»Brust raus, Köpfchen in den Nacken«

250 Gockel und Hennen bevölkerten im Rahmen der Zuchtschau das Bürgerhaus in Molzhain

rai Molzhain. Brust raus, das Köpfchen mit dem roten Kamm in den Nacken geworfen und dann den Schnabel weit aufgerissen: Mit lautstarkem »Kikeriki« demonstrierten die Gockel am Wochenende im Bürgerhaus in Molzhain ihren Artgenossen, wer der Chef im Revier ist. »Glauben Sie nicht, dass die Antwort mehr als zehn Sekunden auf sich warten lässt«, sagte Matthias Maas zum SZ-Berichterstatter – und er sollte Recht behalten. Nachdem Maas' prächtiger Gockel der amerikanischen Rasse »Zwerg-Wyandotten« eine lautstarke Stimmprobe abgegeben hatte, meldete sich nur wenige Augenblicke später aus der gegenüber liegenden Ecke ein blau-gesäumter »Zwerg-Orpington«-Gockel, der Vogel eines Züchters aus Hahn (Westerwald).

Nun waren die beiden jedoch nicht die einzigen Hähne im Bürgerhaus. Insgesamt 250 Gockel und Hennen wurden bei der 9. Westerwald-Stammschau des Rassegeflügelzuchtvereins Molzhain ausgestellt. Dabei zeigte sich jeder Hahn von seiner eitlen Seite – Imponiergehabe, aufgeplustertes Federkleid und »Kikeriki« gehören einfach zu einem Gockel. Und angesichts der Vielzahl an Hähnen war deren »gefiedertes Spektakel« – so nennt Maas das Krähen – ständig zu hören.

Während die Hähne darum bemüht waren, die Zehn-Sekunden-Marke nicht zu überschreiten, erzählte Maas (der gebürtige Molzhainer lebt in Weitefeld) von der Rassegeflügelzucht und viel Wissenswertes über das Federvieh – auch über die 90 ausgestellten Tauben, ein Goldfasanpärchen sowie zwei Mandarinenten.

Stichwort: Hennenfiedrig. Das besagt, dass der Hahn ein fast identisches Gefieder wie die Hennen hat, so z.B. bei der seltenen englischen Rasse »Sebright«, die Maas ebenfalls züchtet. Sie gehören zur Familie der Urzwerge und waren vor 200 Jahren von Sir John Sebright gezüchtet worden. Dass die Rasse mit ihren mandelförmigen und schwarz gesäumten Federn den Namen ihres Züchters trägt, ist etwas Besonderes. Der Adel hielt sich die »Sebrights« in herrschaftlichen Parks.

Preis für Wingendorfer

Bei der so genannten Stammschau, die insbesondere Laien einen leichten Einblick in die Rassegeflügelzucht bietet, stellten sich »Sebrights« mit vielen weiteren Rassen als Zuchtstamm, aus Hahn und zwei Hennen bestehend, zur Schau. Drei Juroren bewerteten die Hühner u.a. nach Rasse typischen Merkmalen, Haltung und Erscheinungsbild und verteilten entsprechend Punkte. »Ein wirklich eleganter Hahn«, gerät Maas dann auch beim Zuchtstamm von Axel Mittler ins Schwärmen. Der Wingendorfer züchtet die Rasse »Federfüßige Zwerghühner« und stellte im Bürgerhaus den besten Stamm, der 97 Punkte und die Auszeichnung »vorzüglich« erzielte. Das brachte Mittler auch den Landesverbandsehrenpreis ein.

Die Ausstellung zeigte aber auch die Vielzahl an Hühnerassen. Und wer bei »Appenzeller Spitzhaube« an eine eidgenössische Käsesorte denkt, liegt falsch. Zu sehen waren auch »Deutsche Zwergreichshühner«, »Thüringer Barthühner« und »Zwerglachshühner«. Wegen ihrer exotischen Eierfarbe, ein dunkles Braun, nimmt die Beliebtheit der französischen Rasse »Maran« immer mehr zu. Grün dagegen die Eierfarbe der aus den Anden stammenden »Zwerg Auracana«, die Herbert Jacobs aus Derschen züchtet. »Das Gefieder ist hinten geschlossen, die Andenhühner sind robust und gegen Kälte unempfindlich«, berichtete Maas. Das Merkmal der japanischen »Chabos« sind die kurzen Bein, während es bei den englischen »Bantams« die weiße Ohrscheibe auf schwarzem Gefieder ist.

Kampfhühner blieben friedlich

Eindruck schindeten aber nicht zuletzt auch die Kampfhühner. Ob nun der japanische »Jokohama« oder der stämmige, aus Indonesien stammende »Ko Shamo«: Sie streckten sich immer wieder in die typische, steil aufragende Position. »Verbotener Weise müssen die an sich friedlichen Kampfhühnerrassen z.B. in Indien und Südamerika immer noch kämpfen«, beklagte Maas, der sich auch gut bei Tauben auskennt. So stammt die Bezeichnung des »Rheinischen Ringschlägers«, Familie der Spielflugtauben, vom Balzverhalten des Täuberichs ab, der seine Partnerin im Kreis fliegend becirct, während die behäbige und schwere Strasser-Taube nicht so flugfreudig ist.

Insgesamt 41 Aussteller, darunter auch fast alle 15 Aktiven des veranstaltenden Vereins sowie Züchter aus dem angrenzenden Siegerland und dem Westerwald, waren mit ihrem Rasse- und Ziergeflügel in Molzhain vertreten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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