SZ

Altargemeinschaften feiern Fronleichnam
Blumenteppich in der St.-Aloisius-Kirche

Pater Mathew Sijo (2.v.r.) zelebrierte die Messe, die Predigt hielt Diakon Rudolf Düber. Vor dem Altar hatte der prächtige Blütenteppich seinen Platz gefunden.
  • Pater Mathew Sijo (2.v.r.) zelebrierte die Messe, die Predigt hielt Diakon Rudolf Düber. Vor dem Altar hatte der prächtige Blütenteppich seinen Platz gefunden.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

rai Herdorf. Ein Notenschlüssel aus den gelben Blüten des Ginsters und Sonnenblumen als Noten: Ein wunderschöner Blüten- und Blumenteppich wurde an Fronleichnam vor dem Altar der kath. Pfarrkirche St. Aloisius gelegt – und ist noch bis Sonntag zu sehen. Mit dem Motiv wurde das Lied „Kommt herbei, singt dem Herren“ von allen Altargemeinschaften thematisch dargestellt.
"Wir sollen anderen die Hände reichen"Um 5 Uhr am Donnerstag trafen sich rund ein halbes Dutzend Helfer aus allen Altargemeinschaften, die gewöhnlich entlang der Prozession die Altäre gestalten. Wie im Vorjahr musste darauf verzichtet werden, dennoch wurde Fronleichnam begangen – angesichts der Wetteraussichten aber nicht im Pfarrgarten in Herdorf, sondern in der Kirche.

rai Herdorf. Ein Notenschlüssel aus den gelben Blüten des Ginsters und Sonnenblumen als Noten: Ein wunderschöner Blüten- und Blumenteppich wurde an Fronleichnam vor dem Altar der kath. Pfarrkirche St. Aloisius gelegt – und ist noch bis Sonntag zu sehen. Mit dem Motiv wurde das Lied „Kommt herbei, singt dem Herren“ von allen Altargemeinschaften thematisch dargestellt.

"Wir sollen anderen die Hände reichen"

Um 5 Uhr am Donnerstag trafen sich rund ein halbes Dutzend Helfer aus allen Altargemeinschaften, die gewöhnlich entlang der Prozession die Altäre gestalten. Wie im Vorjahr musste darauf verzichtet werden, dennoch wurde Fronleichnam begangen – angesichts der Wetteraussichten aber nicht im Pfarrgarten in Herdorf, sondern in der Kirche. In kleinen Gruppen war im Vorfeld das Streugut für das drei mal zweieinhalb Meter große Motiv gesammelt worden. „Wir wurden von Herdorfern unterstützt, die Buchsbaum geschnitten haben“, dankte Christian Grünebach. Ein zentrales Element ist Jesus, der keine Arme hat. „Als Zeichen dafür, dass Jesus nur unsere Hände hat, um auf Erden auf Menschen zuzugehen“, erläuterte Grünebach. „Wir sollen anderen die Hände reichen, stellvertretend für Jesus, das ist unser Auftrag.“ Gelb symbolisiert die Göttlichkeit, Weiß die Reinheit, die Dreifaltigkeit drei Sonnenblumen am Kreuz. Nach drei Stunden war alles fertig. Ältere Damen der Gemeinschaften brachten Kaffee und Brote als Frühstück vorbei.

„Die Eucharistie, die große Danksagung an Jesus, bei der wir seinen Leib und sein Blut zu uns nehmen, macht uns zu Schwestern und Brüdern“, sagte Pater Mathew Sijo. Bei der Predigt schaute Diakon Rudolf Düber auf den Beginn der Pandemie, als viele sehr grundsätzlich Fragen gestellt hätten, „beispielsweise ob es richtig ist, ausgerechnet beim Gesundheitswesen gespart zu haben“.

Viele hätten geahnt, dass der Pflegenotstand nicht nur mit dem demografischen Wandel zu tun habe. „Wir haben ein Kaputtsparen des Systems zugelassen, das sich nun rächt“, zitierte er einen Medizinethiker. Düber befürchtet, dass man wenig daraus gelernt hat, was er anhand von Beispielen näher brachte. „Trotz gesunkener Inzidenzwerte dürfen wir uns nichts vormachen: Das weltweite Geschehen ist von Not und Tod geprägt.“

Es sei schade, dass man sich nicht als Prozession auf den Weg machen könne. Bewegen lassen könne man sich aber auch so, nämlich von Jesus, der eine klare Antwort auf Systemfragen gegeben habe: „Im Reich Gottes geht es anders zu. Diese neue Welt Gottes ist mit ihm angebrochen.“ Wo Menschen füreinander da sind, miteinander Sorge tragen, „da ist sie schon erfahrbar“. Was man in der Eucharistie feiert, das sei gewiss ein Geheimnis des Glaubens. Die Worte über Wein und Brot seien jedoch keine Zauberformel. „Sie erinnern und bringen das ins Heute. Jesus Christus ist da“, sagte der Seelsorger. Zugleich sei man eingeladen zu teilen, zunächst das Brot – aber: „Dann aber auch all das, was hilft, damit alle Menschen leben können.“

Den Glauben weitertragen

„Kleine, Große, Arme, Reiche, drängen sich um den Altar“: U.a. dieses Fronleichnamslied sang ein kleiner Teil der Schola unter der Leitung von Organist Torsten Stendenbach. Pater Mathew Sijo setzte das Allerheiligste zur Anbetung aus und erteilte den eucharistischen Segen. Abschließend dankte er allen Beteiligten, auch denjenigen, die ganz früh begonnen hatten, das prächtige Motiv zu legen – und dafür gab es Beifall in der Kirche. Auch wenn man nicht unterwegs sein konnte, lautete die Botschaft des Paters: „Tragen sie den Glauben an Jesus Christus in die Straße und Häuser.“

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen