Schulträger kümmert sich selbst um Versorgung
Schnelltsets für alle

Die Drittklässler Jonah (M.) und Pascal (r.) nehmen sich selbst einen Nasenabstrich für den Schnelltest. Lehrerin Stefanie Peter macht es vor.
  • Die Drittklässler Jonah (M.) und Pascal (r.) nehmen sich selbst einen Nasenabstrich für den Schnelltest. Lehrerin Stefanie Peter macht es vor.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Marc Thomas

rai Scheuerfeld. „Das war kitzelig“: Der achtjährige Pascal und der neunjährige Jonah hatten sich ein Wattestäbchen in beide Nasenlöcher gesteckt und gedreht. Lehrerin Stefanie Peter machte es vor. Die Watte kam in ein Röhrchen mit einer Flüssigkeit, vier Tropfen davon brauchte es für den Schnelltest. Nach etwas Geduld ist nur der obligatorische Teststrich zu sehen. Alles ist gut. Diese Szene wiederholte sich in allen Klassen der Kolbe-Grundschule.

Das Heft – oder besser den Schnelltest – hatte die Kommune als Schulträger selbst in die Hand genommen: Sie besorgte die Tests kurzfristig, und am Freitag, 26. März, können sich Schüler, Bedienstete und Lehrerinnen zum dritten Mal in dieser Woche freiwillig testen lassen.

Wohl war es Ortsbürgermeister Harald Dohm aufgrund der Inzidenzwerte im Landkreis nicht, als es hieß, dass die Schulen für eine Woche wieder öffnen sollen – vor den Ferien. Bei einem Inzidenzwert von 130 zu schließen, aber bei 180 zu öffnen, das ist für ihn nicht nachvollziehbar. Er sei enttäuscht, habe er doch gedacht, dass das Land die Durchführung von Schnelltests ermögliche. „Dann muss es wenigstens der Träger machen.“ Man wolle Sicherheit und Vertrauen schaffen. Die 200 Tests haben einen Gegenwert von 1500 Euro. Die Hälfte der Kosten übernimmt Schäfer Haustechnik. Mediziner Henning Weil aus der örtlichen Gemeinschaftspraxis sagte zu, die Lehrerinnen einzuweisen.

Bemühen der Kommune begrüßt

Problematisch sei gewesen, dass man von der Entscheidung überrascht worden sei. Die Sets mussten zunächst organisiert werden, sodass erst am Dienstag getestet werden konnte. Von den Eltern, die über den freiwilligen Test aufgeklärt wurden, sei das Bemühen der Kommune begrüßt worden: „Die Eltern sind erleichtert.“ An der Schule sind 40 Schüler beurlaubt, deren Eltern entschieden haben, ihre Kinder nicht zu schicken. Von den 60, die unterrichtet werden, ließen sich am Donnerstag mehr als 60 Prozent freiwillig testen.

Einige Eltern, die dem Test nicht zustimmen, begründeten ihre Entscheidung damit, dass der Abstrich in der Nase sehr unangenehm sein könnte, so die Leiterin. Sie wollen ihre Kinder nicht stressen. „Die Mehrheit ist dankbar, weil es ein sicheres Gefühl gibt.“ Sinn sei es, Infizierte herauszufiltern, bevor andere angesteckt werden. Bei einem positiven Testergebnis muss der- oder diejenige die Schule sofort verlassen und sich in häusliche Isolation begeben; die Eltern müssen unverzüglich das Gesundheitsamt informieren. „Wir wollen ein Zeichen setzten, es geht nur über das Testen.“

Schnelltests an Schulen

Für April habe das Land Schnelltests an den Schulen angekündigt. Sollte nach den Ferien noch nichts bereit gestellt werden, will Scheuerfeld selbst weitermachen. Ziel ist es, jedem, der möchte, wöchentlich einen Test anzubieten. Drei Firmen wollen das unterstützen, dankte Ortsbürgermeister Dohm. So können drei Wochen überbrückt werden.

„Man schützt nicht sich selbst, sondern andere“, sagte Stefanie Peter: „Nach dem Test gibt es für die Kinder etwas Süßes.“

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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