Haigerer Firma auf Weg nach ,oben’

Sechs Mann reinigen die neue Haigertalbrücke vor der Abnahme innen blitzblank

Haiger. Von der Öffentlichkeit verborgen, arbeiten sechs Männer in diesen Tagen in schwindelnder Höhe über Haiger, obwohl sie davon selbst kaum etwas merken. Denn die erste Hälfte der neuen Autobahnbrücke steht kurz vor der Fertigstellung und parallel zu den außen sichtbaren Bauaktivitäten laufen innen im Brückenkörper weitere Arbeiten auf Hochtouren. Hier sind „Saubermänner” damit beschäftigt, Ordnung zu schaffen für die anstehende Sichtkontrolle des Stahlbrückenträgers. Mittlerweile haben sie einen weiten Weg zu ihrer Arbeitsstelle. Denn die Männer der Haigerer Reinigungsfirma Freischlad haben sich schon bis zur Mitte der 805 m langen Stahl-Konstruktion der neuen Haigertalbrücke vorgearbeitet. Hier, unter der späteren Fahrbahn, hat sich im Laufe des Baufortschritts einiges angesammelt: Und dieser Verpackungsmüll, die Bauabfälle, Beton- und Zementreste und Strahlsand müssen jetzt zusammengekehrt und herausgeschafft werden. Diesen nicht alltäglichen Auftrag führt das Haigerer Reinigungsunternehmen Freischlad GmbH aus. „Ziel ist es, den Brückenkörper bis Mitte November so sauber zu bekommen, dass die Herstellerfirma eine optische Inspektion durchführen kann”, erklärt Geschäftsführer Friedhelm Freischlad. Dies ist notwendig, um sicherzustellen, dass die Lackierung und damit der Korrosionsschutz einwandfrei ist, oder ob Nachbesserungsarbeiten nötig sind. Denn schließlich soll die neue Autobahnbrücke über einige Jahrzehnte halten. „Dazu müssen unsere Mitarbeiter zunächst Müll und Grobschmutz per Schubkarre nach außen schaffen”, beschreibt Freischlad, Chef von mittlerweile 50 Mitarbeitern (darunter zwei Auszubildende), die Arbeiten. Anschließend werden der Zementschleier und die Betonreste entfernt, die beim Gießen der Fahrbahn durch die Schalung nach innen gelaufen sind und jetzt an den Seitenwänden, Querträgern, Holmen und dem Abwasserrohr haften, das längs durch den Stahltrog der Brücke verläuft. Der Auftrag für die Brückenreinigung kommt nicht von ungefähr. „Wo es passt, setzen wir gerne heimische Unternehmen ein”, sagt Marc Haverkamp, als Bauleiter der Walterbau AG verantwortlich für die neue Autobahnbrücke. Da seien die Informationswege einfacher als bei Auswärtigen. So mache die Firma Lauber die Erdarbeiten und Elektro Scholl sorge für die Elektroinstallation. Zur Brückenreinigung kam „FF”-Team, weil es sich beim Sauberhalten der Bautoiletten bewährte. „Das ist ein schöner Auftrag für uns”, freut sich Freischlad. Seit der GmbH-Gründung 1997 hat sich bei der expandierenden Reinigungsfirma viel getan. Heute zählen Banken und Bauträgergesellschaften, Industrie und öffentliche Einrichtungen ebenso zu den Kunden wie Privatleute. Die Wurzeln für die unternehmerischen Aktivitäten reichen bis Anfang der 90er Jahre zurück, als sich Friedhelm Freischlad zusammen mit Ehefrau Ute in der Reinigungsbranche selbstständig machte. Mittlerweile ist auch Sohn Ruwen vollzeitlich eingestiegen. Er macht derzeit seine Meisterprüfung im Reinigungshandwerk. Überzeugend wirkte Freischlad schon beim ersten Auftrag, der Bauendreinigung des Wetzlarer Kreishauses. Auch andere sind von der Qualität und Zuverlässigkeit des FF-Teams überzeugt. Die weitere Expansion dank sehr guter Auftragslage und Nachfrage wird derzeit allein gebremst vom Arbeitsmarkt. „Wir bekommen momentan einfach kein ausreichend qualifiziertes Personal”, sagt der Unternehmer, der aus christlichem Engagement heraus beispielsweise auch sozial schwachen Menschen eine Chance gibt. Wie dem auch sei: Die neue Haigertalbrücke wird auf jeden Fall pünktlich zur Inspektion „glänzen”.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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