Melissa schaut manchmal zum Licht

Neunjährige leidet unter »Cepheralem Krampfleiden« / Delfin-Therapie könnte dem Kind helfen

goeb Fensdorf. »Es ist wirklich beeindruckend, wie sehr die Menschen hier Anteil nehmen.« Jutta Bachem ist Mutter von Melissa, neun Jahre. Doch anders als andere Kinder in ihrem Alter bekommt Melissa Brei und Flasche, trägt Pampers, sitzt im Rollstuhl und ist seit ihrer Geburt gehirnblind. Auch kann sie nicht sprechen, wohl ein paar Worte verstehen. Was mit dem hübschen Mädchen bei der Geburt geschehen ist, wissen die Bachems bis heute nicht. Eine unschöne gerichtliche Auseinandersetzung hat es damals gegeben, mit Gutachtern und Gutachten. »Gebracht hat das alles nichts«, weiß Jutta Bachem heute. »Man fühlt sich manchmal wie ein winziges Rädchen im System.«

Vieles erlebt und durchgemacht

Mit ihrer geistig wie körperlich behinderten Tochter haben die Bachems vieles erlebt und durchgemacht. »Ich könnte ein Buch darüber schreiben«, entgegnet die Mutter, seit 13 Jahren in dem kleinen Ort Fensdorf im Gebhardshainer Land ansässig. »Cepherales Krampfleiden« heißt die unsichere Diagnose ihrer Tochter, ein Geburtsschaden womöglich.

Anfangs war das große Kind (4200 Gramm) wie andere Babys auch, doch schon bald tauchten Merkwürdigkeiten auf. Drei Wochen nach der Geburt bekam Melissa ihren ersten epileptischen Anfall. »Wir dachten damals, wir würden sie verlieren. Sie lief darunter ganz blau an.« Schon vorher war der Mutter aufgefallen: »Wenn sie auf dem Bauch lag, nach zwei Tagen, stemmte sie sich vom Boden ab. Das ist für Kinder in dem Alter ja ganz untypisch.«

Ferien zu Hause

Melissa besucht heute die Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Neuwied, 3. Klasse. Dort ist sie auch während der Woche, nach Fensdorf wird sie am Wochenende gebracht – und natürlich verbringt sie die Ferien zu Hause. »Sie erkennt meine Stimme schon, wenn sie noch im Bus sitzt«, weiß die Mutter. Auch die von Papa und Bruder Maximilian.

Melissa mag Tiere gern

Seit kurzem sitzt Melissa auch mit einer Reitlehrerin auf dem Pferd. Dann sind ihre Muskeln so locker wie sonst nie, haben sie beobachtet. »Letzten Samstag saß sie ganz gerade auf dem Pferd«, erzählt die Mutter begeistert. Überhaupt mag Melissa Tiere gern. Oft kuschelt die Kleine mit ihrem Stallhasen.

Lange Zeit stocherten die Ärzte im Dunkeln. Die Horst-Schmidt-Klinik in Wiesbaden behandelte sie, sie besuchte später einen integrierten Kindergarten in Höhn bei Bad Marienberg. Integrieren möchte Melissa auch der Pastor im Ort. Nächstes Jahr soll sie mit zur Kommunion gehen.

Fahrt durch den Wald

Die Hoffnung, dass sich ihr Zustand verbessert, haben die Bachems nie aufgegeben. »Wenn wir an einem sonnigen Tag mit ihr durch den Wald fahren«, beschreibt Jutta Bachem, »dann habe ich den Eindruck, dass sie die Lichtpunkte doch sehen kann. Sie schaut zum Licht«. Die Bachems sind optimistisch, dass Melissa eine Delfin-Therapie, wie sie auch andere behinderte Kinder im Kreis schon erlebt haben, helfen könnte. Ein Therapeut aus Würzburg hat sie dazu ermuntert, entsprechende Berichte aus den Fachmedien sind vielversprechend. Allerdings: über 12000 Euro kostet die Behandlung mit den Delfinen und geschultem Personal in den USA. Das übersteigt die Möglichkeiten der Bachems.

Spenden können helfen

5400 Euro haben die Nachbarn schon zusammengetragen – In Form von Dorffest, Kinderbasar und Straßencafé. Vielleicht kann Melissa ja 2006 nicht nur zur Kommunion gehen, sondern auch zur Delfintherapie. Spenden kann man unter dem Stichwort »Melissa Bachem« bei der Kreissparkasse Altenkirchen, BLZ: 57351030, Kto.-Nr.: 11000015 oder bei der Volkbank Gebhardshain, BLZ: 57361476, Kto.-Nr.: 100060.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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