Grube »Bindweide« bleibt Besuchermagnet

20-jähriges Bestehen gebührend gefeiert/300000. Besucher wird bereits in Kürze erwartet

kata Steinebach. Mit einem »Tag der offenen Tür« wurde am Sonntag in Steinebach das 20-jährige Bestehen des Besucherbergwerks »Grube Bindweide« gefeiert. Der Förderverein des Bergwerks und der Kirchbauverein der St.-Barbarakirche, die in der ehemaligen Grubenschmiede untergebracht ist und vor 45 Jahren geweiht wurde, hatten sich zusammen getan, um beide Geburtstage gemeinsam zu feiern.

Die Festlichkeiten begannen bereits am frühen Morgen mit einem feierlichen Gottesdienst im Freien, der von Pastor Rudolf Reuschenbach gehalten wurde. Auf dem Festgelände vor dem Besucherbergwerk sorgten anschließend der Musikverein Steinebach, der Spielmannszug Steinebach sowie der MGV »Eintracht« und die Bindweider Bergkapelle für musikalische Unterhaltung.

Außerdem hatten die Besucher auch die Möglichkeit, das ehemalige Bergwerk, das vor 75 Jahren stillgelegt wurde, zu besichtigen. Dieses war in seiner Blütezeit in den 1880er Jahren der größte Arbeitgeber im Gebhardshainer Land. In den Spitzenzeiten waren hier bis zu 900 Menschen beschäftigt und es wurden rund 10000 Tonnen Roherz pro Monat gefördert.

Nachdem die Förderung von Eisenerz im Zuge der Weltwirtschaftskrise 1931 eingestellt wurde, lag das Bergwerk rund 50 Jahre brach und wurde lediglich im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker benutzt. Anfang der 80er Jahre kam dann die Idee auf, die Grube als Besucherbergwerk wieder befahrbar zu machen. Dafür waren allerdings umfangreiche Sanierungsarbeiten auf der 1,3 Kilometer langen Strecke notwendig. Unter anderem mussten die zum Teil zugeschütteten Stollen wieder frei geräumt und die Schienen der Grubenbahn neu verlegt werden.

Zu den Initiatoren der ersten Stunde zählt auch Hans Böhmer, der heute noch Besuchergruppen durch die Grube »Bindweide« führt und den Leuten aus eigener Erfahrung vom harten Arbeitsalltag der Bergleute erzählen kann. Er selbst hatte schon als 13-jähriger Junge im Füsseberger Bergwerk unter Tage gearbeitet.

Heute führt er Besucher durch den Bindweider Stollen und demonstriert anhand von erhalten gebliebenen Bohrhämmern im Maschinenraum des Bergwerks, welchem Lärm die Knappen früher ausgesetzt waren. »Besonders die Kinder sind begeistert, wenn sie die Geräte einmal selber ausprobieren dürfen. Auf diese Weise versuche ich, ihnen so anschaulich wie möglich etwas über den Bergbau zu vermitteln«, so Böhmer.

Bürgermeister Konrad Schwan ist stolz auf das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Fördervereins, die sich für den Erhalt der historisch bedeutsamen Anlage einsetzen, und freut sich über den anhaltenden Erfolg des Besucherbergwerks. »Die Grube ,Bindweide’ ist sicherlich eine der wichtigsten Touristenattraktionen in der Region. Dies wird auch dadurch deutlich, dass wir in den nächsten Wochen bereits den 300000. Besucher begrüßen dürfen.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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