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Judo-Ass Jonas Schreiber aus Oberfischbach
Plötzlich auf der europäischen Bühne

Seinen EM-Auftaktkampf gegen den Portugiesen Vasco Rompao (l.) gewann der Oberfischbacher Jonas Schreiber in souveräner Manier.
  • Seinen EM-Auftaktkampf gegen den Portugiesen Vasco Rompao (l.) gewann der Oberfischbacher Jonas Schreiber in souveräner Manier.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Lissabon. Eigentlich war Jonas Schreiber gedanklich ganz woanders – nur nicht da, wo er wenige Tage später auf der Judo-Matte stand. Doch unverhofft kommt bekanntlich oft. Und plötzlich trainierte der Oberfischbacher nicht mehr im Bundesleistungszentrum in Köln, sondern kämpfte bei der EM in Lissabon.

„Das kam alles ganz spontan. Damit hatte ich gar nicht gerechnet“, erzählt der 20-jährige Schwergewichtler schmunzelnd. „Eigentlich hatte mich der Deutsche Judo-Bund gar nicht für die EM vorgesehen. Aber unser Männer-A-Team, das bei den Olympischen Spielen kämpfen soll, war in einem Trainingslager in Georgien. Und dort sind leider mehrere Athleten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Deshalb durften sie nicht zur EM nach Lissabon.

ubau Lissabon. Eigentlich war Jonas Schreiber gedanklich ganz woanders – nur nicht da, wo er wenige Tage später auf der Judo-Matte stand. Doch unverhofft kommt bekanntlich oft. Und plötzlich trainierte der Oberfischbacher nicht mehr im Bundesleistungszentrum in Köln, sondern kämpfte bei der EM in Lissabon.

„Das kam alles ganz spontan. Damit hatte ich gar nicht gerechnet“, erzählt der 20-jährige Schwergewichtler schmunzelnd. „Eigentlich hatte mich der Deutsche Judo-Bund gar nicht für die EM vorgesehen. Aber unser Männer-A-Team, das bei den Olympischen Spielen kämpfen soll, war in einem Trainingslager in Georgien. Und dort sind leider mehrere Athleten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Deshalb durften sie nicht zur EM nach Lissabon. Da hat sich die Chance für mich ergeben“, berichtet das heimische Judo-Ass, das wenig später von Bundestrainer Richard Trautmann kontaktiert und ins deutsche Aufgebot berufen wurde.

Natürlich war Schreibers Freude über seine erste EM-Nominierung im Männer-Bereich groß, die kurze Vorbereitung aber alles andere als ideal. Schreiber: „Ich war zwar im Training, aber mir fehlte Corona-bedingt seit rund eineinhalb Jahren die internationale Wettkampfpraxis.“ Gemeinsam mit den anderen deutschen Athleten absolvierte er auf die Schnelle noch ein viertägiges Trainingslager, ehe aber schon der Flieger in die portugiesische Hauptstadt abhob.

Auftaktsieg gegen Lokalmatador Vasco Rompao

Dort traf der „Bär von Oberfischbach“ in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm zunächst auf den Lokalmatadoren Vasco Rompao. Schreiber siegte nach rund zweiminütiger Kampfzeit mit Ippon, da der Portugiese drei Strafen erhielt. „Ich wusste vorher: Das ist ein gutes Los für mich. Diesen Kampf kann und muss ich auch gewinnen. Es war zwar keine Glanzleistung von mir, aber ich habe nichts anbrennen lassen“, analysiert Schreiber seinen Auftaktsieg rückblickend.

Weiter ging’s dann jedoch gegen ein ganz anderes „Kaliber“, den Niederländer Henk Grol. Und tatsächlich erwies sich der 36-jährige Routinier als eine Nummer zu groß für den EM-Debütanten aus dem Siegerland, der in der Judo-Bundesliga für die Sport-Union Annen kämpft. „Henk Grol zählt zu den besten Judokas der Welt. Ich habe probiert, ihn zu ärgern, aber letztlich kein Mittel gegen ihn gefunden. Er war zu stark für mich“, räumte Schreiber nach seiner Niederlage gegen den späteren Silbermedaillen-Gewinner sportlich fair ein. Nach eineinhalb Minuten war der Kampf mit Ippon verloren und Schreibers EM-Aus besiegelt, weil der beim TV Freudenberg sportlich groß gewordene Judoka zwei Strafen kassiert hatte.

"EM-Teilnahme eine wertvolle Erfahrung"

Ob er sich mehr erhofft hatte? „Ich bin da hin- und hergerissen“, antwortet der angehende Bundespolizist, der Mitglied der Spitzensportfördergruppe ist und acht Monate in Köln und den Rest des Jahres im Olympischen Trainingszentrum Kienbaum trainiert. „Natürlich fährt man zu Turnieren, um Medaillen zu gewinnen. Das ist mir nicht gelungen. Andererseits wusste ich, dass es bei meiner ersten EM im Männer-Bereich schwierig für mich wird, zumal nach der Auslosung klar war, dass ich im zweiten Kampf auf Henk Grol treffen würde. Daher verbuche ich die EM-Teilnahme als wertvolle Erfahrung.“

Erfahrung, die ihm bei künftigen internationalen Einsätzen nützlich sein soll – auch wenn er mal wieder ganz kurzfristig ins deutsche Judo-Team berufen werden sollte.

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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