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Von Neururer über Tuchel bis hin zu Fortuna Düsseldorf
Nico Michaty: Der sportliche Entwicklungshelfer

Nico Michaty spricht im SZ-Interview über seinen Trainerjob bei Fortuna Düsseldorf 2. und Harley-Touren mit Peter Neururer.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Düsseldorf. Nico Michaty kennt das Trainer-Business aus allen Blickwinkeln. Der in Freudenberg aufgewachsene Fußballlehrer und Diplom-Sportwissenschaftler war lange Jahre Co-Trainer beim VfL Bochum und kurzzeitig auch bei Hannover 96. Beim Traditionsverein aus der niedersächsischen Landeshauptstadt leitete er das Nachwuchsleistungszentrum, und seit Sommer 2018 fungiert er als Chefcoach des West-Regionalligisten Fortuna Düsseldorf 2., der momentan auf Rang 7 notiert ist, allerdings zwei bzw. drei Partien weniger absolviert hat als die „Vordermänner“.

Bei „F95“ ist Michaty ein Entwicklungshelfer im besten Sinne. Er fordert und fördert die vielen jungen Talente, um sie auf den nächsten Schritt in ihrer Karriere vorzubereiten.

ubau Düsseldorf. Nico Michaty kennt das Trainer-Business aus allen Blickwinkeln. Der in Freudenberg aufgewachsene Fußballlehrer und Diplom-Sportwissenschaftler war lange Jahre Co-Trainer beim VfL Bochum und kurzzeitig auch bei Hannover 96. Beim Traditionsverein aus der niedersächsischen Landeshauptstadt leitete er das Nachwuchsleistungszentrum, und seit Sommer 2018 fungiert er als Chefcoach des West-Regionalligisten Fortuna Düsseldorf 2., der momentan auf Rang 7 notiert ist, allerdings zwei bzw. drei Partien weniger absolviert hat als die „Vordermänner“.

Bei „F95“ ist Michaty ein Entwicklungshelfer im besten Sinne. Er fordert und fördert die vielen jungen Talente, um sie auf den nächsten Schritt in ihrer Karriere vorzubereiten. Dass Michatys Arbeit am Flinger Broich von den Fortuna-Verantwortlichen geschätzt wird, beweist die Tatsache, dass sein Vertrag im vergangenen Jahr bis 2022 verlängert wurde. Die SZ sprach mit dem 47-Jährigen über seine aktuelle Aufgabe, seine Freundschaft zu Peter Neururer und seine Ziele.

Herr Michaty, Sie sind seit nunmehr fast drei Jahren U-23-Coach bei der Fortuna. Was macht die Aufgabe so reizvoll für Sie?
Der Ausbildungscharakter steht eindeutig im Vordergrund. Die Spieler individuell weiterzuentwickeln und eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, ist Herausforderung und Antrieb zugleich.

Ihre Mannschaft spielt bislang eine gute Saison, wenngleich die Formkurve zuletzt etwas nach unten zeigte. Was trauen Sie Ihrem Team noch zu?
Wir spielen eine herausragende Saison, die in dieser Form nicht zu erwarten war. Das ist umso höher bewerten, weil unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt sind. Wir haben vor der Saison viele Spieler aus der eigenen U 19 und aus unterklassigen Vereinen hinzubekommen. Daher war unser Ziel der Klassenerhalt, und den haben wir schon eingetütet. Wir haben jetzt noch ein straffes Programm vor uns, weil wir bis Sonntag zwei Wochen in Quarantäne waren. Mal schauen, wie sich das auswirkt. Unser Ziel ist, am Ende im oberen Tabellendrittel zu stehen. Das wäre ein schöner Abschluss, und das hätte sich die Mannschaft auch verdient.

In Ihrer Mannschaft spielt auch der Erndtebrücker Elmin Heric. Wie sind Sie mit seiner Entwicklung zufrieden?
Elmin ist vor der Saison aus der U 19 zu uns hoch gekommen. Er hat sich gut entwickelt und hat auch einige Kurzeinsätze gehabt. Aber zum einen ist die Konkurrenz auf seiner Stürmer-Position groß, zum anderen ist der Übergang vom Junioren- in den Männerbereich nie einfach. Elmin hat aber immer Gas gegeben. Er ist mental gereift und hat Erfahrungen gesammelt. Das wird ihn weiterbringen.

Sie haben nach Ihrer aktiven Zeit schon verschiedene Funktionen ausgeübt. In welchem Aufgabenbereich sehen Sie sich in Zukunft?
In erster Linie sehe ich mich als Cheftrainer. Nach meiner Tätigkeit im Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96 habe ich die Zeit genutzt, um zu hospitieren und meinen Horizont zu erweitern. Ich war bei Thomas Tuchel und auch beim FC Barcelona. Das waren wertvolle Erfahrungen, die ich dort sammeln durfte und die ich natürlich auch in meine Arbeit einbringen möchte. Letztlich kommt es auf das Aufgabengebiet an. Daher will ich nichts ausschließen. Wichtig ist, dass ich die Möglichkeit habe, Dinge zu gestalten und zu entwickeln.

Der VfL Bochum, bei dem Sie zehn Jahre als U-23- und Co-Trainer der Profi-Mannschaft gearbeitet haben, schickt sich an, in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Hat Sie die Entwicklung Ihres Ex-Klubs überrascht?
Absolut. Dass der VfL oben mitspielen würde, das hatte ich erwartet. Aber das die Bochumer eine so außergewöhnlich gute Saison spielen, das hat mich schon überrascht. Den Aufstieg werden sie sich nicht mehr nehmen lassen – und das freut mich sehr, weil ich dort eine wunderbare Zeit hatte.

Während Ihrer Tätigkeit beim VfL Bochum ist auch eine enge Freundschaft zu Peter Neururer entstanden. Erzählen Sie uns ein wenig davon.
Peter kam damals als Trainer zu uns, und ich war einer seiner beiden Co-Trainer. Wir hatten beim VfL eine sehr erfolgreiche Zeit zusammen. Wir sind in die 1. Bundesliga aufgestiegen und haben später im UEFA-Pokal gespielt. Über die Zeit hat sich eine Freundschaft entwickelt.

Die in gemeinsame Urlaube gemündet ist...
Ja, das stimmt. Sie sprechen auf die Harley-Davidson-Touren an (lacht).

Exakt.
Nach der Zeit beim VfL entstand die Idee, mit dem damaligen Trainer- und Funktionsteam des VfL Bochum auf Harley-Tour in den USA zu gehen. Das sollte eine einmalige Sache sein. Aber im Jahr darauf sind wir erneut auf Tour gegangen, und so ging es weiter (lacht). Mittlerweile haben wir alle 50 Kontinental-Staaten der USA durchfahren. Es fehlen nur noch Alaska und Hawaii. Den Trip nach Alaska mussten wir Corona-bedingt jetzt allerdings zum zweiten Mal absagen. Mal schauen, wann wir wieder aufbrechen können. Ich hoffe, dass das bald wieder möglich ist. Denn die Harley-Touren sind jedes Jahr ein wunderbares Erlebnis.

Lassen Sie uns zum Abschluss noch einen Blick auf den Fußball in der hiesigen Region werfen. Wie beurteilen Sie „aus der Ferne“ die fußballerische Situation im Siegerland?
Es ist natürlich schade, dass kein Verein höher als Oberliga spielt. Denn das Siegerland mit seinen vielen Fußballbegeisterten lechzt danach. In der Region schlummert so viel Potenzial. Ich wünsche mir, dass bald wieder höherklassiger Fußball im Siegerland gespielt wird.

Sportlicher Werdegang von Nico Michaty
Das Fußball-ABC erlernte Nico Michaty bei Fortuna Freudenberg. Im Seniorenbereich spielte der Mittelfeldakteur in der Region für die Sportfreunde Siegen und die SG 06 Betzdorf. Von dort wechselte er zum VfL Bochum 2., der damals von Ex-Nationalspieler Bernard Dietz trainiert wurde. Wenig später wurde Michaty dessen Assistent, ehe er zu den Profis aufstieg. Dort war der Siegerländer u.a. Co-Trainer von Marcel Koller, Peter Neururer und Heiko Herrlich. Rund 14 Jahre lang war Michaty für den VfL Bochum tätig. Nach seinem Engagement an der Castroper Straße zog es ihn für zweieinhalb Jahre zum FSV Frankfurt, bevor er als Co-Trainer von Tayfun Korkut bei Hannover 96 anheuerte. An diese Tätigkeit schloss sich ein mehrjähriges Engagement als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der „Roten“ an. Seit Juli 2018 steht Michaty nun bei Fortuna Düsseldorf als Trainer der U 23 unter Vertrag.

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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