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Nur in Herkersdorf wird es "was Kleines" geben
Dieses Jahr keine Narretei mehr

2018 war auf der „Knöstplatte“ in Herdorf so richtig viel los. Dieses Jahr wird es zum Elften Elften aber keine Prinzenproklamation geben. Archivfoto: dach
  • 2018 war auf der „Knöstplatte“ in Herdorf so richtig viel los. Dieses Jahr wird es zum Elften Elften aber keine Prinzenproklamation geben. Archivfoto: dach
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dach/thor/goeb Kreis Altenkirchen. Themen für eine närrische Verballhornung gibt es dieses Jahr wahrlich genug. Nur: Das Coronavirus macht auch vor schunkelnden Karnevalisten nicht Halt. Deshalb ziehen eigentlich alle Vereine im AK-Land derzeit die Reißleine – zumindest was die Veranstaltungen in diesem Herbst angeht. Proklamationen etwa wird es 2020 nicht geben. Einzig der Herkersdorfer Carnevalsclub hatte gestern Abend bei Redaktionsschluss noch nicht final darüber befunden, ob er denn im festlichen Rahmen auf dem Dorfplatz eine neue Tollität ausrufen möchte.

Die Herdorfer Karnevalsgesellschaft (KG) hat jedenfalls für klare Verhältnisse gesorgt. Der Vorstand ließ per Pressenotiz mitteilen, dass „alle in der Karnevalszeit üblichen Veranstaltungen in 2020 ausfallen werden“.

dach/thor/goeb Kreis Altenkirchen. Themen für eine närrische Verballhornung gibt es dieses Jahr wahrlich genug. Nur: Das Coronavirus macht auch vor schunkelnden Karnevalisten nicht Halt. Deshalb ziehen eigentlich alle Vereine im AK-Land derzeit die Reißleine – zumindest was die Veranstaltungen in diesem Herbst angeht. Proklamationen etwa wird es 2020 nicht geben. Einzig der Herkersdorfer Carnevalsclub hatte gestern Abend bei Redaktionsschluss noch nicht final darüber befunden, ob er denn im festlichen Rahmen auf dem Dorfplatz eine neue Tollität ausrufen möchte.

Die Herdorfer Karnevalsgesellschaft (KG) hat jedenfalls für klare Verhältnisse gesorgt. Der Vorstand ließ per Pressenotiz mitteilen, dass „alle in der Karnevalszeit üblichen Veranstaltungen in 2020 ausfallen werden“. Das bedeutet konkret für die KG vor allem die Prinzenparty im Oktober und die Sessionseröffnung am 11. November. Immerhin: Anstelle der Prinzenparty soll die Jahreshauptversammlung stattfinden, die coronabedingt bislang noch nicht durchgeführt worden ist. Man habe sich mit 15 Karnevalsvereinen beraten, sagte KG-Vorsitzender Thomas Otterbach auf Nachfrage, und nahezu alle seien sich einig gewesen, wegen der Pandemie die Narretei im Jahr 2020 komplett auf Eis zu legen.

Das bestätigten auch weitere Nachfragen der SZ. Auch die KG Brachbach wird in diesem Jahr ihre übliche Proklamation verzichten. So werden Prinz Sven I. (Meck) und bei den Kindern Prinzessin Klara I. (Bockheim), Jungfrau Antonia (Korstian) und Bauer Hannah (Schneider) erst einmal weiterregieren, kündigte Jutta Zöller vom Vorstandsteam an. Dabei wolle man im Verlauf der Session schauen, was möglich sei und werde dann kurzfristig entscheiden. Genau das ist auch die Marschrichtung beim KV Wehbach 04, wie Vorsitzender Michael Link von der Nordsee aus mitteilte. Zwar werde man sich noch einmal zusammensetzen, letztlich mache eine Proklamation aber auch nur mit der richtigen Stimmung Sinn. Ebenfalls auf närrische Aktivitäten wird man in diesem Jahr beim KVS in Scheuerfeld verzichten. „Wir werden im Dezember entscheiden, ob es Zeltveranstaltungen geben wird“, sagte Tanja John vom Vorstand. Man habe zum Glück keine langfristigen Verträge, an die man gebunden sei.

Auch beim Herkersdorfer Carnevalsclub (HCC) wird es in diesem Jahr nichts mit einer Proklamation der neuen Tollitäten im gewohnten Umfang. Das bestätigte Janina Niklas auf Anfrage. Die Vorsitzende teilt aber ebenfalls mit, dass es „was Kleines geben wird“, das man dann mit den vielen interessierten Jecken per Video übers Internet teilen kann. Denn: „Karneval ist mehr als eine Veranstaltung. Das hat für uns auch was mit Tradition und Brauchtum zu tun.“Wie der Rahmen für die kommende Proklamation des HCC gesteckt werden wird, steht indes noch nicht fest. Das werde in den kommenden Wochen und Monaten festgelegt. Aber, so Niklas: „Gar nichts zu machen ist für uns keine Option.“

Richtig viel Geld nimmt jedes Jahr im Februar die KG Wissen in die Hand. Die KG mietet jedes Jahr das Kulturwerk in Wissen. Aber: „Beim Saalkarneval habe ich ganz große Bedenken“, betont KG-Chef Klaus Schwamborn. Zum einen fällt es ihm schwer, sich Saalkarneval mit Mundschutz und Abstandsregelung vorzustellen. „Das können Sie vergessen.“ Abgesehen davon, dass keine Stimmung aufkommt, stimmt das Verhältnis von Gage und Publikumfrequenz unter diesen Voraussetzungen nicht. Will sagen: Der Verein engagiert prominente Größen des Karnevals, bleibt dann aber auf den Kosten sitzen, weil nur 200 Leute reindürfen. „Mit 200 Gästen kriegen Sie halt kein Programm finanziert, das ein paar Tausend Euro kostet.“

Schwamborn glaubt zwar, dass es Karneval in der einen oder anderen Form geben wird, doch sollte die Pandemie noch andauern – und danach sieht es aus –, wird das zuerst auf Kosten des Saalkarnevals gehen.

„Wir hängen leider total in der Luft.“ In dieser Zeit sind unter normalen Umständen die Verträge mit den Künstlern längst geschlossen. Doch niemand kann voraussehen, wie die Situation im Februar sein wird. Die KG trifft sich im August zur Mitgliederversammlung, wo die weitere Marschroute festgelegt werden soll.

Und auch die KG Herdorf – im Knappensaal gibt es mit Abstand die meisten Sitzungen im AK-Land – vertritt schon jetzt die Position, dass der Sitzungskarneval 2021 nicht wie gewohnt stattfinden kann. „Hier arbeitet der Verein an sicheren Ersatzkonzepten“, heißt es in der Mitteilung. KG-Vorsitzender Otterbach bringt etwa die Video-Plattform YouTube für die Auftritte der Tanzgruppen ins Spiel. Alleine bei der Karnevalsgesellschaft haben bereits drei Gruppen das Training für die kommende Session aufgenommen.

Es gibt allerdings auch Lichtblicke für die Fans von Sketchen, Schunkelrunden und Büttenreden: In Herdorf gebe es keine gekauften Auftritte, so Otterbach. Will heißen: „Wir sind da recht flexibel.“ Sollte es das Infektionsgeschehen vor Ort zulassen, könne man auch binnen wenigen Wochen ein Programm auf die Beine stellen.

Und Otterbach hat noch eine „neutrale Nachricht“, die in diesen Zeiten aber definitiv als gute durchgeht: Den großen Rosenmontagszug will die KG Herdorf zumindest zu diesem Zeitpunkt noch nicht absagen. „Wir möchten da flexibel bleiben.“ Ob der Zug sich dann auch wirklich durchs Hellerstädtchen schlängeln wird, steht indes auf einem ganz anderen Blatt.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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