Eine Infusion fürs Niedermoor

Öko-Projekt der Caritas erhielt 73600 Euro Zuschuss/Mäharbeiten »Im Weidenbruch«

ruth Elkenroth. 73600 Euro Zuschuss erhält das Öko-Projekt des Caritas-Verbands Betzdorf für Maßnahmen im Naturschutz und in der Landespflege. Eine freudige Nachricht, die Robert Stüber, Referatsleiter der Landespflege von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD-Nord) in Koblenz, den Caritas-Machern gern selbst überbringen wollte. In diesen Tagen trafen sich daher Caritas-Geschäftsführer Rudolf Düber und Dr. Frank Wörner, Leiter des Öko-Projekts, mit dem Koblenzer am Niedermoor »Im Weidenbruch« bei Elkenroth, wo Jugendliche des Öko-Projekts gerade mit Mäharbeiten beschäftigt waren. Mit von der Partie war auch MdL Franz Schwarz, ein, wie Düber versicherte »unermüdlicher Fürsprecher im Mainzer Umweltministerium«.

Mittel gleichmäßig verteilen

Düber und Dr. Wörner nutzten die Anwesenheit von Robert Stüber, um dem Vertreter der SGD-Nord zu zeigen, wofür die Mittel aus Koblenz verwendet werden. Düber dankte Franz Schwarz noch einmal ausdrücklich für seine Unterstützung, der sich wiederholt mit Staatssekretär Hering in Verbindung gesetzt hat, um für das Öko-Projekt Mittel locker zu machen. »Damit ist das Öko-Projekt für dieses Jahr gesichert«, freute sich Düber. Robert Stüber betonte, es sei ein Anliegen der SGD-Nord, dass die Mittel möglichst gleichmäßig für die Pflege von Naturschutzgebieten eingesetzt werden.

Typische Moorfauna erhalten

Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation müsse man jedoch Schwerpunkte setzen, so Stüber. Ein Schwerpunkt sei eben der Weidenbruch, ein ehemaliges Niedermoor von einer Größe von 27 Hektar, das seit 1984 unter Naturschutz steht. Durch Versämung und das Einbringen von Grünschnitten und Gartenabfällen werde immer häufiger Samen der Herkulesstaude in das Gebiet gebracht, erläuterte Dr. Wörner. »Wenn wir hier nicht regelmäßig mähen würden, stünden hier in kürzester Zeit Birken und andere für das Niedermoor ,untypische’ Pflanzenarten. Die typische Moorfauna wäre in kürzester Zeit zerstört«, ist sich Dr. Wörner sicher.

Seltene Tier- und Pflanzenarten

Naturfreunde wissen die unbezahlbare Arbeit des Öko-Projekts zu schätzen. Im Weidenbruch finden sich seltene und geschützte Pflanzen wie zum Beispiel die Fadenbinse, der Sumpfwurz, Fieberklee, Arnika und Igelkolben. Brutvögel wie die Bekassine, der Raubwürger, Braunkehlchen, Wiesenpieper und Feldschwirl finden hier ideale Lebensbedingungen. Aber auch seltene Insekten wie der Große Heufalter, der Feuerfalter und die Große Pechlibelle sind hier beheimatet. »Das Moor beginnt sich ganz allmählich wieder zu regenerieren«, berichtete Dr. Wörner. »Biologen meinen damit einen Zeitraum von zehn bis über 100 Jahre oder mehrere Generationen«, fügte Wörner hinzu.

Gute Erfolgsaussichten

Bei all der Naturpflege vergaß Franz Schwarz nicht den eigentlichen Grund, warum das Öko-Projekt unterstützt wird. »Hier erhalten Jugendliche die Chance, wieder zu sich zu finden und sich ins Berufsleben einzugliedern. Das darf man nicht vergessen.« Die Erfolgsaussichten stehen zurzeit gut. Von dem derzeit laufenden Projekt verließen über die Hälfte der Jugendlichen die Arbeitsstelle, weil sie eine neue feste Anstellung gefunden haben, stellte Wörner erfreut fest. Das relativiere sich mit dem Beginn der schlechten Jahreszeit zwar wieder, doch langfristig können rund ein Drittel der Jugendlichen wieder ins Arbeitsleben vermittelt werden.

»Wir haben das Vehikel ,Naturschutz’ gewählt. Arbeitstugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit werden hier vermittelt«, so Wörner, sprach’s und stapfte wieder zurück ins Niedermoor.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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