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Harsche Kritik am Hauptverein
Göbel-Klub zieht sich aus der Bundesliga zurück

Der TV Busenbach zieht sich am Saisonende aus der Tischtennis-Bundesliga der Frauen zurück. Damit endet auch das sportliche Engagement der Niederndorferin Jessica Göbel bei dem Klub aus dem Ortsteil von Waldbronn im Landkreis Karlsruhe.
  • Der TV Busenbach zieht sich am Saisonende aus der Tischtennis-Bundesliga der Frauen zurück. Damit endet auch das sportliche Engagement der Niederndorferin Jessica Göbel bei dem Klub aus dem Ortsteil von Waldbronn im Landkreis Karlsruhe.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Niederndorf/Busenbach. Die Meldung kam für Außenstehende durchaus überraschend: Nach 23 Jahren Erst- bzw. Zweitklassigkeit zieht der TV Busenbach seine Frauen-Mannschaft zum Saisonende aus der 1. Tischtennis-Bundesliga zurück. Damit endet Anfang Mai eine Ära, die 2005 mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft ihren Höhepunkt fand. Als Gründe führen die Badener u.a. an, dass die finanzielle Basis für eine Weiterführung des Bundesliga-Spielbetriebs nicht länger gegeben sei und das Zuschauerinteresse in den letzten beiden Jahren deutlich abgenommen habe. Betroffen von dem Rückzug ist auch die in Niederndorf wohnende Jessica Göbel, die seit nunmehr elf Jahren für den TV Busenbach an der Platte steht.

ubau Niederndorf/Busenbach. Die Meldung kam für Außenstehende durchaus überraschend: Nach 23 Jahren Erst- bzw. Zweitklassigkeit zieht der TV Busenbach seine Frauen-Mannschaft zum Saisonende aus der 1. Tischtennis-Bundesliga zurück. Damit endet Anfang Mai eine Ära, die 2005 mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft ihren Höhepunkt fand. Als Gründe führen die Badener u.a. an, dass die finanzielle Basis für eine Weiterführung des Bundesliga-Spielbetriebs nicht länger gegeben sei und das Zuschauerinteresse in den letzten beiden Jahren deutlich abgenommen habe. Betroffen von dem Rückzug ist auch die in Niederndorf wohnende Jessica Göbel, die seit nunmehr elf Jahren für den TV Busenbach an der Platte steht. Mit dem Verein aus dem Ortsteil von Waldbronn im Landkreis Karlsruhe gewann die 38-Jährige in der Saison 2009/2010 die deutsche Vizemeisterschaft.

"Ein bitterer Beigeschmack"

„Für mich kommt der Rückzug nicht überraschend. Das hat sich abgezeichnet“, sagte die frühere Nationalspielerin gestern gegenüber der SZ. Seit Jahren habe es Querelen zwischen der Tischtennis-Abteilung und dem Hauptverein gegeben, berichtete Göbel, die sich natürlich einen anderen Abschied von den Badenern gewünscht hätte. „Die Entscheidung, wann ich beim TV Busenbach aufhöre, hätte ich schon gerne selbst getroffen“, betont Göbel, die in ihrer langen und erfolgreichen Karriere in der Bundesliga für 3B Berlin (1999 bis 2000), den VfB Lübeck (2000 bis 2001), TTFC Burgwedel (2001 bis 2002), FC Langweid (2002 bis 2003), den Westerwälder Klub FSV Kroppach (2003 bis 2005) sowie den TuS Bad Driburg (2005 bis 2007) aktiv war und seit 2009 für den TV Busenbach spielt. Vor ihrem sportlichen Engagement im Albtal ging Göbel zwei Jahre für Montpellier TT auf Punktejagd. In dieser Zeit gewann die Siegerländerin 2008 mit ihrem Klub die französische Mannschaftsmeisterschaft.

Durch den nicht selbst bestimmten Rückzug bleibe „ein bitterer Beigeschmack“, so Göbel. Auch deshalb, weil sie auf eine schöne Zeit beim TV Busenbach zurückblicke. „Wir hatten und haben ein tolles Mannschaftsgefüge. Der Wohlfühl-Faktor war stets hoch. Daher hätte ich den Verein niemals von mir aus verlassen“, erklärt die Siegerländerin, die vor allem mit der „Art und Weise“ hadert, „wie das Ganze verhackstückt“ worden sei. „Das war schon großes Kino“, merkt Göbel mit sarkastischem Unterton an.

Göbel geht mit Verantwortlichen des Hauptvereins hart ins Gericht

Im Zentrum ihrer Kritik stehen die Verantwortlichen des Hauptvereins. „Die haben verhindert, dass es weitergeht“, sagt Göbel und schiebt die Erklärung gleich hinterher. „Es gab die Möglichkeit, das Spielrecht an den ASV Grünwettersbach zu übertragen. Dessen Sporthalle liegt gerade einmal fünf Kilometer von der des TV Busenbach entfernt. Dort stimmen die Strukturen, dort gibt es die notwendige Unterstützung. Es war schon alles geplant und durchgesprochen. Es hätte funktionieren können“, meint Göbel, die für dieses „Modell“ bereits ihre Zusage gegeben hatte und „dort noch gerne ein, zwei Jahre weitergemacht“ hätte.

Doch dieser Plan ist nicht aufgegangen. „Der Hauptverein des TV Busenbach hat ihn boykottiert“, sagt die frühere EM- und WM-Teilnehmerin, deren Verärgerung deutlich zu vernehmen ist. „Die Verantwortlichen sind sich der Tragweite ihrer Entscheidung nicht bewusst“, meint Göbel. „Aus Verärgerung über den Rückzug wird es sicher einige Vereinsaustritte geben“, mutmaßt die Niederndorferin, die seit einiger Zeit als Geschäftsleiterin bei Kieser Training in der Siegener Oberstadt arbeitet und sich mit Training bei der Männer-Mannschaft der TTG Netphen (zwei bis drei Mal die Woche) fit hält.

"Werde nur noch das machen, woran ich Spaß habe"

Bedeutet der Rückzug des TV Busenbach also auch das Ende von Göbels erfolgreicher Zeit im Tischtennis-Oberhaus? „Ich werde mich jedenfalls nicht mehr selbst einem Verein anbieten“, sagt sie klipp und klar. „Wenn ein Angebot kommen sollte, werde ich es prüfen und darüber nachdenken“, so Göbel. „Aber ich mache nur noch das, bei dem ich mir vorstellen kann, dass ich Spaß daran habe.“

Vorher will sie mit ihrem Team, das aktuell den 8. Tabellenplatz belegt, aber noch den Klassenerhalt schaffen. Dann würde sich Göbel erhobenen Hauptes aus dem Badener Land verabschieden. Zu wünschen wäre es ihr nach der langen und erfolgreichen Zeit beim TV Busenbach allemal. . .

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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