»Ein guter Tag für die Westerwald-Bahn«

1. Spatenstich für den neuen Betriebshof vollzogen/Investition in die Zukunftsfähigkeit

thor Bindweide. Für Horst Klein war es ein »wichtiger Tag«, Hans-Artur Bauckhage sprach von einem »guten Tag«, und auch von einem »besonderen Tag« war später noch öfters die Rede. Wie man es auch halten will, alle Bezeichnungen waren zu Recht gewählt. Mit dem 1. Spatenstich für den neuen Betriebshof wurde gestern im Steinebacher Ortsteil Bindweide so etwas wie die Voraussetzung für die weitere positive Entwicklung der Westerwald-Bahn geschaffen. In den nächsten zwei Jahren werden hier rund 6,7 Mill. Euro investiert, um das Verkehrsunternehmen fit für bestehende und künftige Aufgaben zu machen. Dass fast auf den Tag genau vor 90 Jahren mit dem Bau der Westerwald-Bahn begonnen wurde, passte dabei prima ins Bild. Allerdings hinken mittlerweile die Vergleiche. So erinnerte WW-Bahn-Geschäftsführer Horst Klein die zahlreich erschienen Gäste daran, dass man sich gerade in den vergangenen zehn Jahren von einem traditionellen Kleinbetrieb zu einem modernen Verkehrsunternehmen entwickelt habe. Zwar hält man in Bindweide die eigene Geschichte in Ehren, von mancher museumsreifer Anlage will man sich im Zuge des Neubaus aber dennoch trennen.

Stolz ist man auch in der Kreisverwaltung Altenkirchen auf die 100-prozentige Tochter. Landrat Dr. Alfred Beth freute sich aus drei »politischen Gründen« über den Spatenstich. So sei der Betriebshof strukturpolitisch zu begrüßen, werde doch so die wirtschaftliche Basis des Unternehmens Westerwald-Bahn gestärkt. Auch konjunkturpolitisch sei die Bedeutung nicht zu unterschätzen, sei doch in der heutigen Zeit eine Baumaßnahme dieser Größenordnung eher selten. Und nicht zuletzt, so Dr. Beth, werde dadurch auch ein verkehrspolitisches Signal für die Zukunft des ÖPNV in der Region gesetzt. An die Adresse Bauckhages gerichtet, wünschte sich der Landrat mehr »Anlässe dieser Art«, vielleicht auch im Straßenbau.

Ausstattung kontra Aufgaben

»Trotz ihres fortgeschrittenen Alters ist unsere Westerwald-Bahn springlebendig«, meinte 1. Kreisbeigeordneter Ottmar Haardt in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Der neue Betriebshof sei allerdings dringend erforderlich, stehe die Ausstattung doch in einem krassen Gegensatz zu den bevorstehenden Aufgaben. Vor allem in der Werkstatt herrschten »unhaltbare Zustände«. Den Mitarbeitern könne man für ihren Einsatz deshalb nur höchstes Lob zollen, so Haardt. Wirtschafts- und Verkehrsminister Bauckhage (»Ein guter Tag für die Westerwald-Bahn«) sah in dem Spatenstich die Fortschreibung einer »Erfolgsstory«. Die habe so richtig vor neun Jahren mit der Übernahme des Bahnangebots auf der Daadetal-Strecke begonnen. Und nun habe es die Westerwald-Bahn gemeinsam mit der Hessischen Landesbahn geschafft, den Zuschlag für 2,4 Millionen Bahnkilometer im Westerwald-Netz zu erhalten. »Das wird ebenfalls eine Erfolgsstory«, zeigte sich Bauckhage zuversichtlich, der den Betriebshof ebenfalls als wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung bezeichnete. »Wir brauchen moderne Verkehrsmittel, wenn wir erreichen wollen, dass der Umstieg von der Straße auf die Schiene besser wird.«

Und Bauckhage wäre nicht Bauckhage, würde er solch eine Gelegenheit ungenutzt lassen, um nicht auch ein bisschen Werbung in eigener Sache zu machen: Rheinland-Pfalz sei »das Vorzeigeland im SPNV und ÖPNV«. Damit spielte der Minister neben der großzügigen Förderung für den Betriebshof auch auf den Rheinland-Pfalz-Takt an, der nicht nur erhalten, sondern sogar noch ausgebaut werde.

Bald 4200 qm Nutzfläche

Auf nüchterne Zahlen beschränkte sich hingegen Hans-Georg Brass, dessen Betzdorfer Architektenbüro vor drei Jahren den Wettbewerb zur Konzeption des neuen Betriebshofs gewonnen hatte. In einem ersten Bauabschnitt entstehe eine Halle für zwölf Busse, dann würden die Wasch- und Reparaturstände gebaut, wobei man teilweise bestehende Gebäude nutze. Anschließend begebe man sich an die Außenanlagen, erklärte Brass. Bei einer gesamten Baumasse von 31000 Kubikmetern wächst die Nutzfläche von 3200 auf über 4200 Quadratmeter. 2005 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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