Alltag der Bergleute vor Augen und Ohren geführt

»Bindweide« am »Tag der offenen Tür« beinahe gestürmt

juli Steinebach. Für die Besucher wurde der »Tag der offenen Tür« zur Nacht gemacht: Im Besucherbergwerk »Grube Bindweide« erlebten die Besucher am Sonntag über 40 Meter tief unter Tage eine interessante Führung.

Aufgrund der großen Besucherresonanz gab es eine verkürzte »Schnupperführung« zum Sonderpreis. Erste Station mit der Grubenbahn war die neue Pulverkammer, die zur Besichtigung nicht besonders spektakulär, aber dennoch interessant ist, da sie für Feierlichkeiten gemietet werden kann. Wenn sich Standesbeamte dazu bereit erklären, sollen hier auch Paare getraut werden, erklärte Alfred Dapprich vom »Bindweide«-Team.

Dass es damals im Stollen kein Vergnügen war, Eisenerz zu Tage zu fördern, wurde den Besuchern kurz darauf vor Augen und Ohren geführt. Dapprich beeindruckte die Zuhörer, die kurze Zeit ihr eigenes Wort kaum verstanden: Als er die Bohrer anwarf, konnten die Gäste sich eine vage Vorstellung davon machen, welchem Geräuschpegel durch Maschinenlärm die Arbeiter damals tagein, tagaus im Zwielicht ausgesetzt waren.

Spannend war auch die Vorstellung, dass dort, wo man gerade stand und nichts als Stein um sich herum hatte, vor Tausenden von Jahren Wellen gegen den Fels brandeten. Fossilien von Krebsen und Fischen und Linienstrukturen auf einer Kluft zeugen heute noch davon.

Die Verbands- und die Ortsgemeinde finanzieren die Grube, während die Führungen Sache des Fördervereins sind. Führungen gibt es von Anfang April bis zum 31. Oktober mittwochs, samstags und sonntags von 14 Uhr bis ca. 16.30 Uhr. Gruppen können das Bergwerk an allen Tagen außer montags besichtigen.

Der Förderverein hatte ein musikalisches und kulinarisches Rahmenprogramm organisiert. Sechs Steinebacher Kapellen und Chöre waren mit von der Partie: Neben dem Spielmannszug und dem Seniorenspielmannszug spielte die Bindweider Bergkapelle auf, die 1872 von dem Steiger Anton Kirschbaum gegründet wurde und in der damals ausschließlich Bergmänner musizierten. Außerdem brachten der Frauenchor, der Männergesangsverein und der Musikverein einige Ständchen dar.

Während die Grubenfahrten vom Aprilwetter unberührt blieben, machte dies den Aktiven über Tage schon eher zu schaffen. Der ein oder andere Musikbeitrag musste in die gute Stube verlagert werden, wo ein reichhaltiges Kuchenbuffett auf die Gäste wartete.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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