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Vor Gericht: 30 Mal an Mädchen vergangen?
38-Jähriger soll Tochter missbraucht haben

Laut Anklage hat Michael T. einige Taten per Videoschalte vor den Augen Gleichgesinnter begangen.

dach Koblenz/Herdorf. Fünf Jahre. Fünf Jahre war die kleine Johanna alt, als sie ihr eigener Vater zum ersten Mal missbraucht hat. Ihr Martyrium sollte knapp zehn Jahre andauern. So sieht es jedenfalls die Staatsanwaltschaft Koblenz.
Schauderhafte Vorwürfe30 Fälle umfasst die Anklage gegen Michael T. (alle Namen geändert), der am Dienstagmorgen auf Krücken den Saal 105 des Koblenzer Landgerichts betrat. An Staatsanwalt Tobias Erfgen war es, die Beschuldigungen en detail vorzutragen. Wahrlich keine leichte Aufgabe. Die Vorwürfe klangen so schauderhaft, wie es kaum schlimmer geht. Der Angeklagte schaute dabei meist ins Leere. Die einzige Regung: ab und an ein angedeutetes Kopfschütteln.

dach Koblenz/Herdorf. Fünf Jahre. Fünf Jahre war die kleine Johanna alt, als sie ihr eigener Vater zum ersten Mal missbraucht hat. Ihr Martyrium sollte knapp zehn Jahre andauern. So sieht es jedenfalls die Staatsanwaltschaft Koblenz.

Schauderhafte Vorwürfe

30 Fälle umfasst die Anklage gegen Michael T. (alle Namen geändert), der am Dienstagmorgen auf Krücken den Saal 105 des Koblenzer Landgerichts betrat. An Staatsanwalt Tobias Erfgen war es, die Beschuldigungen en detail vorzutragen. Wahrlich keine leichte Aufgabe. Die Vorwürfe klangen so schauderhaft, wie es kaum schlimmer geht. Der Angeklagte schaute dabei meist ins Leere. Die einzige Regung: ab und an ein angedeutetes Kopfschütteln.

Missbrauch per Videoschalte übertragen

Das Leiden von Johanna soll sich laut Anklage ausschließlich im Zuhause der Familie in Herdorf abgespielt haben – mal im Badezimmer, mal im Kinderzimmer. Besonders abscheulich: Der Vorwurf, dass Michael T. seine kleine Tochter auch vor der Kamera penetriert haben soll. Per Videoschalte sollen in einigen Fällen Dritte per Internetleitung den Missbrauchstaten beigewohnt, ja teils sogar Anweisungen gegeben haben. In einem Fall hat ein Nutzer laut Anklageschrift Michael T., nachdem er gerade wieder einmal die kleine Johanna missbraucht hatte, ein „Du bist der Beste!“ auf den Bildschirm übermittelt. Soweit, so unvorstellbar. Wer sich hinter den Accounts wie „Hamlet777“ am anderen Ende der Leitung verbirgt, ist laut Anklage bis dato allerdings unklar.
Derweil soll Michael T. seine Tochter mit kleinen Geschenken wie DVDs und Puzzlen „belohnt“ haben. Auch dafür, dass er sie laut Anklage wiederholt nackt und in eindeutigen Posen fotografiert und diese Aufnahmen digital verschickt haben soll.

Halbschwester erstattet Anzeige

Damit muss sich Michael T. nun wegen des Missbrauchs von Schutzbefohlenen, der Veranstaltung kinderpornografischer Darbietungen sowie der Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten verantworten. Bereits 2010 hatte Johannas Halbschwester Anzeige gegen Michael T. erstattet, den Vorwurf aber kurz darauf wieder zurückgezogen. Im vergangenen Jahr dann hatte sich die damals 14-Jährige offenbart. Johanna wurde daraufhin aus der Familie geholt. Es gab eine Hausdurchsuchung, bei der Kinderporno-Dateien auf dem Handy und PC von Michael T. gefunden wurden. Seit November 2019 sitzt der heute 38-Jährige in Untersuchungshaft.

Mädchen wird aussagen

Der Prozess wird mit der Aussage von Johanna fortgesetzt, sehr wahrscheinlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Jedenfalls werde er dies beantragen, sagte Martin Krutt auf Nachfrage der SZ. Krutt ist Johannas Anwalt. Das Mädchen tritt in dem Verfahren als Nebenklägerin auf.
Der Vorsitzende Richter brachte am Dienstag für die Zeit der Befragung der Hauptzeugin auch einen Ausschluss des Angeklagten ins Spiel. Eine Aussage im Beisein ihres mutmaßlichen Peinigers sei für das Mädchen „über alle Maße belastend“, so Rechtsanwalt Krutt. Richter Metzger kann sich durchaus eine Videoübertragung der Befragung vorstellen, die Michael T. dann in einem anderen Raum verfolgen könnte.

Sicherheitsverwahrung kommt in Betracht

Metzger informierte, bevor er das Verfahren vertagte, alle Prozessbeteiligten aber auch noch über einen anderen Umstand. Nämlich dass die Kammer den Angeklagten darüber in Kenntnis gesetzt habe, dass in seinem Fall durchaus auch eine Sicherungsverwahrung in Betracht komme.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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