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Tischtennis-Ass Jessica Göbel
"Dieser Titel hat mir noch gefehlt"

Stolz präsentierten Shan Xiaona, Jessica Göbel, Nina Mittelham, Britt Eerland und Trainerin Irina Palina (v.l.) vom TTC Berlin Eastside den DTTB-Pokal.
  • Stolz präsentierten Shan Xiaona, Jessica Göbel, Nina Mittelham, Britt Eerland und Trainerin Irina Palina (v.l.) vom TTC Berlin Eastside den DTTB-Pokal.
  • Foto: imago
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Berlin. Sie hoffte, bangte, feuerte an, fieberte mit - und am Ende jubelte sie. Als ihre Teamkolleginnen Shan Xiaona und Nina Mittelham im entscheidenden Doppel den Matchball zum Sieg des TTC Berlin Eastside gegen den SV DJK Kolbermoor verwandelten, ließ Jessica Göbel ihren Glücksgefühlen freien Lauf. Der Gewinn des DTTB-Pokals war perfekt – und der letzte noch fehlende Titel in der persönlichen Sammlung der Niederndorferin unter Dach und Fach. Nach der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft und der Champions League gewann die Siegerländerin am späten Sonntagnachmittag nun auch den nationalen Pokalwettbewerb und reckte die Trophäe bei der Siegerehrung jubelnd in die Höhe.
„Es war pure Freude“, erinnerte sich Göbel im SZ-Gespräch an den Moment des Erfolges.

ubau Berlin. Sie hoffte, bangte, feuerte an, fieberte mit - und am Ende jubelte sie. Als ihre Teamkolleginnen Shan Xiaona und Nina Mittelham im entscheidenden Doppel den Matchball zum Sieg des TTC Berlin Eastside gegen den SV DJK Kolbermoor verwandelten, ließ Jessica Göbel ihren Glücksgefühlen freien Lauf. Der Gewinn des DTTB-Pokals war perfekt – und der letzte noch fehlende Titel in der persönlichen Sammlung der Niederndorferin unter Dach und Fach. Nach der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft und der Champions League gewann die Siegerländerin am späten Sonntagnachmittag nun auch den nationalen Pokalwettbewerb und reckte die Trophäe bei der Siegerehrung jubelnd in die Höhe.
„Es war pure Freude“, erinnerte sich Göbel im SZ-Gespräch an den Moment des Erfolges. „Da fällt der ganze Druck von einem ab. Es war großartig“, berichtete die frühere Nationalspielerin, die mit ihrem Team nach dem Champions-League-Sieg im österreichischen Linz den zweiten großen Erfolg binnen weniger Wochen feierte. Göbel: „Der Pokalsieg bedeutet mir sehr viel, denn es war der letzte Titel, der mir noch gefehlt hat.“

Rolle als "Nummer 4" perfekt ausgefüllt

Zwar kam die 39-Jährige bei dem corona-bedingt ohne Zuschauer und in einer „Blase“ ausgetragenen Final-4-Turnier in Berlin weder im Halbfinale noch im Endspiel zum Einsatz, doch durch ihre Einsätze und Siege im Achtel- und Viertelfinale hatte die EM-Silbermedaillengewinnerin von 2002 bereits ihr Scherflein zum Pokalerfolg beigetragen.
Dass sie beim finalen Turnier nur Zuschauerin war, konnte die routinierte Siegerländerin durchaus nachvollziehen. „Natürlich spiele ich lieber als zuzuschauen. Da versinkt man selbst in einem Tunnel und blendet alles aus, was um einen herum geschieht. Als Zuschauerin ist die Anspannung viel größer. Aber im Mannschaftssport können nun mal nicht alle spielen. Und mit Britt Eerland, Nina Mittelham und Shan Xiaona haben wir Spielerinnen im Team, die sich auf einem extrem hohen Niveau bewegen. Außerdem haben wir die Aufstellung bewusst so gewählt, um eine starke Doppel-Paarung zu haben, da wir darauf spekuliert haben, dass die Entscheidung im Doppel fallen wird. Daher hatte ich kein Problem damit, den Anderen den Vortritt zu lassen“, erklärte Göbel, die sich während der Final-4-Tage einmal mehr als absolute „Teamplayerin“ erwies und ihre Rolle als unterstützende „Nummer 4“ in Perfektion ausfüllte.

Endspiel gegen Kolbermoor ein echter Tischtennis-Krimi

Im Halbfinale konnte sie es auf der Bank noch ruhig angehen lassen – zu klar waren die Kräfteverhältnisse in der „Box“. Nach Siegen von Shan Xiaona (3:1 gegen Vivien Scholz), Britt Eerland (3:0 gegen Izabela Lupulesku) und Nina Mittelham (3:0 gegen Sophia Klee) besiegte Berlin Eastside den Bundesliga-Aufsteiger ESV Weil in nur 90 Minuten glatt mit 3:0.
Im Finale schnellte Göbels Puls dann gleich mehrfach in die Höhe. Denn das Duell mit dem SV DJK Kolbermoor entwickelte sich zu einem wahren Tischtennis-Krimi. Britt Eerland siegte im Auftaktmatch gegen die Ex-Berlinerin Kristin Lang mit 3:1-Sätzen. Im zweiten Einzel verlor die an Position zwei eingesetzte Shan Xiaona gegen Kolbermoors Nummer 1 Fu Yu, die in der Vorsaison noch für Eastside aktiv war, mit 2:3. Nina Mittelham brachte die Berlinerinnen mit ihrem 3:1-Erfolg gegen Yuan Wan erneut in Führung. Aber Fu Yu glich im Spitzen-Einzel gegen Eerland mit 3:0-Erfolg zum 2:2 abermals für das Team aus Bayern aus, so dass das Doppel zwischen Shan Xiaona/Nina Mittelham und Kristin Lang/Yuan Wan entscheiden musste. Hier behielt das Berliner Duo nach spannendem Spiel mit 3:1 die Oberhand und machte den Pokalsieg perfekt.

Schon zwei von drei möglichen Titeln in einer Saison geholt

„Dieser Erfolg ist schon ein Besonderer und keineswegs selbstverständlich. Wir waren zwar nach dem Champions-League-Sieg für viele der Favorit, aber wir haben beispielsweise in der Bundesliga noch nicht einmal in kompletter Besetzung gespielt. Und zudem hat Kolbermoor mit den Chinesinnen Fu Yu und Yuan Wan sowie Kristin Lang eine sehr starke Mannschaft. Umso schöner ist es, dass wir sie geschlagen haben. Wir haben nun zwei von drei möglichen Titeln in einer Saison geholt. Wenn uns das vorher einer gesagt hätte, hätte jeder von uns sofort unterschrieben – zumal die Champions League der schwierigste Titelgewinn ist“, sagt Göbel und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Jetzt können wir die Bundesliga etwas lockerer angehen.“

Das Triple im Visier

Aber natürlich haben Göbel und Co. auch in der Meisterschaft noch ehrgeizige Ziele. „Wir müssen zusehen, dass wir die Saison aufgrund von Corona noch irgendwie durchkriegen und dass wir dann in den Playoffs da sind, wenn es drauf ankommt.“
Das hofft sie für sich selbst natürlich auch. Voraussetzung dafür sei aber, so Göbel, dass sie wieder „normal trainieren“ kann – mit dem Ziel, der Saison 2020/21 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen. „Das Triple wäre die Krönung“, sagt das heimische Tischtennis-Ass, das vor rund 20 Jahren mit Langweid erst- und letztmals den nationalen Tischtennis-Thron bestiegen hatte. „Sollte uns das auch noch gelingen“, frohlockt die Niederndorferin, „wäre der Kreis für mich geschlossen.“

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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