, steht er für Niederndorf auf dem Platz. Ganz aktuell reiste der Goalgetter am vergangenen Sonntag nur für das Testspiel beim B-Ligisten SuS Niederschelden 2. (4:3) aus den Niederlanden an und erzielte – wie könnte es anders sein – mit einem seiner ersten Ballkontakte das 1:0 für seine Mannschaft.

24 Hinrundentore - und das ohne Elfmeter

„Wir haben eine überragende Offensivabteilung und ich werde von vielen Leuten gut gefüttert“, gibt Uebach das Lob für seine Torquote gerne an die Kollegen weiter. „Nils erarbeitet sich aber auch viele Situationen selbst“, unterstreicht Trainer Kris Stremmel, dass der „Ballermann vom Höppel“ keinesfalls nur von mundgerechten Zuspielen lebt. Nils Uebach hat neben seinem starken rechten Fuß auch einen passablen linken, ist mit 1,90 Metern Körpergröße sehr kopfballstark und außerdem pfeilschnell auf den Beinen. „Davon lebe ich ein Stück weit, in den Laufduellen habe ich oft Vorteile“, erklärt der 23-Jährige, dessen Bruder Jan spielender Co-Trainer des A-Liga-Sechsten ist.

Im Vergleich mit Bayern-„Bomber“ Lewandowski hat Nils Uebach in einem weiteren, nicht unwesentlichen Punkt die Nase vorn. Während der Weltfußballer drei seiner „Hütten“ vom Elfmeterpunkt erzielt hat, überlässt Niederndorfs Torjäger die Verantwortung beim Strafstoß freiwillig Kapitän Andre Becker. „Das ist tatsächlich vielleicht meine größte Schwäche. Auch wenn ich beispielsweise allein auf den Torwart zulaufe, bekomme ich schon mal schnell Nervenflattern. Deshalb gebe ich beim Elfer den Ball gerne an Andre weiter, der macht das sehr gut“, so Uebach, der sich selbst als „Kreisliga-Kicker durch und durch“ bezeichnet.

Vereinswechsel? Nur zu Schalke...

Neben einem Bier mit den Mannschaftskollegen nach dem Abpfiff gehört für den Ur-Niederndorfer dazu auch eine ausgeprägte Vereinstreue. Die angesichts seiner Torquote zwangsläufig eintrudelnden Anfragen aus der Bezirks- oder Landesliga lehnt Uebach deshalb allesamt sofort ab. „Ich bleibe lieber bei der Spielvereinigung und gucke, ob wir nicht noch höher kommen können“, erklärt der Stürmer, der mit seinem Heimatverein 2019 den Meistertitel in der B-Liga und den Aufstieg ins kreisliche Oberhaus bejubelte.

Schwach werden könnte Uebach nach eigener Aussage nur bei einem Angebot seines zweiten Lieblingsklubs neben Niederndorf. „Schalke wäre der einzige Verein, wo ich sofort hinwechseln würde“, lacht der 23-Jährige. Weil eine Anfrage des königsblauen Zweitligisten aus dem Ruhrpott aber trotz der beeindruckenden Hinrunde in der A-Kreisliga eher unwahrscheinlich scheint, darf sich Niederndorf wohl auch in der Rückserie und der weiteren Zukunft auf jede Menge Uebach-Tore freuen. „Ich würde am liebsten die gleiche Zahl noch mal oben drauflegen“, strebt der Goalgetter mindestens 48 Saisontore an. Auch von dieser Marke dürfte Robert Lewandowski nur träumen …

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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