Wettbewerb „Startup Teens“
Schülerin aus Haiger erfindet intelligenten Mülleimer

Die Erfindung als Modell. Der Mülleimer erkennt die Abfallsorte, die eingeworfen wird.
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  • Die Erfindung als Modell. Der Mülleimer erkennt die Abfallsorte, die eingeworfen wird.
  • Foto: Heinrich Völkel
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Haiger. „Ich war ständig damit beschäftigt, Kaffee nachzukochen“, sagt Emma-Josephine Werner und lacht. Die 17-Jährige hat in den vergangenen Monaten viele Tage und Nächte mit ihren Freunden an einer Idee getüftelt. Mit ihrer Erfindung „intelligenter Mülleimer“ konnte die Haigerin zusammen mit Anna-Luisa Weil, Paulina Hedler, Sophie-Louise Herrmann und Magnus Saurbier den bundesweiten Wettbewerb „Startup Teens“ für sich entscheiden.

Startup Teens ist eine 2015 gegründete Non-Profit-Organisation, die jungen Menschen dabei hilft, ihre Ideen zu verwirklichen. „Viele Jugendliche würden gerne gründen, wissen aber noch nicht, wie“, erklärt Mitgründer und Geschäftsführer Hauke Schwiezer. Um nachzuhelfen, veranstaltet Startup Teens jährlich einen deutschlandweiten Wettbewerb. In sieben Kategorien können 14- bis 19-jährige Schüler teilnehmen und ihre Idee in einem Businessplan umsetzen.

10.000 Euro Preisgeld für Schüler aus Haiger

Die fünf Freunde von der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim haben beim digitalen Finale in diesen Tagen als Team „Separe“ in der Kategorie „Sustainability & Diversity“ den ersten Platz belegt und damit 10.000 Euro Preisgeld gewonnen.

Anna-Luisa Weil, Sophie-Louise Hermann, Magnus Saurbier, Emma-Josephine Werner und Paulina Hedler (v. l.) haben lange an der Umsetzung der Idee gearbeitet. Den „Geistesblitz“ hatte Teamleiterin Emma-Josephine.
  • Anna-Luisa Weil, Sophie-Louise Hermann, Magnus Saurbier, Emma-Josephine Werner und Paulina Hedler (v. l.) haben lange an der Umsetzung der Idee gearbeitet. Den „Geistesblitz“ hatte Teamleiterin Emma-Josephine.
  • Foto: Teresa Feuerstein
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Hierfür mussten sie ihr Projekt einer professionellen Jury vorstellen. Aber was genau hat zu diesem Erfolg geführt? „Wir haben einen Mülleimer entwickelt, der den Objekten die Müllsorten zuordnen kann“, erklärt Emma. „Man hält den Müll in eine Einbuchtung an der Vorderseite. Eine künstliche Intelligenz kann zuordnen, wie das Objekt entsorgt werden muss und die entsprechende Klappe öffnet sich“, erklärt die 17-Jährige.

Die Mülleimer, der den Projektnamen SepaCAN trägt, erkennt also, ob es sich um Bio-, Rest-, Papier- oder Verpackungsmüll handelt. Die Software dafür funktioniert bereits, sie muss nur noch etwas „üben“. Das Produkt, falls es auf den Markt kommt, ist für Kommunen bestimmt. „Oft gibt es auf öffentlichen Plätzen nicht die Möglichkeit oder die Zeit, Müll ordentlich zu trennen“, so die Haigerin.

Plötzlicher Geistesblitz am Schreibtisch

Die 17-jährige Emma-Josephine Werner hat als Teamleiterin die externe Kommunikation übernommen und zahlreiche E-Mails und Texte geschrieben. Am meisten Spaß haben ihr die Teamtreffen gemacht. Nach dem Abitur, das sie in diesem Schuljahr ablegen möchte, will sie eine kurze Pause machen und sich dann für ein Studium einschreiben – wahrscheinlich Biologie oder Medizin.
In ihrer Freizeit ist die junge Frau aus Haiger sportlich und musikalisch aktiv. „Ich saß am Schreibtisch und hatte plötzlich einen Geistesblitz“, sagt die Schülerin zum Ursprung der Idee. Mülltrennung war ihr wichtig, doch der Geistesblitz erschien ihr absurd. „Aber es wurde mit dem Wettbewerb präsenter. Plötzlich waren wir erfolgreich.“ Die Erkenntnis: Es könnte funktionieren, viele Leute sind interessiert. Und nicht nur Erfolg, sondern auch Spaß kam mit dem Projekt.

„Am meisten Spaß hat die Gruppenarbeit gemacht. Wir haben uns jeden Tag getroffen“, sagt Emma und spricht vom Kaffeekochen. Aber auch die nervigen Momente – Finanzplanung, Rechnerei und Verzweiflung – erwähnt sie. Immerhin haben sie schon etwa 300 Stunden an dem Projekt gearbeitet.
Bleibt noch die Frage, ob die Erfindung wirklich auf den Markt kommt? Auch das haben die Schüler bereits durchgerechnet. „Wir benötigen 660.000 Euro Startkapital. Das ist für ein Schülerteam natürlich sehr viel“, sagt die 17-Jährige. „Es wäre schon cool. Wir haben viele Monate reinvestiert.“ Deshalb wollen sie trotz der anstehenden Abiturprüfungen ihren SepaCAN weiterentwickeln und über die Gründung nachdenken. Und egal, wie viel Kaffee gekocht wurde – die Zeit hat sich gelohnt.

Die Erfindung als Modell. Der Mülleimer erkennt die Abfallsorte, die eingeworfen wird.
Anna-Luisa Weil, Sophie-Louise Hermann, Magnus Saurbier, Emma-Josephine Werner und Paulina Hedler (v. l.) haben lange an der Umsetzung der Idee gearbeitet. Den „Geistesblitz“ hatte Teamleiterin Emma-Josephine.
Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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