Abriss maroder Gebäude beschlossen
Bagger frisst Mühle

Die alte Mühle und ein ehemaliges Wohnhaus müssen weichen: Die maroden Gebäude werden abgerissen.
  • Die alte Mühle und ein ehemaliges Wohnhaus müssen weichen: Die maroden Gebäude werden abgerissen.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Marc Thomas

dach Herdorf. Die alte Mühle wird schon bald Geschichte sein. Der Stadtrat hat jetzt den Abriss des Komplexes, zu dem auch ein ehemaliges Wohnhaus gehört, einstimmig beschlossen. Rund 125 000 Euro wird das Unterfangen kosten, heißt es in den Unterlagen zur Sitzung. Das Geld soll aber wieder „reinkommen“: Der Bereich – nutzbare Fläche: 1600 bis 1700 Quadratmeter – soll im Anschluss verkauft werden.

Gleich nebenan entsteht das Neubaugebiet „Mühlwiese“ (dessen Name nicht von ungefähr kommt). Der Abriss zum jetzigen Zeitpunkt mache Sinn, heißt es weiter: Solange der Bereich noch nicht bebaut ist, könne der Schutt über diese Seite abgefahren werden. Würde die Maßnahme später über die Bühne gehen, müsste man das Material über die Straße Königsmauer abfahren, die aber recht eng ist.

Es sei auf jeden Fall schade, dass man diese „historischen Gebäudlichkeiten“ anpacken muss, so Stadtbürgermeister Uwe Erner. Er habe sogar das Gespräch mit einem potenziellen Investor für das Gelände gesprochen. „Aber da ist Hopfen und Malz verloren.“

Für Mühle keine Vorgaben

„Da blutet einem das Herz“, meinte CDU-Fraktionssprecher Dirk Eickhoff. Mühle und Wohnhaus seien allerdings schon abrissreif gewesen, als die Stadt die Gebäude gekauft habe. Nun könne man hingegen „Platz schaffen für neue Möglichkeiten“. Für Sabine Steinau geht damit „ein Stück Kindheit verloren“. Man hätte hier, so die SPD-Fraktionssprecherin, vor 25 oder 30 Jahren etwas machen müssen. Nun sei es zu spät. Adrian Erner (Liste Stein) bedauert, dass für das Wohnhaus eine umfangreiche Dokumentation angefertigt worden sei, „und von der Mühle bleibt quasi nichts übrig“. 20 000 Euro hatte diese Dokumentation gekostet. Das hatte die Denkmalpflegebehörde vorausgesetzt. Für Mühle selbst gab es allerdings keine derartigen Vorgaben.

Eine Vorgabe hätte die FDP-Fraktion aber gerne der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) bzw. deren Gesellschafterversammlung gemacht. Fraktionssprecher Peter Bosbach hatte sich am Kauf des ehemaligen Aldi-Gebäudes gestoßen, den er als Alleingang der SEG empfindet. Das sei eine „tiefgreifende Entscheidung“ gewesen. Daher stellte die FDP den Antrag, dass die Gesellschaft künftig bei Grundstücksgeschäften, die über 200 000 Euro Volumen liegen, die Zustimmung des Stadtrates einholen müsse.

Restriktion beeinflusst Arbeitseffizienz der SEG

Laut Gemeindeordnung werde die Zuständigkeit des Rates auf „wesentliche Grundlagengeschäfte“ beschränkt: So stand es in den Unterlagen und das bekräftigte Stadtbürgermeister Erner in der Sitzung. Auch die Grenze von 200 000 Euro habe hier keine Bedeutung und werde seitens der FDP willkürlich gezogen. Eine solche Restriktion beeinflusse auch die Arbeitseffizienz der SEG.

Dirk Eickhoff (CDU) meinte, dass der Rat ja ohnehin jederzeit die Möglichkeit habe, bei der SEG einzugreifen, wenn er die Notwendigkeit sehe. Letztlich stimmte Bosbach für seinen eigenen Antrag, alle anderen dagegen.

Eickhoff war es auch, der das Thema Grünschnitt im Städtchen ansprach. Zwar wollte Rainer Stockschläder (Liste Stein) hier zwar auch Privatleute mit angesprochen wissen. Doch dem Sprecher der CDU-Fraktion ging es vor allem um den öffentlichen Raum, also um die Arbeit des Bauhofs – dessen Arbeit er grundsätzlich sehr schätze.

Vereinbarung zu Sachkostenzuschuss zugestimmt

Erner erklärte „zur Ehrenrettung“ des Bauhofs, dass beide Mitarbeiter, die sich um den Friedhof kümmern, lange ausgefallen bzw. derzeit nicht an Bord sind. Daher habe man Kräfte, die zur normalen Grünpflegekolonne gehören, dorthin gewissermaßen abkommandieren müssen. Daher sei das reguläre Pensum teilweise nicht zu schaffen gewesen. Zudem sei der Wuchs „wirklich schlimm dieses Jahr“. Zum Teil habe man sich externer Dienstleister bedient, aber die seien gar nicht so einfach zu bekommen, meinte Erner.

Der Stadtrat hat einer neuen Vereinbarung in puncto Sachkostenzuschuss der katholischen Kita Nikolaus-Groß-Haus zugestimmt. Hintergrund: Die bisherige Vereinbarung war weder bei der Verwaltung noch bei der Trägergesellschaft der Kita aufzufinden. 14 000 Euro sollen es pro Jahr sein, rückwirkend ab 2020.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen