Investition in die Zukunft

Neuer Betriebshof der Westerwaldbahn gestern feierlich eingeweiht

damo Steinebach. Markus Schuster brachte es auf den Punkt: »Das Unternehmen ist gewachsen, aber der Betriebshof nicht.« Schuster muss es wissen, schließlich ist er als Betriebsratsvorsitzender in der Anlage der kreiseigenen Westerwaldbahn beschäftigt. Und er dürfte mutmaßlich schon häufig mit seinen Kollegen über die unzureichende technische und räumliche Ausstattung sowie eklatante Mängel im Arbeitsschutz diskutiert haben. Der alte Betriebshof mutete nämlich an wie ein Ausstellungsraum in einem Technik-Museum – bloß bei weitem nicht so gepflegt. Die Zeiten des Behelfs sind aber jetzt vorbei: Das Millionenprojekt Betriebshof ist abgeschlossen; gestern wurde das Bauwerk feierlich eingeweiht.

Kein Wunder also, dass Betriebsleiter Horst Klein trotz eines lädierten Arms ein strahlendes Lächeln zur Schau trug. Er bezeichnete den neuen Betriebshof als »neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Westerwaldbahn«. In den neuen Hallen, die knapp 6 Mill. Euro gekostet haben, kann die Westerwaldbahn künftig alle Reparatur- und Wartungsarbeiten an Schienen- und Straßenfahrzeugen in Eigenregie ausführen – und zwar in einem Umfeld, das modernen Ansprüchen genügen dürfte.

Von der ersten Grundsteinlegung – damals hinter dem Steuer eines Baggers – bis zur Fertigstellung hat Verkehrsminister Hans-Artur Bauckhage das Projekt begleitet, und so hielt der Daadener die Festrede. Er bezeichnete den »modernen und leistungsfähigen Betriebshof« als »wichtigen Meilenstein«. Bauckhage ging in seiner Rede auf die Expansion der Westerwaldbahn ein und griff beispielsweise das Erfolgsmodell Daadetalbahn auf. Nur: Während die Westerwaldbahn ihr Streckennetz und ihren Fahrzeugpark kontinuierlich vergrößert habe, sei der Betriebshof schlicht nicht mehr entsprechend dimensioniert und ausgestattet gewesen.

Was die Finanzierung betrifft, ließ Bauckhage durchblicken, dass die Westerwaldbahn Glück gehabt habe: »Heutzutage wäre eine solche Unterstützung kaum mehr möglich«, meinte der Minister und verwies darauf, dass das Land rund 2,7 Mill. Euro zum Bau beigesteuert habe.

Auch der Kreis hat seinen Teil zum Bau beigetragen, sagte Landrat Dr. Alfred Beth und nannte Aktienerträge und eine Bürgschaft. Es freue ihn, dass mit der Investition der Standort Bindweide (mit über 50 Arbeitsplätzen) und das kreiseigene Unternehmen gestärkt werden – aber zugleich hatte Beth einen deutlichen Appell in seine Rede eingearbeitet: »Die Westerwaldbahn ist eine geschätzte Tochter des Kreises, aber auch geschätzte Töchter sollten nicht auf Dauer an der Nabelschnur hängen«, meinte der Landrat. Er zeigte sich aber zugleich optimistisch, dass es der Westerwaldbahn gelingen werde, aus eigener Kraft und mit Kooperationspartner die Weichen erfolgversprechend zu stellen. In diese Kerbe schlug auch der zuständige Kreisbeigeordnete Ottmar Haardt: »Ich sehe die Westerwaldbahn für die Zukunft gut aufgestellt.«

In dieses Bild passt, dass Minister Bauckhage eine erfreuliche Entscheidung vorlegen konnte: Er signalisierte die Bereitschaft des Landes, die notwendigen Investitionen abzusichern, die für die Übernahme und Aufarbeitung der Strecke Altenkirchen-Selters durch die Westerwaldbahn notwendig sind. Das Betreiben dieser Strecke bewertete Bauckhage als wichtige Infrastrukturmaßnahme für den Westerwald. Sollten bei diesem neuen Projekt zusätzliche Wagen eingesetzt werden, dürfte das kein Problem sein: Der Betriebshof der Westerwaldbahn ist ja schließlich jetzt auf dem neuesten Stand.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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