100 Jahre SV Hildburg
Erster Fußball sah aus wie eine Birne

Diese Sportkameraden gingen am 9. März 1952 für den SV „Hildburg“ auf Torejagd.
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  • Diese Sportkameraden gingen am 9. März 1952 für den SV „Hildburg“ auf Torejagd.
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dach Elkenroth.  „Ein Teil der Geschichte unseren schönes Heimatortes“: So nennt Günter Hüsch im Vorwort das, was er über insgesamt drei Jahre hinweg zusammengetragen hat, nämlich die Historie des Sportvereins „Hildburg“ Elkenroth. Das Ergebnis ist jetzt in Buchform erschienen, auf 101 Seiten.
Es hätte eigentlich eine Festschrift werden sollen, die das Jubiläumsjahr 2020 begleitet, samt Sportwoche, Spiel einer Traditionself und Festkommers. Daraus wurde bekanntlich nichts. Also wählte Hüsch nun die Form einer Chronik, was den Vorteil in sich trägt, deutlich ausführlicher berichten zu können.

Bei der Entstehungsgeschichte musste er sich allerdings auf die Überlieferungen innerhalb des Dorfes verlassen, da es keine schriftlichen Quellen hierzu gibt. 1920 soll jedenfalls eine Gruppe Männer unter Mithilfe von Lehrer Adam den Verein aus der Taufe gehoben haben. „Es ist davon auszugehen, dass man sich jungen Männern der Nachbardörfer verabredete und dann Fußball spielte“, schreibt Hüsch. Zu den Erzählungen dieser Zeit gehöre auch, schreibt der Autor, dass Schusterlehrling Leo Weller den ersten Ball hergestellt haben soll, der aber eher die Form einer Birne gehabt habe.

Sportliche Betätigung verboten

Zunächst firmierte man unter dem Dach des Jungmännervereins als DJK. 1934 allerdings, in der dunkelste Periode der deutschen Geschichte, wurden der DJK reichsweit jegliche sportliche Betätigung verboten. Kurz zuvor wurden die Sportfreunde Elkenroth gegründet, die zur neuen Heimat einige Hildburg-Kicker wurden. Krieg und Besatzung machten aber zunächst jegliche Vereinsaktivitäten zunichte. Im September 1945 kam es zur Neugründung, unter dem heutigen Namen SV „Hildburg“, benannt nach einer Befestigungsanlage zwischen Elkenroth und Dickendorf.

Es begann eine ruhmreiche Zeit für den Verein, der in zahlreichen sportlichen Erfolgen – vor allem in den 1960er Jahren – gipfelte. Es gelang beispielsweise der Aufstieg in die 1. Amateurklasse, der dritthöchsten Spielklasse der damaligen Zeit. Für das Heimspiel gegen den VfB Wissen in der Saison 1960/61 sind 3500 Zuschauer vermerkt, wohlgemerkt bei damals rund 1200 Einwohnern. Zu dieser Zeit gastierte auch der 1.FC Kaiserslautern zu einem zweiwöchigen Trainingslager in Elkenroth. Der spätere Bundesligist bestritt am 11. Juni 1961 ein Freundschaftsspiel gegen die Lokalmatadoren, das die Pfälzer mit 5:1 für sich entscheiden konnten.

Buch mit Anekdoten angereichert

Und so hat Günter Hüsch nicht bloß ein chronologisches Werk geschaffen, er hat das Buch mit zahlreichen Anekdoten angereichert, um möglichst jedem Interessierten Lesestoff zu bieten. So ist etwa nachzuvollziehen, dass beim 8:2-Erfolg über die SG 06 aus Betzdorf im Dezember 1964 gleich fünf Schneider-Brüder auf dem Platz standen – und für einen Großteil der Treffer verantwortlich zeigten.

Am 2. Weihnachtsfeiertag 1964 standen fünf Schneider-Brüder auf dem Platz.
  • Am 2. Weihnachtsfeiertag 1964 standen fünf Schneider-Brüder auf dem Platz.
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Oder dass der kürzlich verstorbene ehemalige Bundesliga-Schiedrichter Norbert Fuchs aus Herdorf in Elkenroth sein Debüt im Seniorenbereich bestritten hat. Im Januar 1954 pfiff er das Pokalderby gegen Weitefeld (3:3). Es geht aber immer wieder auch um Themen, die den ganzen Ort betreffen, etwa um die Frage, wem seinerzeit der Sportplatz gehörte: Den Waldinteressenten? Der DJK „Hildburg“? Der Kirchengemeinde? Oder doch der „weltlichen“ Gemeinde?

Resonanz überwältigend

Es werden zudem die Aspekte der Jugendarbeit, der „Alten Herren“ und auch die der übrigen Sportarten innerhalb des Sportvereins beleuchtet. Und so kann Günter Hüsch berichten: „Die Resonanz bisher war überwältigend.“

Exemplare der Chronik, die in einer Auflage von 300 Stück gedruckt worden ist, können bis Karfreitag, 2. April, bestellt werden bei Friedel Wisser per Tel. (0 27 47) 401 oder bei Andreas Hoffmann per WhatsApp an 01 51 / 18 43 46 13 oder per E-Mail an andreas.hoffmann@sv-hildburg.de. Die Bücher zum Preis von 10 Euro werden an Karsamstag zwischen 9 und 13 Uhr nach Hause geliefert.

Diese Sportkameraden gingen am 9. März 1952 für den SV „Hildburg“ auf Torejagd.
Am 2. Weihnachtsfeiertag 1964 standen fünf Schneider-Brüder auf dem Platz.
Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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