»Gekämpft, gehofft, gesiegt« Dominik starb in Mexiko

Krebskranker Junge aus Steinebach

Eltern erheben schwere Vorwürfe/Obduktion angeordnet

sz Steinebach. Der Kampf des kleinen Dominik Feld aus Steinebach ist zu Ende: Fern der Heimat ist der Neunjährige nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft am 1. November in Mexiko gestorben, nachdem er zuletzt offenbar in einer Klinik in Nordamerika behandelt worden war. Das Schicksal des krebskranken Dominik hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, nachdem sich die Eltern gegen eine klassische schulmedizinische Behandlung gewehrt und auf eine – höchst umstrittene – Alternative gesetzt hatten.

Im September 2002 hatte Dominik über Schmerzen im Bein geklagt, anschließend war bei ihm ein wucherndes Osteosarkom diagnostiziert worden. Der Tumor hatte bereits Metastasen in der Lunge gebildet.

Auf Dr. Rath vertraut

Frustriert von den schweren Nebenwirkungen der Onkologie und der Aussicht auf eine Amputation des Beines, wandten sich die Eltern den Behandlungsmethoden von Dr. Matthias Rath zu. Dieser verordnete Dominik eine so genannte Zellvital-Therapie. In medizinischen Fachkreisen genießt Dr. Rath allerdings einen sehr zweifelhaften Ruf. Der von den Niederlanden aus tätige Mediziner warb anschließend damit – u.a. in öffentlichen Veranstaltungen und im Internet –, Dominik mit seinen Methoden vom Krebs geheilt zu haben.

Die Eheleute Feld hatten zwischenzeitlich den Verein »Rettet Dominik« gegründet, der Spenden für die weitere Behandlung des Kindes sammelte und für die freie Therapiewahl bei Krebs eintrat. Als sich der Streit zuspitzte, hatte das Amtsgericht Betzdorf den Eheleuten zunächst das Sorgerecht entzogen, diese Entscheidung war allerdings später vom Oberlandesgericht Koblenz wieder aufgehoben worden.Nach ersten Hoffnungszeichen verschlechterte sich der Zustand des kleinen Steinebachers allerdings wieder. Nach mehreren Aufenthalten in deutschen Kliniken reiste die Familie Feld schließlich ins Ausland. Nach dem Tod ihres Sohnes haben sie auf der Homepage des Vereins (www.rettet-dominik.de) eine Stellungnahme veröffentlicht. Dort heißt es unter der Überschrift »Gekämpft, gehofft, gesiegt«: »Am 1. November ist unser kleiner Dominik den schweren Verletzungen erlegen, die ihm während der mehrmonatigen Odyssee durch deutsche Krankenhäuser zugefügt worden waren…Unser Sohn Dominik hat sein Ziel erreicht. Ganz geheilt und unerreichbar für die, die ihm auf Erden keine Heilung geben wollten, lebt er jetzt im Frieden Gottes.« Erst im Ausland habe Dominik den Zuspruch erfahren, der ihm in Deutschland verwehrt worden sei.

»Haben das Richtige getan«

»Wir sind überzeugt, dass wir das Richtige für unseren Jungen getan haben, wissen wir doch, dass Dominik längst gestorben wäre, wenn wir auf die Behandlung der Schulmedizin, also auf eine Chemotherapie, vertraut hätten«, schreiben die Eltern. Im Internet ist auch die Stellungnahme eines »Facharztes« mit Namen Dr. Gerd Hadrich zu sehen, der »mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit« als Todesursache ein Herzversagen infolge eines Pericad-Ergusses in der Lunge ansieht.

Leichnam beschlagnahmt

Gestern haben Gerichtsmediziner in Mainz die Leiche von Dominik obduziert. Damit soll geklärt werden, ob der Neunjährige eines natürlichen oder unnatürlichen Todes starb, teilte die Koblenzer Staatsanwaltschaft mit. Das endgültige Obduktionsergebnis mit gesicherten Erkenntnissen liege aber erst in mehreren Wochen vor. Die Ermittlungen zur Todesursache richten sich laut Staatsanwaltschaft nicht gegen die Eltern, Ärzte oder andere Menschen. Am Montag war der im Flugzeug überführte Leichnam auf dem Frankfurter Flughafen beschlagnahmt worden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen