Eine verbale Abfuhr für Skeptiker

Vereinsvertretertag des Fußballkreises Westerwald/Sieg:

Kreisvorsitzender Hees warb für Spielklassenreform / Nur 55 Vereine in Steineroth

ubau Steineroth. In erfreulicher Kürze ging am Freitagabend der Vereinsvertretertag des Fußballkreises Westerwald/Sieg über die Bühne. Die Beteiligung an der Veranstaltung, die von der SpVg Steineroth/Dauersberg ausgerichtet wurde, ließ allerdings einmal mehr zu wünschen übrig: Lediglich 55 Vereine (von insgesamt 140 im Kreis) waren im Steinerother Bürgerhaus durch Delegierte vertreten, um das abgelaufene Spieljahr noch einmal Revue passieren zu lassen, zugleich aber auch einen Blick nach vorn zu werfen.

Die wichtigste Neuerung für die nahe Zukunft wurde bekanntlich schon vor einem Jahr beim Verbandstag in Rennerod beschlossen: die Reform der Spielklassen (SZ berichtete). Sie beinhaltet den Wegfall der Landesligen ab dem 1. Juli 2003. Fortan lautet die »Zauberformel« im Fußballverband Rheinland (FVR) »1-3-9«. Will heißen: eine Oberliga, drei Verbandsligen und neun Bezirksligen. Die kommende Saison 2002/2003 dient somit als »Quali«-Runde.

»Keine Horror-Geschichten«

Skeptikern der Spielklassenreform erteilte der Kreisvorsitzende Friedel Hees (Weitefeld) eine verbale Abfuhr: »Wenn ich von einigen höre, dass deshalb im nächsten Jahr Horror-Geschichten auf die Vereine zukommen, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln.« Aus der Landesliga werden nur die beiden Letzten absteigen in die A-Kreisliga, während aus der Bezirksliga alle Teams ab Platz 7 den Gang in die oberste Kreisklasse antreten müssen. Aus der Kreisliga A müssen »im extremsten Fall« (Hees) fünf Mannschaften runter in die B-Kreisliga. Wie viele Vereine demnächst in der Kreisliga A spielen werden, ist derzeit noch offen und soll auf einem Staffeltag entschieden werden. Letztlich hängt es davon ab, wie viele Mannschaften von oben herunterkommen. Fest steht jedoch: Am Ende des dritten Jahres werden es 14 Mannschaften sein, denn diese Sollzahl hat der Fußballverband Rheinland offiziell vorgegeben.

Hees: »Alle Mitglieder melden«

Hees informierte ferner über das vom DFB aufgelegte Talentförderprogramm. Dem heimischen Fußballkreis wurden zwei Stützpunkte zugeteilt: Altenkirchen und Westerburg. Dort werden talentierte Nachwuchsspieler von kompetenten Trainern gecoacht. In Altenkirchen werden Sven Dietrich, Alexander Stahl und Günter Bauschert mit den kickenden Kids arbeiten, in Westerburg so kompetente Trainer wie Hansi Dahmes, Georg Esser und Egid Hannappel.

Ein Dorn im Auge war dem Kreisvorsitzenden Friedel Hees derweil die lax gehandhabte Mitgliedermeldung. Im Vergleich zum Vorjahr wies die Statistik für den Fußballkreis Westerwald/Sieg einen Rückgang um 700 Personen aus. Gleichwohl ist der heimische Kreis immer noch der mitgliederstärkste Kreis (27000) innerhalb des FVR. Hees appellierte an die Vereinsvertreter, alle Mitglieder zu melden, nicht nur die Aktiven - schließlich gehen dem Kreis (und letztlich auch den Vereinen) ansonsten Fördergelder unnötig »flöten«.

Eduard Schneider, erst kürzlich aus dem Quartier der deutschen Nationalmannschaft zurückgekehrter Vize-Präsident des FVR, lag indes vor allem die Werbung von ehrenamtlichen Mitarbeitern am Herzen. Um die Schwere dieser Aufgabe in der heutigen Zeit weiß er als FVR-Beauftragter für das Ehrenamt nur zu gut Bescheid: »Heutzutage ist es fast genauso schwer, Vereinsfunktionäre zu finden wie eine schlagkräftige Fußballmannschaft zu formen", so Schneider. Tipps gebe, so der Vize-Präsident des FVR, die Broschüre »Wie gewinne ich ehrenamtliche Mitarbeiter?«, die beim Verband angefordert werden könne.

Kooperation mit Schulen verbessern

Ferner informierte er über eine angestrebte Verbesserung der Kooperation zwischen den Fußballvereinen und den Schulen. Demnach sollen die Vereine ihre Übungsleiter in die Schulen entsenden, damit sie dort Fußball-»Unterricht« geben können. Jede genehmigte Kooperation solle gefördert werden, so Schneider. Der nächste Vereinsvertretertag findet in Norken statt. Der Staffeltag der Jugend ist für den 5. Juli in Nistertal angesetzt, der Staffeltag der Senioren ist indes noch nicht terminiert.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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