Das »Wohnzimmer unter Tage«

Saisoneröffnung im Besucherbergwerk »Grube Bindweide«/Pulverkammer erheblich ausgebaut

thor Steinebach. »Alles wurde so natürlich wie möglich belassen, und trotzdem ist es ein Wohnzimmer geworden.« Klaus Siegfried Weber, der ehemalige Leiter des Bergamts Koblenz, war voll des Lobes, als er gestern Nachmittag wieder einmal in den Westerwald gekommen war. Das Besucherbergwerk »Grube Bindweide« ist aus dem Winterschlaf erwacht. Zur Saisoneröffnung begrüßte Bürgermeister Konrad Schwan zahlreiche Gäste in besagtem »Wohnzimmer« – der neu gestalteten und erheblich erweiterten Pulverkammer. Mit ihr hat die »Bindweide« eine weitere Attraktion 50 Meter unter Tage erhalten.

Schwan begrüßte neben Weber u.a. Stefan Woitschützke und Paul Slabon vom Landesamt für Geologie und Bergbau (Koblenz), den 3. Kreisbeigeordneten und ehemaligen »Hausherrn« Günter Schneider sowie Horst G. Koch, den früheren Redaktionsleiter der Lokalredaktion Altenkirchen der SZ und profunden Kenner der heimischen Bergbau-Historie. Während es von Ex-Bergamtsleiter Weber einen Karton mit Wein aus seinem Heimatort Winningen für die »Bindweide«-Mannschaft gab, war Koch in seinem Privatarchiv fündig geworden. Er überreichte Schwan eine Bergbau-Akkulampe sowie das passende »Sprengstoff-Warnschild« für die Pulverkammer.

Der Gebhardshainer Bürgermeister erinnerte gestern nochmals an die schwierigen Anfänge des Besucherbergwerks vor fast 20 Jahren. Damals habe es eine große Skepsis in der Kommunalpolitik gegeben. »Als wir das erste Mal eingefahren sind, haben wir gedacht, das wird nie was«, sagte Schwan. Man habe aber nicht gewusst, dass hinter den Kulissen schon eifrig an der Umsetzung des Vorhabens gearbeitet worden sei.

Bald Theater und Trauungen?

Schon Ende der 80er Jahre, so Schwan weiter, habe man überlegt, einen Raum für gesellige bzw. kulturelle Veranstaltungen zu schaffen. Zunächst war der Eingangsbereichs ins Visier genommen worden, doch bei Mindestkosten von 60000 Euro landeten diese Pläne schnell wieder in der Schublade. Um so mehr freute sich der Verwaltungschef, die Saisoneröffnung in der Pulverkammer zu feiern. Hier kann er sich nicht nur Theateraufführungen vorstellen, auch »Trauungen unter Tage« sollen möglich werden.

Mit Hilfe einer Fachfirma ist der Raum mit einem Stahlnetz gesichert worden. Die alte Mauer ist verschwunden, der Raum wirkt wie aus »einem Guss«. Nur eine Sache stört Schwan noch: Die Figur der hl. Barbara, auf einem kleinen Sockel an der hinteren Wand stehend, ist etwas klein geraten. Hier suche man noch etwas Größeres, zudem müsse das Material stimmen.

Apropos Material: Von einem Steinmetzbetrieb aus Kausen wurden absolut wetterfeste Bänke und Tische aus Granit geliefert. Mit dieser »Möblierung« hat der Umbau der Pulverkammer laut Schwan rund 16000 Euro gekostet: »Das hat alles der Förderverein aufgebracht. Das ging nicht zu Lasten der Steuerkasse.« Diese Eigeninitiative lobte auch Günter Schneider: »Es ist der Beweis dafür, dass es trotz leerer Kassen keinen Stillstand geben muss.« Das Besucherbergwerk »Grube Bindweide« sei mittlerweile weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt und eine echte Attraktion für den Kreis. Zusammen mit Schwan dankte der Beigeordnete den vielen unermüdlichen Helfern. Zwei neue »Bergknappen« wurden gestern auch in Steinebach begrüßt. Nachdem die beiden Pfarrer Michael Straka von der ev. und Rudolf Reuschenbusch von der kath. Kirchengemeinde den Raum gesegnet hatten, erhielten sie den obligatorischen »Bergmannsstempel« und die entsprechenden Urkunden.

Am Sonntag »Tag der offenen Tür«

Wer am kommenden Sonntag den Weg nach Steinebach findet – dann lädt die »Bindweide« zum »Tag der offenen Tür« ein – wird auch weitere Zeichen der Arbeit des Fördervereins sehen. So wurde u.a. eine Schüttelrutsche und ein Grubenfahrrad installiert, die auf hoffentlich wieder zahlreiche Besucher in dieser Saison warten – »Glück auf!«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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