Lieber: »Ich fühlte mich getragen«

Kandidaten lobten fairen Umgang miteinander / Rosenbauer mit Wahlabend sehr zufrieden

goeb Gebhardshain. Bedenken und Träger von Bedenken, man könne eine so große Veranstaltung wie die Abstimmung der CDU-Mitglieder des Kreises nicht organisieren, hatte es im Vorfeld der Kandidatenentscheidung zum Amt des Landrates 2006 in der Sporthalle Gebhardshain auch gegeben. Sicherlich war ein »Knackpunkt« die Ungewissheit darüber gewesen, wie viele Mitglieder zur Abstimmung erscheinen würden. Denn § 54 der Vertreterversammlung legt fest, dass eine solche Versammlung beschlussfähig ist, egal wie viele Teilnehmer erscheinen. Das hätte im Falle leerer Reihen einen schiefen Eindruck hinterlassen.

Akteure des Abends

Tatsächlich trat aber das Gegenteil ein. 732 Mitglieder reisten an, und dieser Umstand belehrte wohl auch die Zweifler eines Besseren. Am Tag nach der Kandidatenkür sprach die Siegener Zeitung mit einigen der Akteure des Abends.

Der Kreisvorsitzende der CDU, Dr. Josef Rosenbauer, war mit dem Ablauf der Meinungsbefragung am Dienstag sehr zufrieden. »Alle Beteiligten zeigten sich sehr diszipliniert«, resümierte er. Zunächst einmal hatte die Identität der Gäste festgestellt werden müssen. Stimmberechtigt war, wer 18 Jahre alt ist und mindestens drei Monate Mitglied der CDU. Dann musste man sich in die Listen eintragen und erhielt eine Stimmberechtigungskarte. Die Karten wurden trotz der geheimen Wahl am Ende rasch ausgezählt.

Abstand hättes falsches Bild abgegeben

Rosenbauer hatte sowohl Wagener als auch Lieber, beide Volljuristen, beide mit langjähriger Politik- und Verwaltungserfahrung, als Top-Kandidaten angekündigt. »Es war ein fairer Austausch, die Art der Vorstellung hat mir persönlich gut gefallen«, so Rosenbauer, der wiederholt von Basisdemokratie sprach. Auch mit dem Ergebnis zeigte er sich zufrieden. »Wenn der Abstand zwischen den beiden zu groß ausgefallen wäre, hätte das den Unterlegenen deklassiert, und dies hätte ein falsches Bild abgegeben. Beide sind für das Amt qualifiziert.« Dass seitens der Kirchener CDU relativ wenige nach Gebhardshain gekommen waren, wollte Rosenbauer nicht kommentieren.

»Aus Situation das Beste gemacht«

»Ich hätt’s gern gewonnen, aber es ist eben anders gekommen«, resümierte gestern Morgen Michael Wagener den Vorabend. Es sei schwer gewesen, in Anbetracht der ausgesprochenen Empfehlungen der Oberkreis-Verbände Boden gut zu machen. »Aus der Situation haben wir das Beste gemacht, es war dann doch knapper als gedacht. Ich war mehr als überwältigt von dem Zuspruch, den ich erlebt habe. Andererseits war bei manchen Weggefährten ein Zwiespalt spürbar. Die sagten mir ganz offen: Wir gönnen dir das, aber du hast auch hier (in Wissen, Anm. der Redaktion) eine wichtige Aufgabe.«

»Man wird älter, reifer, souveräner«

Wagener lobte den fairen Umgang miteinander. »Wir hatten verabredet: Wenn sich einer ungerecht behandelt fühlt, dann ruft er den anderen an«, so der Wissener. Das sei nicht nötig gewesen. Mit Niederlagen gehe er heute besser um als früher, räumte er ein. »Man wird älter, reifer und souveräner.« Als erstes sei er am Morgen durch »seinen« Bahnhof gegangen, erzählte er. Und schließlich: In Wissen sei noch jede Menge zu tun. An Herausforderungen fehle es ihm nicht.

Wo blieben die Kirchener?

Michael Lieber sprach am Nachmittag »von einem guten Abend für die CDU«. Auch er lobte den fairen Umgang unter den beiden Parteifreunden. Natürlich sei das Ergebnis auch für ihn persönlich erfreulich gewesen. »Man hat immer einen Kreis von Leuten, von denen man weiß, die kommen auf jeden Fall und unterstützen dich«, so Lieber. Von Rechenexempeln halte er eigentlich nichts, »aber wir haben im Vorfeld natürlich geschätzt und über den Daumen gepeilt: 350 müssen es sein.« Von der Kirchener Beteiligung sei auch er ein wenig überrascht gewesen, bekannte Lieber. Letztlich hätten die Betzdorfer aber den Ausschlag gegeben. 215 CDUler reisten aus der Sieg-Heller-Stadt und Umgebung an. Lieber abschlie#DFend: »Ich fühlte mich getragen.«

Vergleich mit den Sportfreunden

Die Sozialdemokraten waren von Liebers Sieg nicht überrascht. »Wir hatten es erwartet«, kommentierte Kreisvorsitzender Horst Klein. Am 19. November auf der Kreiskonferenz wolle die SPD ihren Kandidaten öffentlich vorstellen (Anm. d. Redaktion: Zum Zeitpunkt des Gesprächs war die Identität des Kandidaten noch ein wohl gehütetes Geheimnis, vgl. SZ-Bericht auf S.9). Klein sagte, die SPD wolle die Herausforderung annehmen. »Wer nicht kämpft, hat schon verloren, wer kämpft hat alle Chancen. Wer hätte gedacht, dass die Sportfreunde Siegen Tabellenführer Bochum 3:0 schlagen?«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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