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Ein Buch für spätere Generationen
Es war einmal ein Wald…

2012 ist rund um Dermbach noch viel Wald zu sehen.
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  • 2012 ist rund um Dermbach noch viel Wald zu sehen.
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dach Dermbach. Nichts ist so beständig wie der Wandel: Zwar war Heraklit von Ephesos nie im Sieg- oder Hellertal. Dennoch könnte man meinen, der griechische Philosoph hätte seinen berühmten Sinnspruch im Angesicht der hiesigen Wälder verfasst.
Drama im heimischen Fichtenwald
Darüber, dass ein kleines Käferchen – respektive Myriaden derer – nahezu den kompletten Fichtenbestand in der Region zu Fall gebracht hat, ist bereits ausführlich berichtet worden. Nun ist aber eine besondere Dokumentation dessen entstanden.

„Kahlschlag – Drama im heimischen Fichtenwald“: So ist eine Zusammenstellung überschrieben, die Johannes Schmidt nun als Buch im Eigenverlag herausbringt. Auf 100 Seiten dokumentiert der 73-Jährige, wie sich der Wald verändert hat bzw.

dach Dermbach. Nichts ist so beständig wie der Wandel: Zwar war Heraklit von Ephesos nie im Sieg- oder Hellertal. Dennoch könnte man meinen, der griechische Philosoph hätte seinen berühmten Sinnspruch im Angesicht der hiesigen Wälder verfasst.

Drama im heimischen Fichtenwald

Darüber, dass ein kleines Käferchen – respektive Myriaden derer – nahezu den kompletten Fichtenbestand in der Region zu Fall gebracht hat, ist bereits ausführlich berichtet worden. Nun ist aber eine besondere Dokumentation dessen entstanden.

„Kahlschlag – Drama im heimischen Fichtenwald“: So ist eine Zusammenstellung überschrieben, die Johannes Schmidt nun als Buch im Eigenverlag herausbringt. Auf 100 Seiten dokumentiert der 73-Jährige, wie sich der Wald verändert hat bzw. wie er verschwunden ist – am Beispiel des Dermbacher Haubergs.

Johannes Schmidt mit seinem Fotobuch.

Die Idee dazu sei Vorsteher Berthold Buchen gekommen. „Das hier müssen wir festhalten“, habe er seinerzeit gemeint. Und wie immer, wenn es in Dermbach etwas zu fotografieren gibt, wurde Johannes Schmidt hinzugerufen. Der gelernte Kaufmann hat jahrzehntelang eine Werbeagentur betrieben und dabei auch immer Aufnahmen gemacht. Entsprechendes Equipment und das nötige Auge bringt Schmidt also mit.

Fotografische Reise durch den Hauberg

Es sei zunächst darum gegangen, den Status quo für die Nachwelt auf Chip zu bannen. „Denn es dauert ja Generationen, bis die Kahlflächen wieder zugewachsen sind.“ Letztlich haben aber vier Kernfragen die Entstehung des Buches geprägt:
►Wie war es einmal?
►Was hat sich geändert?
►Wie ist das Holz geerntet worden?
►Wie sieht die Zukunft aus?

in diesem Buch ist auch die Aufnahme des roten Harvesters zu finden.
  • in diesem Buch ist auch die Aufnahme des roten Harvesters zu finden.
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Da zu einem Vorher-Nachher-Effekt eben auch ein Vorher gehört, traf es sich gut, dass Johannes Schmidt sein Heimatdorf immer mal wieder in den Sucher genommen hatte und über ein entsprechendes Archiv verfügt. Überhaupt ist es ein zumeist optisches Buch geworden. Der Großteil besteht aus Fotografien, garniert mit einigen Texten, Karten und tabellarischen Auflistungen.
Im August 2019 begann dann die fotografische Reise durch den Hauberg – nicht ahnend, dass auf jenen heißen Sommer ein noch brütenderer folgen sollte. Der Borkenkäfer fand also zwei Jahre in Folge allerbeste Bedingungen vor.

Wiederaufforstung hat längst begonnen

Entsprechend intensiv gestalteten sich mit der Zeit die Einsätze der Harvester. Schmidt gibt auch einige QR-Codes an, hinter denen sich Videos vom Kahlschlag in seiner Entstehung verbergen. „Ich hab’ das die ganze Zeit verfolgt“, berichtet Schmidt. Über 900 mit Holz vollgeladene Lkw verlassen schließlich den Wald. Die zusätzlichen 820 Festmeter Brennholz fallen dabei kaum noch ins Gewicht.
Am Ende sind 145 von 287 Hektar des Dermbacher Haubergs niedergemetzelt. „Ich hab manches Mal gedacht: ,Das ist schlimm. was da passiert.’“ Wobei sich Johannes Schmidt damit schwertut, den Stab über früheren Generationen zu brechen. „Unseren Vorfahren wird zu unrecht vorgeworfen, nur an den Profit gedacht zu haben. Das Holz wurde schließlich gebraucht.“

Ich hab manches Mal gedacht: ,Das ist schlimm, was da passiert.’
Johannes Schmidt
über seine Beobachtungen

Im Februar dieses Jahres sieht es um Dermbach ganz anders aus.
  • Im Februar dieses Jahres sieht es um Dermbach ganz anders aus.
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Das wird es auch künftig. Die Dermbacher Haubergsgenossen haben längst mit der Wiederaufforstung begonnen. Schmidt zeigt akribisch auf, in welchem Bereich – im Hauberg heißt es Abteilung – man auf welche Pflänzchen setzt, darunter Roterle, Douglasie, Lärche, Ahorn, Wildkirsche, Esskastanie oder Küstentanne.

Das Ende des Buches, soviel sei vorweggenommen, ist versöhnlich und hoffnungsfroh geraten. Das letzte Bild (abgesehen vom Umschlag) zeigt Johannes Schmidts Enkelsohn Leo. Der Vierjährige steckt dort, wo der Harvester gewütet hat, eine kleine Ulme in die Erde.

Das Buch ist beim Autor selbst zu bekommen. Johannes Schmidt ist unter Tel. (0171) 6939411 sowie unter johannes@ja-schmidt.de per E-Mail zu erreichen.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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