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TSV Steinbachs Trainer im großen SZ-Interview
Adrian Alipour: "Die Fans dürfen träumen, ich nicht"

Stets engagiert an der Seitenlinie: Steinbachs Trainer Adrian Alipour.
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  • Foto: Pascal Mlyniec
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Haiger. Wer hätte das nach diesem durchwachsenen Saisonstart gedacht? Zwei magere Punkte hatte der TSV Steinbach Haiger nach drei Spielen auf dem Konto. Und jetzt, rund acht Wochen später, führen die Mittelhessen die Tabelle der Fußball-Regionalliga Südwest an. Nach einem Drittel der Saison rangieren die Kicker vom Haarwasen aufgrund des besseren Torverhältnisses vor dem SSV Ulm und dem FSV Mainz 05 2. (alle 27 Punkte), wobei das Perspektivteam des Bundesligisten schon ein Spiel mehr ausgetragen hat als Steinbach und Ulm. Die SZ sprach mit Trainer Adrian Alipour über den holprigen Saisonstart, die Gründe für den Aufschwung und das (Fern-)Ziel 3. Liga.

Herr Alipour, wie fühlt es sich auf dem Tabellengipfel an?
Natürlich tut es gut, ganz oben zu stehen.

ubau Haiger. Wer hätte das nach diesem durchwachsenen Saisonstart gedacht? Zwei magere Punkte hatte der TSV Steinbach Haiger nach drei Spielen auf dem Konto. Und jetzt, rund acht Wochen später, führen die Mittelhessen die Tabelle der Fußball-Regionalliga Südwest an. Nach einem Drittel der Saison rangieren die Kicker vom Haarwasen aufgrund des besseren Torverhältnisses vor dem SSV Ulm und dem FSV Mainz 05 2. (alle 27 Punkte), wobei das Perspektivteam des Bundesligisten schon ein Spiel mehr ausgetragen hat als Steinbach und Ulm. Die SZ sprach mit Trainer Adrian Alipour über den holprigen Saisonstart, die Gründe für den Aufschwung und das (Fern-)Ziel 3. Liga.

Herr Alipour, wie fühlt es sich auf dem Tabellengipfel an?
Natürlich tut es gut, ganz oben zu stehen. Aber ich habe dennoch eine innere Ruhe, wenn ich auf die Tabelle schaue. Wir haben das Momentum auf unserer Seite, aber in den letzten Jahren standen wir schon häufiger auf Platz 1. Deshalb können wir das im Verein gut einschätzen.

Dabei war der Saisonstart eher suboptimal...
Das stimmt. Wir hatten uns natürlich mehr als zwei Punkte aus drei Spielen ausgerechnet.

Warum kam Ihre Mannschaft zu Beginn nicht auf Touren?
Man muss das differenziert betrachten: Unser Auftaktgegner Hessen Kassel liegt uns nicht, da haben wir uns immer schwer getan. Gegen Walldorf hätten wir gewinnen müssen. Aber wenn man jetzt rückblickend betrachtet, gegen wen diese beiden Mannschaften nachher gewonnen haben, relativiert das die beiden Unentschieden. Und in Mainz kassieren wir in der 89. Minute das 1:2. Das war extrem ärgerlich. Es war also auch ein wenig Pech mit im Spiel.

Könnte es auch am großen Umbruch vor der Saison gelegen haben, dass die Mannschaft eine gewisse Anlaufzeit brauchte?
In der Tat hatten wir im Somer eine hohe Fluktuation. Das soll aber keine Ausrede sein. Wir hatten immerhin eine sechswöchige Vorbereitung. Aber man hat auch gesehen, dass Vorbereitung und Meisterschaft zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Am 4. Spieltag feierte Ihre Mannschaft mit dem 3:2 gegen den TSV Schott Mainz den ersten Saisonsieg, danach lief es. War es nur das Erfolgserlebnis, das zu Beginn fehlte?
Nicht nur. Wichtig war vor allem, dass wir nicht nervös geworden sind. Es hätte nichts gebracht, wenn ich auf einmal Hokuspokus mache. Ich wollte nicht auf das Prinzip Hoffnung setzen, sondern den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen. Der Sieg gegen Schott Mainz hat uns aber gut getan. Das war so etwas wie der Dosenöffner.

Und der Beginn einer imposanten Erfolgsserie! Aus den letzten neun Spielen holte der TSV stolze 25 von 27 möglichen Punkten. Was zeichnet Ihr Team derzeit aus?
Die Jungs setzen die taktischen Vorgaben richtig gut um. Das Team ist gefestigt. Es ist schwer, gegen uns Tore zu erzielen, weil wir im Kollektiv gut gegen den Ball arbeiten und hinten stabil stehen. Zudem spielen wir uns sehr viele Chancen heraus. Es ist aber in allen Bereichen noch Luft nach oben.

Wo besonders?
In der Chancenverwertung. Der Ertrag ist zu gering. Wir müssen vor dem gegnerischen Tor kaltschnäuziger werden. Das ist jedoch nur ein Aspekt, es gibt immer Dinge, die man noch verbessern kann. Nach unserem Sieg gegen den FSV Frankfurt am vergangenen Samstag habe ich beispielsweise ein Kritik-Video zusammengestellt, weil mir auch da einiges nicht gefallen hat. Im Erfolg macht man die meisten Fehler. Und das möchte ich vermeiden.

In der 3. Liga tummeln sich namhafte Vereine wie der 1. FC Kaiserslautern, TSV 1860 München, MSV Duisburg oder Eintracht Braunschweig. Wie realistisch ist es, dass diese Klubs in der kommenden Saison am Haarwasen in Haiger gastieren?
Es macht keinen Sinn, sich mit Träumereien zu beschäftigen. Die Fans haben das Recht zu träumen, ich nicht.

Aber mittelfristig soll es doch hoch gehen in die 3. Liga, das hat der Verein klar kommuniziert...
Das ist auch gut so. Man muss zielorientiert sein. Ich habe jedenfalls keine Lust, bei einem Verein zu arbeiten, der einen einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel ausgibt. Die Verantwortlichen bei uns im Verein sind vom Verstand geleitet, sie sind sehr geerdet. Es wurde und wird viel in die Infrastruktur investiert, um ein Fundament für die 3. Liga zu legen. Und irgendwann wollen wir natürlich auch hoch.

Am Freitagabend geht's zum Tabellensechsten FC Homburg. Auf was muss sich Ihr Team im Waldstadion einstellen?
Auf einen extrem starken Gegner, der ein gutes Umschaltspiel und technisch versierte Offensivspieler in seinen Reihen hat. Vor allem bei Ecken, Freistößen und den weiten Einwürfen müssen wir auf der Hut sein. Da sind die Homburger mit ihrer körperlichen Robustheit gefährlich. Trotzdem sind auch in Homburg drei Punkte unser Ziel.

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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