Ein Bau wider die »Klotzwirkung«

Rathaus Gebhardshain soll saniert und umgebaut werden / Lange Mängelliste

goeb Gebhardshain. Dringend geboten ist nach Darstellung von Bürgermeister Konrad Schwan und Bauamtsleiter Martin Schäfer eine Sanierung des Rathauses Gebhardshain. Dem Ansinnen stimmten dieser Tage auch die CDU- und SPD-Fraktionen im Verbandsgemeinderat zu. Die FWG-Fraktion votierte mit Nein. Zwar sieht auch sie die Sanierung des Sitzungssaals ein, einen Neubau lehnt die Fraktion allerdings aus Kostengründen ab. Laut Schwan käme der Neubau aber nicht unbedingt teurer als eine Sanierung.

Die Vorplanung für den Anbau ist hinsichtlich der Skizzen bereits abgeschlossen. Fünf Architekturbüros waren eingeladen gewesen, anonym einen Entwurf des neuen Gesichts für den Bau abzugeben. Das Rennen machte schließlich das Büro Rudolf Sauerland aus Hachenburg.

»Haus äußerst marode«

Vor allem ist man in Gebhardshain froh, dass die entscheidende Arbeits- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) hinter der Sanierung steht. »Das Haus ist äußerst marode«, erklärte Konrad Schwan gestern im Gespräch mit der Siegener Zeitung. »Der Sanierungsbedarf ist unstrittig.«

Für die Ewigkeit scheint das 1965 gebaute Rathaus jedenfalls nicht geplant gewesen zu sein. Ellenlang nimmt sich die Mängelliste aus, die Martin Schäfer gestern erörterte. Völlig veraltet sind Heizung und Verkabelung des Hauses. Der Estrich ist kaputt, und mit dem Zahn der Zeit hat sich – wie die Gebhardshainer leidlich erfahren mussten – ein Schimmelpilz im Mauerwerk eingenistet. Eine Mitarbeiterin, die allergisch auf die Sporen reagiert, brachte den Stein ins Rollen, bei einer entsprechenden Untersuchung bestätigte sich dann der Verdacht.

»Riemchen« ständig feucht

Schäfer macht dafür in erster Linie die nassen Wände verantwortlich. Die wiederum leiden unter dem fehlenden Dachüberstand. Die Regenrinne – man mag es kaum glauben – verläuft auf der Hauptmauer und spendet schon bei mittelstarkem Regen ihr seliges Nass dem Mauerwerk. Besonders die »Riemchen«, Verblendungselemente im Mauerwerk, sind ständig feucht.

Über die Haustechnik hat man sich laut Konrad Schwan noch nicht konkret Gedanken gemacht. Doch eines steht fest: Bislang bekommt man im Rathaus eher Westerwälder Naturgewalten hautnah mit. Nicht nur die Kommunalpolitiker ziehen im Sitzungssaal an kalten Tagen ungern die Jacken aus. Durch die Einglasfenster pfeift der Wind so kalt, in den übrigen Gebäudeteilen gibt in diesen Jahren bereits die zweite Fenstergarnitur ihren »Geist« auf. Asbest im Dach und ein ungünstig eingebautes Stahlbetonskelett sind weitere Bausünden des 60er-Jahre-Hauses. Letztere reichen bis zu 5 Zentimeter über das Mauerwerk hinaus und »arbeiten« als Kältebrücke. Im Sommer, andererseits, vermisst man auf der Südseite einen Sonnenschutz. Weiterer Malus: Es existiert keinerlei Abschottung des Treppenhauses (heute erforderlich als Brandschutz).

Aluminium und gelber Putz

Der Entwurf aus Hachenburg sieht außen eine gut isolierte Fassade vor. Ebenerdig finden im Erdgeschoss des Anbaus ein modernes Bürgerbüro, ein Aufzug sowie behindertengerechte Toiletten Platz. Der Eingang wird um mehrere Meter verlegt, Anmeldung, Poststelle, Zentrale und Trauzimmer sind gleichfalls auf kurzen Wegen zu erreichen. Wider die »Klotzwirkung« die äußere Gestaltung des Baus. Der Architektenentwurf sieht bläuliche Aluminiumelemente und gelben Putz vor.

Was soll, was dürfen Umbau und Sanierung kosten? »Im Vorentwurf sind 2,2 Mill. e veranschlagt«, erläuterte der Bürgermeister. »Die reinen Baukosten belaufen sich auf 1,6 Millionen.«

Schwan möchte möglichst nicht in die Vorfinanzierung gehen. »Es kann sein, dass es über mehrere Jahre geht. 2005 gibt es frühestens Geld. Alles andere wäre eine faustdicke Überraschung«, so Schwan abschließend.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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