»Uns geht es noch nicht so wie dem BVB«

Gebhardshain kann grundsoliden Haushalt vorweisen

thor Gebhardshain. Es gibt sie noch, die Oasen der kleinen Wirtschaftswunder, wo man sich tapfer gegen die zunehmende Verzagtheit und die finanzielle Ausweglosigkeit wehrt. Und man muss nicht einmal in wirtschaftsstarke Ballungszentren fahren, um solch eine Oase zu entdecken, liegt doch eine direkt vor der Haustür – in Gebhardshain. Dort präsentierte gestern Abend Ortsbürgermeister Heiner Kölzer dem Rat einen grundsoliden Haushalt vor, der in Zeiten wie diesen wahrlich Seltenheitswert besitzt. Der Etat ist nicht nur ausgeglichen, die Gemeinde wird in diesem Jahr auch noch kräftig investieren. »Uns geht es noch nicht so wie dem BVB«, meinte Kölzer in maßloser Untertreibung der eigenen Stärke.

Im Verwaltungshaushalt belaufen sich die Einnahmen und Ausgaben auf 1,3 Mill. Euro, das Volumen des Vermögenshaushalt liegt bei erstaunlichen 600000 Euro – nochmals ein Plus von 104000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Doch damit nicht genug: Gebhardshain verfügt sogar noch über eine freie Finanzspitze von 5000 Euro und Rücklagen in Höhe von 119000 Euro. Zahlen, von denen die meisten Ortsbürgermeister in Land und Kreis nur träumen können. So verwundert es nicht, dass die Gemeinde auch die höchste Steuerkraft im Gebhardshainer Land besitzt, was allerdings auch dazu führt, dass man bei den Umlagen an Kreis und Verbandsgemeinde mit 700000 Euro ganz vorn dabei ist.

Noch drücken 1,4 Mill. Euro Schulden

Der einzige Wermutstropfen für Kölzer: Nach wie vor steht man mit etwas über 1,4 Mill. Euro in der Kreide, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 732 Euro entspricht. Allein 72000 Euro muss die Gemeinde 2005 an Zinsen zahlen. Neue Kredite sind nicht vorgesehen, so dass die Tilgung weiter planmäßig verläuft. Der Ortsbürgermeister verwies hierzu auf eine nachhaltige Finanzwirtschaft. Trotzdem »spare man sich nicht kaputt« und vernachlässige auch die eigenen Vermögenswerte nicht. Schwerpunkt der diesjährigen Investitionen sei das Baugebiet »Eckewieschen/Steimelsgarten«, wo 60 neue Bauplätze entstehen. Kölzer abschließend: »Sparkurs und Weiterentwicklung unserer Gemeinde müssen keine Gegensätze sein.«

Von einem »wirklich erfreulichen« Zahlenwerk, mit dem alle Primarziele erreicht worden seien, sprach CDU-Fraktionssprecher Joachim Brenner. Und Brenner wäre kein Christdemokrat, hätte er nicht im gleichen Atemzug auf Bund und Land geschimpft und eine grundlegende Umstrukturierung des kommunalen Finanzausgleichs gefordert. »Wir investieren in die Zukunft der Gemeinde«, lobte der Fraktionssprecher und attestierte der Gemeinde eine »solide und vorausschauende Haushaltsführung«. Die Einsparpotenziale sind für Brenner in Gebhardshain allerdings ausgereizt.

Für die FDP würdigte Anton Hammes, dass der Rat sich auf einen Konsens bei der Entwicklung von Gebhardshain verständigt habe. Die kommunale Struktur müsse freilich grundlegend geändert werden: Die Gemeinden seien »wie eine Familie« unantastbar, aber alle übergeordneten Verwaltungsebenen gehörten auf den Prüfstand, redete Hammes »seinem« Minister Hans-Artur Bauckhage nach dem Mund.

Bürgermeister Konrad Schwan rief zum Schluss zu mehr Optimismus auf: »Das tut dem Land, das tut der Region gut.« Er selbst sehe durchaus den Silberstreif am Horizont, darin werde er auch durch Firmenbesuche bestätigt. Vor allem in den verarbeitenden Betrieben sei die Stimmung positiv, Arbeitskräfte würden wieder eingestellt. Es versteht sich von selbst, dass der Haushalt einstimmig angenommen wurde.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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