Grube Bindweide wieder geöffnet
Neue Exponate zum Saisonauftakt

Ein Scheunenfund als imposante Bereicherung. Arthur Groß (l.) und Peter Thönig freuen sich über den für Demonstrationszwecke installierten Blasebalg, der am Samstag erstmals öffentlich vorgeführt wurde.
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  • Ein Scheunenfund als imposante Bereicherung. Arthur Groß (l.) und Peter Thönig freuen sich über den für Demonstrationszwecke installierten Blasebalg, der am Samstag erstmals öffentlich vorgeführt wurde.
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rai Steinebach. Lokführer Lenard Moll betätigt die Glocke. Die Grubenbahn verschwindet im Stollenmund: Seit Samstag können Besucher wieder in das Besucherbergwerk Bindweide einfahren. Die Fahrgastzahl ist begrenzt, der Zuspruch gut.

Es sei ein denkwürdiges Jahr, sagte Joachim Weger, der mit Verbandsgemeindebeigeordnetem Joachim Brenner die Saison eröffnete. „Vor 35 Jahren wurde das Besucherbergwerk eröffnet“, sagte Gästeführer Weger. Er erinnerte sich an die erste Gruppe, mit der er einfuhr: Ordensschwestern. Es war gar nicht so einfach, den Haardutt unter den Helm zu bekommen, schmunzelte er.

"Bei ausgeschaltetem elektrischen
Licht würde dies die Atmopshäre
des Echtbetriebes eines Bergwerks
in die Gegenwart holen."

Joachim Weger
Gästeführer

Heute, 35 Jahre später, ist der 72-Jährige immer noch dabei. Jährlich viele tausend Male hat es immer mit dem Helm geklappt. Vor der Pandemie waren es zuletzt 5615 Besucher – 2020 nur 1526.
Peter Thönig, für die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain für die Betriebsführung zuständig, freute sich darüber, wie es sich am Wochenende anließ: Die begrenzten Kapazitäten waren voll ausgeschöpft. Kitas, Schulklassen und Freizeiten sind auch schon angemeldet. Diese werden auch die Schmiede zu sehen bekommen, in der am Samstag der gelernte Schmied Arthur Groß das glühende Eisen bearbeitete. Für zwei Kinder, die zu den ersten Gäste gehörten, schmiedete er Herzen und schenkte sie den beiden.

Funktionen des Blasebalgs

Bevor elektrische Gebläse mit ihrem Wind das Schmiedefeuer anfachten, übernahm diese Aufgabe ein handbetriebener Blasebalg. Wie dieser funktioniert, das wird fortan nun an der Schmiede demonstriert. Der Balg ist ein Scheunenfund aus Mündersbach im Westerwaldkreis, so Thönig. Der Finder vermachte den Fund. Nachdem dieser nach Steinebach transportiert worden war, bereitete Groß den anderthalb Meter langen Windmacher auf. Der Förderverein übernahm die Kosten. Das gut erhaltene Exemplar wurde unter dem Vordach der Schmiede montiert. Über ein Kupferrohr können die Gäste den Luftzug spüren.

Mit dem Saisonauftakt kann dies gezeigt und auch wieder die Glocke am Stollenmund betätigt werden. Der Weg zur Grubenbahn führt an einer alten Registrierkasse vorbei. Im Krupp’schen Konsum in Steinebach, der hinter der Schmiede – heute St.-Barbara-Kirche – lag, erfasste diese Registrierkasse die Einkäufe der Bergmannsfamilien. Dieses Exemplar wurde, wie der Blasebalg, dem Besucherbergwerk geschenkt, berichtete Thönig.

Nachgefragte Fototour unter Tage

Ausblickend wurde berichtet, dass man gerne wieder die oft nachgefragte Fototour unter Tage anbieten möchte. Angedacht ist auch eine Führung mit Karbidlampen, so Moll, und Weger ergänzte: „Bei ausgeschaltetem elektrischen Licht würde dies die Atmopshäre des Echtbetriebes eines Bergwerks in die Gegenwart holen.“

Diese dekorative Registrierkasse stand einst im Krupp’schen Konsum.
  • Diese dekorative Registrierkasse stand einst im Krupp’schen Konsum.
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Auch an der Schmiede gibt es Überlegungen, die Attraktivität zu steigern. Als Stichworte nannte Thönig Schmiedeworkshops und Familienschmieden.

Öffnungszeiten der Bindweide: mittwochs, samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Wer sicher einen Platz in der Grubenbahn haben möchte, sollte sich anmelden. Es sind Sonderführungen möglich. Weitere Infos, auch zu den Angeboten im Heilstollen, gibt es unter www.bindweide.de im Internet.

Ein Scheunenfund als imposante Bereicherung. Arthur Groß (l.) und Peter Thönig freuen sich über den für Demonstrationszwecke installierten Blasebalg, der am Samstag erstmals öffentlich vorgeführt wurde.
Diese dekorative Registrierkasse stand einst im Krupp’schen Konsum.
Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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