»Rennstrecke statt grüner Ortsrand«

Bürgerinitiative will Westumgehung Steineroths verhindern / Protestkundgebung

Steineroth. Etwa 40 Steinerother Bürger kamen am vergangenen Samstag auf Einladung der im Oktober gegründeten Bürgerinitiative »Steinerother Kopf« in der Dorfmitte zu einer Protestkundgebung zusammen. »Keine Umgehung West« – lautete das Motto, das auf einem entrollten Transparent zu lesen war.

BI-Sprecher Bernd Best äußerte sich zu den Zielen der Bürgerinitiative: Demnach gelte der Verhinderung der vom Straßen- und Verkehrsamt Koblenz derzeit geplanten Westumgehung des Ortes die oberste Priorität. »Und zwar unabhängig von etwaigen topographischen Abrückungen – jedweder Größe – des Straßenverlaufs zur Ortschaft Steineroth.« Außerdem solle der Umweltschutz gefördert werden.

Best: »Wir wollen mit diesem Transparent unser klares Nein zu der geplanten Umgehung öffentlich machen. Öffentlichkeit ist hier bitter nötig, sonst macht man, wie bereits schon einmal geschehen, aus unseren Bedenken und Protesten klammheimlich eine Zustimmung.«

Der Zusammenschluss von Bürgern kritisiert, dass es keine seriösen Abstände der geplanten Westumgehung zu bislang ruhigen Wohngebieten gebe. Im Gegenteil: die Westumgehung schnüre Dreiviertel des Dorfes ein und belaste, anstatt zu entlasten, mit ihrem Verlauf nur andere Bürger, so der Sprecher weiter.

Befürchtet wird ferner die unwiederbringliche Zerstörung von drei Naherholungsgebieten: am Fuß des Steinerother Kopfes, auf dem offenen »Gäulfeld« und auf der Kohlhardt zwischen Dauersberg und Steineroth. Da in Steineroth Westwind vorherrsche, seien Emissionsbelastungen für den gesamten Ort zu erwarten. Laut Best wendeten sich selbst Bürger, die an der L 281 und L288 wohnten, von der geplanten Lösung Westumgehung ab, obwohl diese ja eigentlich entlastet werden sollen.

Andere Teilnehmer der Kundgebung artikulierten ihre Befürchtungen ebenfalls. So sei die Umgehung nicht allein eine Angelegenheit Steineroths, hieß es. Betzdorf betreibe bereits ein Gewerbegebiet vor der Haustür und plane dessen gravierende Erweiterung. Die Westumgehung solle offenbar die erforderliche Verkehrsanbindung dafür liefern.

Eine weitere Stimme: »Ich wohne hier seit 30 Jahren direkt an der Hauptstraße. Klar, das ist nicht immer schön. Aber warum auf einmal das halbe Dorf mit einer dreispurigen Schnellstraße eingerahmt werden soll, verstehe ich wirklich nicht. Mit der geplanten Westumgehung wird das Problem doch nur verlagert. Es wäre sinnvoller, erst einmal über Verbesserungen hier direkt an der Straße nachzudenken.« Ein anderer Teilnehmer sagte, er befürchte, dass sich der grüne Ortsrand Steineroths bald in eine Rennstrecke verwandele. Auch er plädiere dafür, die vorhandene Straße sicherer zu machen.

goeb

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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