Peter Scholl dirigiert Händels "Messias"
Zweimal Halleluja in Herdorf

Können nach der Aufführung des glitzernden Oratoriums „The Messiah“ den recht verdienten stürmischen Applaus des Herdorfer Publikums ernten: Aljoscha Lennert, Mareike Lennert, Maren Schwier, Timon Führ und Chor- und Konzertleiter Peter Scholl (v. l.) vor der Kammerphilharmonie Seligenstadt und der Kantorei St. Jakob.   Foto: ne
  • Können nach der Aufführung des glitzernden Oratoriums „The Messiah“ den recht verdienten stürmischen Applaus des Herdorfer Publikums ernten: Aljoscha Lennert, Mareike Lennert, Maren Schwier, Timon Führ und Chor- und Konzertleiter Peter Scholl (v. l.) vor der Kammerphilharmonie Seligenstadt und der Kantorei St. Jakob. Foto: ne
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

ne Herdorf. Viel Publikum fand sich ein in der kath. Kirche Herdorf, galt es doch, dem künftigen Siegener Martinikantor Peter Scholl einmal mehr bei seiner Arbeit zuzuhören, mit Ensembles, die er in Frankfurt betreut hat und die ihren scheidenden Chorleiter mit einem fulminanten Tusch in die neuen Aufgaben entlassen wollten. Die 80-köpfige Kantorei St. Jakob der ev. Gemeinde Bockenheim wird seit 2012 von Scholl geleitet. Gemeinsam mit der Kammerphilharmonie Seligenstadt und renommierten Solistinnen und Solisten inszenierte Scholl das Oratorium „The Messiah“ (Der Messias) vom kosmopolitischen Komponisten Georg Friedrich Händel: betont festlich, diszipliniert in den Dynamiken, und mit nonchalanter Leidenschaft, die den jungen Kantor und Konzertorganisten Scholl auszeichnet. Peter Scholl führte souverän durch das gut zweistündige Oratorium, das vom Händellibrettisten Charles Jennens für die Karwoche geschrieben worden ist. Es gliedert sich in drei Teile: Verheißung und Geburt, Leiden und Sterben und Auferstehung und Wiederkehr Jesu Christi.

König George I. stand beim "Halleluja" auf

Die Stimmen Soprano und Alto übernahmen Maren Schwier und Mareike Lennert, die hohe Männerstimme Aljoscha Lennert. Und mit dem jungen Bariton Timon Führ holte sich Scholl einen leidenschaftlichen Basso ins Ensemble, der aber ein wenig mit der sehr weichen Akustik der Herdorfer Historismuskirche zu kämpfen hatte. Die machte auch die Textverständlichkeit des Chores schwer, denn gerade die reichlich eingestreuten Fugen, Kanons und Koloraturen, die das Stück so feierlich-schön und die Stimmungen so aufgeladen euphorisch machen, dass der Legende nach König George I. beim Hören des „Großen Hallelujas“ am Ende des zweiten Teils sich vor Ergriffenheit von seinem Sitz erhob (was seither englische Konzerttradition geworden ist), fordern präzises, schnelles Formulieren. Gut, dass die Stücke so bekannt sind, dass man fast mitsingen mochte: Überall wippende Schuhe beim Herdorfer Publikum, gelegentlich sogar Szenenapplaus.

Am Vorabend Scholl-Abschied in Bockenheim

Fein, wie das sichere Spiel des Basso continuo, das alles zusammenhält, mit gründlichem Können von Bernhard Kießig mal am Cembalo, mal am kleinen Orgelpositiv zelebriert wurde. Wie Konzertmeisterin Cornelia Scholz ihr Ensemble Kammerphilharmonie Seligenstadt bloß mit Blicken harmonisierte und zu kongenialen Solistenbegleitungen führte, die den musikalischen Ethos sanft unterstrichen, ohne ihn plakativ hervorzuheben. Eine rundum gelungene Interpretation des berühmtesten Oratoriums Händels, in Originalsprache aufgeführt, auch schon am Vorabend in Frankfurt-Bockenheim, als Abschiedskonzert Peter Scholls. Emotional wurde die Aufführung hier in Herdorf aber auch aufgenommen, nämlich sehr begeistert – so dass sich alle Musikerinnen und Musiker noch einmal mit einer Zugabe für den Applaus bedankten: noch einmal das große Halleluja, stehend, was sonst.

Autor:

Redaktion Kultur aus Siegen

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