Blasorchester für alle Herdorfer

Bollnbacher und Musikverein jetzt zusammen / Fusion von Diskussionen begleitet

suk Herdorf. Die Mitglieder der Bollnbacher Berg- und Hüttenkapelle Herdorf und des Musikvereins Herdorf hatten am Wochenende in ihren Jahreshauptversammlungen die Aufgabe, über einen Zusammenschluss der beiden Kapellen in einem neuen Verein abzustimmen. Eine Entscheidung, die zweifellos nicht leicht war. Haben beide Vereine doch eine Tradition, die 100 Jahre (Musikverein) bzw. 115 Jahre (Bollnbacher) lang ist und die prägend für die Entwicklung war. Bei allen Vorteilen einer Fusion, in der die musikalischen Kräfte gebündelt werden sollen, waren die Bedenken aus den Reihen der Mitglieder verständlich. Doch die Vorstände beider Vereine haben sich in den letzten Monaten viele Gedanken gemacht und ein Konzept erarbeitet, das die vielen Vorteile herausstellte. Bei einer Mitgliederversammlung wurde dies vorgestellt (die SZ berichtete).

Jetzt ging es um das Votum der Mitglieder, und es war zu erwarten, dass diese trotz aller Informationen noch viele Fragen und Bedenken hatten. Die Mitglieder der Bollnbacher erörterten die Frage am Samstag bei ihrer Jahreshauptversammlung, bei der die Tagesordnungspunkte, die sonst im Mittelpunkt stehen, eher eine Nebenrolle spielten.

In den Tagesordnungspunkten 9 und 10 ging es um die Satzungsänderung in Verbindung mit der Fusion. Vorsitzender Joachim Bender erläuterte noch einmal, dass die Bollnbacher Berg- und Hüttenkapelle ihre Vereinssatzung ändern müsse, weil sie als Grundgerüst für den neuen Verein diene und man damit erst einmal die Grundvoraussetzung schaffe.

Für eine Entscheidung dieser Tragweite war eine Dreiviertel-Mehrheit nötig, die in geheimer Wahl ermittelt wurde. Versammlungsleiter Peter Wiedemann hatte nach der Entlastung des Vorstandes keine leichte Aufgabe, erst recht nicht, nachdem ein erstes Ergebnis nicht die erforderliche Mehrheit brachte. Zu dem Zeitpunkt war die Fusion ad acta gelegt und es standen turnusgemäß Vorstands-Neuwahlen an.

Sichtlich enttäuscht stellten sich die bisherigen Vorstandsmitglieder Joachim Bender, sein Vize Ludwig Kühler und Geschäftsführer Günther Käppel für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Offensichtlich hatten die Fusions-Gegner keine personellen Alternativen auf Lager. Bender, der seit vielen Jahren den Verein führt, machte unmissverständlich klar, dass es mit ihm als Vorsitzenden nur den Fusionsweg gebe. Auf Drängen vieler enttäuschter Mitglieder, die während einer Sitzungsunterbrechung Zeit zum Nachdenken hatten, rief Peter Wiedemann erneut zur Wahl auf, die dann die erforderliche Mehrheit für eine Satzungsänderung erbrachte.

Nach dieser Mammut-Versammlung am Samstag wartete man gespannt auf die Stimmung bei den Kollegen vom Musikverein. Am Sonntagvormittag begrüßte deren Vorsitzender Josef Stockschläder zahlreiche Mitglieder. Der Bericht des Dirigenten Herbert Kringe fiel sehr nachdenklich und bitter aus. Er kritisierte die geringe Probenbeteiligung und zeigte seine Enttäuschung darüber, dass er als Dirigent vom Vorstand lange im Unklaren über die Fusionsideen gelassen worden sei. Versöhnliche Worte fand er zum Abschluss, indem er daran erinnerte, dass es nach wie vor um die Musik gehe und man in diesem Sinne entscheiden sollte.

In Bezug auf die Fusion ging es für den Musikverein darum, die Auflösung des Vereins in der jetzigen Form und den Beitritt zu dem neuen Verein »Bollnbacher und Musikverein-Blasorchester der Stadt Herdorf« zu beschließen. Aufgrund einer zuvor beschlossenen Satzungsänderung reichte eine einfache Mehrheit. Trotz heftiger Diskussionen, die auch hier angesichts der Tragweite der Entscheidung berechtigt waren, fiel das Votum doch eindeutig für einen Beitritt zum neuen Verein aus. Damit stand am späten Sonntagmittag fest, dass es in Zukunft nur noch eine Blaskapelle im Hellerstädtchen gibt, in der die Mitglieder der beiden Traditionsvereine mit vereinten Kräften ihrem gemeinsamen Hobby nachgehen werden.

Zunächst jedoch soll in einer gemeinsamen Mitgliederversammlung in einigen Wochen ein neuer Vorstand gewählt und die Marschrichtung festgelegt werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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