Von Ködern, Ruhe und viel Geduld

Etwa 60 Jugendliche trafen sich am Elkenrother Weiher zum Gemeinschaftsstillwasserangeln

rai Elkenroth. Immer langsamer breiten sich die Ringe, die der Schwimmer der Angelrute ausgelöst haben, auf der Wasseroberfläche des Elkenrother Weihers aus. Der Schwimmer wippt kurz noch einmal auf. Dann ruht der See wieder, eine einzige glatte Fläche, in der sich der die graue, geschlossene Wolkendecke widerspiegelt. Der 14-jährige Marc hat die Angelrute wieder auf eine Halterungen gelegt und es sich wieder auf seinem Klappstuhl am Weiherufer bequem gemacht. Ruhig und gelassen schaut der 14-Jährige auf das Wasser.

Einen Steinwurf neben Marc sitzt sein Vereinskollege, der 15-jährige Andreas. Sie reden kaum, die beiden Jugendlichen vom Verein Lachen-Speyerdorf, und wenn, dann nur leise. Schließlich hoffen sie auf den großen Fang. »Ein großer Barsch wäre nicht schlecht«, meint Andreas.

Auf einen dicken Fisch, der am Haken zappelt, hoffen an diesem diesigen Augustmorgen noch etwa weitere 60 Jugendliche, die sich am Gemeinschaftsstillwasserangeln des Landesverbandes Rheinland-Pfalz beteiligten. Die Jugendlichen aus allen Teilen von Rheinland-Pfalz, darunter auch zwölf des Elkenrother Vereins, waren in einem Zeltlager des Angelsportvereins Wissen untergebracht. Der Sportfischereiverein Elkenroth stellte für das Gemeinschaftsstillwasserangeln »seinen«–Weiher zur Verfügung.

In einem gewissen Rhythmus, etwa alle 20 Minuten, holen die Jugendlichen ihre Angeln wieder ein, überprüfen den Köderbesatz am Haken und über Kopf werden Schwimmer und Haken wieder ins Wasser befördert. »Wenn man selbst den Fisch fängt, dann weiß man, wo er herkommt«, sagt Andreas. Kurz blickt er zum SZ-Berichterstatter auf, dann schweift sein Blick wieder auf den See. Dann herrscht wieder Ruhe am Ufer. Marc und Andreas haben an der Angelschur zusätzlich einen so genannten Madenkorb befestigt. Das ist ein Lockangebot für Fische.

Lebende Maden als Köder

Dann kommt endlich Leben ins Spiel: An Marcs Angelschnur ruckt und zuckt es. Gefühlvoll, aber bestimmt rollt der 14-Jährige die Schnur auf die Rolle zurück. Mit einem Unterfangkescher zieht Marc den Fisch an Land. »Eine Brasse«, sagt der Junge und greift zu einem dicken Knüppel. Der Fisch, ein so genannter Friedfisch, wird betäubt und dann mit einem Messerstich ins Herz getötet. Marc greift eine Zange und entfernt den Haken. Dieser wird mit neuen, lebenden Ködern (Maden) bestückt – und die Prozedur wiederholt sich.

Eine ebenfalls rund 20 Zentimeter lange Brasse fischt dann auch Andreas aus dem Weiher. Als es an seiner Angelrute zum zweiten Mal ruckelt, zappelt ein Barsch am Haken. Der Raubfisch ist jedoch nur zwölf Zentimeter lang. Einen dicken Fisch zieht an diesem Morgen keiner der Jugendlichen an Land.

»Etwa 30 Fische haben die Jugendlichen gefangen«, berichtet Jörg Schwarzer, Pressewart beim Sportfischereiverein Elkenroth. Aufgrund der starken Temperaturschwankungen der vorangegangenen Tage seien die Fische nicht so »bissfreudig«. Von einem besonderen Fang konnte jedoch der neunjährige Kevin vom Elkenrother Verein erzählen. Beim Nachtangeln wenige Stunden zuvor in Wissen hatte bei Kevin einen rund 86 Zentimeter langer Aal aus der Sieg angebissen – der stand sonntags geräuchert auf dem Speiseplan.

Eingebunden in das Zeltlager des Landesverbandes war auch Fließwasserangeln und das Herstellen von so genannten »Fliegenködern«. Das Gemeinschaftsstillwasserangeln in Elkenroth war eine Art Generalprobe für eine Veranstaltung im kommenden Jahr. Denn dann wird der Sportfischereiverein Elkenroth Gastgeber des Bundesjugendzeltlagers sein, berichtet Schwarzer.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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