Angeln am See der Sagen

Sportfischereiverein Elkenroth:

Seit 15 Jahren den Umweltschutz im Blick/Über 140 Mitglieder/Biotop über 500 Jahre alt

maha Elkenroth. Wenn man gemeinsam mit Jörg Schwarzer auf Schusters Rappen eine gemütliche Runde um den Elkenrother Weiher dreht, spürt man sehr schnell, mit welchem Enthusiasmus und welcher Hingabe sich die insgesamt 140 Mitglieder des Elkenrother Sportfischereivereins um ihr »blaues Juwel« im Westerwald kümmern.

Ursprünglich drei kleine Weiher

»Ursprünglich gab es in dem Gebiet zwischen Elkenroth und Weitefeld drei kleine Weiher«, erläutert Schwarzer. Diese verdankten ihre Entstehung dem Landgrafen Ludwig von Hessen, der 1439 einige kleine Fischweiher anlegte, um diese wirtschaftlich zu nutzen. 1550 ließ der spätere Besitzer, die Abtei Marienstatt, drei Klosterweiher dazu anlegen. Erst im Rahmen der immer weiter fortschreitenden Säkularisierung verließen die sechs Gewässer 1803 den kirchlichen Besitz, bevor sie sechs Jahre später aus nassauischem Besitz zum großen Teil der Gemeinde Weitefeld und zum kleineren Teil der Gemeinde Elkenroth überlassen wurden.

Da die Menschen im 19.Jahrhundert mit dem Begriff »Umweltschutz« noch nichts wissentlich anfangen konnten, fielen die sechs kleinen Seen im Jahr 1820 der Landwirtschaft zum Opfer. Schwarzer: »Wie mir Ortsbürgermeister Josef Mockenhaupt und Elkenroths Dorfchronist Arndt zu berichten wussten, standen den Bauern, nachdem die Dämme durchstochen worden waren, über 300 Morgen wertvolles Wiesenland zur Verfügung. Erst im Jahr 1954 stieg mit der Planung einer Bade- und Sportanstalt wieder das öffentliche Interesse an dem Gewässer, bevor die Ortsgemeinde Elkenroth 1963 den Weiher wieder in seiner heutigen Form anlegen ließ.«

Geschichte und Geschichten

Neben der langen Historie gibt es aber auch viele Geschichten, Sagen und Mythen rund um das – wie es früher genannt wurde – »sturmgepeitschte« Gewässer. So wissen die Kirchbücher zu Daaden und Gebhardshain auch von tragischen Unglücksfällen zu berichten, die sich »an den nebelverhangenen Ufern vollendeten«: »Maria Katharina, seines des Johannes Heinrich Schneider hinterlassene Tochter, von Neunkhausen gebürtig, (...) ist am Sonntag Morgen in die Weitefelder Weiher gegangen, um sich der Blut–Igel zu bedienen, hat aber unvorsichtig sich allein der Kur bedient, und eine solche Menge dieser Igel angelassen, dass sie den Geist aufgegeben und tot bei den Weihern liegen geblieben (...) .«

Abgesehen von der langen Geschichte ihres Weihers interessieren sich die Elkenrother Sportfischer natürlich vielmehr für die Gegenwart, welche sie am liebsten im Ufergras sitzend und angelnd verbringen. Neben der sportlichen Betätigung beim Angeln steht der aktive Umweltschutz bei den Petrijüngern ganz hoch im Kurs, was auch dazu führte, dass sich die Zahl der Wasservögeln seitdem beinah verdoppelt hat. Schwarzer: »Unser Verein feiert in diesem Jahr am 7. September sein 15–jähriges Bestehen. Seit dem ersten Tag ist der Elkenrother Joachim Lehnhäuser federführend als 1. Vorsitzender für unseren Verein tätig. Wir bewirtschaften den rund 8 Hektar großen Elkenrother Weiher und den kleinen Mühlenweiher das ganze Jahr über.«

Und weiter: »Im Frühjahr beginnen wir unsere Angelsaison mit unseren so genannten Umwelttagen.« Dann heißt es kräftig zugelangt. Das komplette Areal muss von Abfällen und Verunreinigungen befreit werden. Außerdem müssen die Naturwiesen gemäht und die Naturlehrpfade in Schuss gehalten werden. »Wir haben den Lehrpfad 1994 ohne finanzielle Unterstützung in Eigenregie errichtet und seitdem stetig weiter ausgebaut. Schulklassen haben hier die Möglichkeit, sich einen Eindruck von der heimischen Fauna und Flora zu machen.«

Treffpunkt und Vereinsmittelpunkt für die Angelbegeisterten ist das 1993 neu errichtete und idyllisch am Wasser gelegene Vereinshaus im Blockhausstil. Hier können die Vereinsmitglieder, die im übrigen sowohl aus dem benachbarten Siegerland, als auch aus dem Bergischen Land und dem Westerwaldkreis kommen, in aller Ruhe fachsimpeln und sich bei einem gemütlichen Bier austauschen. Dass die Petrijünger neben dem Angeln auch das Feiern beherrschen, zeigen sie alle zwei Jahre bei ihrem Fischerfest, das immer am dritten Wochenende im August stattfindet und in diesem Jahr auf den 17. und 18. August terminiert ist.

Nachwuchsmangel ist ein Fremdwort

Besonders stolz ist der Verein auf seine erfolgreiche Jugendabteilung. Nachwuchsmangel ist hier ein Fremdwort. »Derzeit sind von den 140 Mitgliedern rund 30 Jugendliche und Kinder. Betreut werden sie von den Jugendwarten Elmar Zicklam und Hartmut Nauen. Das ganze Jahr über organisieren wir Treffen und Veranstaltungen, wobei ein besonderer Augenmerk auf das richtige Verhalten des Nachwuchses in der Natur ist. Natur– und Tierschutz gehören ebenso dazu, wie biologische und chemische Gewässeruntersuchungen. Mittlerweile haben wir bereits fünf ausgebildete Gewässerwarte, die die Qualität unseres Wassers immer im Blick haben,« erzählt Schwarzer.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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