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Amtsgericht Betzdorf
Frau stürzte sich barbusig auf Beamten

Vor dem Amtsgericht Betzdorf wurde eine 45-Jährige zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
  • Vor dem Amtsgericht Betzdorf wurde eine 45-Jährige zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nb Herdorf. Klar, einsichtig und ohne sich selbst zu schonen, betrieb Nicole R. am Donnerstagmorgen im kleinen Sitzungssaal des Amtsgerichts Betzdorf Bestandsaufnahme ihres Lebens. Eine schwere psychische Erkrankung, dazu eine Drogen- und Alkoholabhängigkeit, die die 45 Jahre alte Frau so beschreibt: „Wenn ich mehr Geld hätte, hätte ich am liebsten von allem etwas.“
Es ist ein „ordentliches Päckchen“, das sie da mit sich trägt – und sie immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz geraten lässt. Verurteilungen wegen Diebstählen, Waffenbesitzes und zahlreicher Drogendelikte sind unter anderem in den Gerichtsakten aus Siegen und Betzdorf zu finden. Jetzt ist eine weitere Verurteilung hinzugekommen.
Denn von Klarheit und Einsicht konnte in einer Nacht Ende Juli 2019 bei Nicole R.

nb Herdorf. Klar, einsichtig und ohne sich selbst zu schonen, betrieb Nicole R. am Donnerstagmorgen im kleinen Sitzungssaal des Amtsgerichts Betzdorf Bestandsaufnahme ihres Lebens. Eine schwere psychische Erkrankung, dazu eine Drogen- und Alkoholabhängigkeit, die die 45 Jahre alte Frau so beschreibt: „Wenn ich mehr Geld hätte, hätte ich am liebsten von allem etwas.“
Es ist ein „ordentliches Päckchen“, das sie da mit sich trägt – und sie immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz geraten lässt. Verurteilungen wegen Diebstählen, Waffenbesitzes und zahlreicher Drogendelikte sind unter anderem in den Gerichtsakten aus Siegen und Betzdorf zu finden. Jetzt ist eine weitere Verurteilung hinzugekommen.
Denn von Klarheit und Einsicht konnte in einer Nacht Ende Juli 2019 bei Nicole R. (Name geändert) keinesfalls die Rede sein.

Angeklagte trug nur einen BH

Wegen Ruhestörung waren Beamte der Inspektion Betzdorf in dieser Nacht in ein Mehrfamilienhaus in Herdorf gerufen worden. Im Hausflur trafen sie auf Nicole R. – die trug als Oberteil lediglich einen BH, schrie herum, trommelte auf eine Tür ein und hob schließlich noch einen Flügel ihrer eigenen Wohnungstür aus den Angeln.
„Sie war vollkommen neben der Spur“, so beschrieb jetzt einer der beteiligten Polizisten seinen damaligen Eindruck von Nicole R. Versuche, auf die Frau einzureden, sie zu beruhigen, blieben ohne Resonanz: „Die war in ihrer eigenen Welt, sage ich mal.“
Im Laufe des Geschehens entledigte sich Nicole R. dann ihres BHs und „sprang barbusig“ auf einen weiteren Beamten zu, wie dieser schilderte. Die Angeklagte schubste den Polizisten gegen die Wand, wobei er einige Kratzer am Arm davontrug. Allerdings unterstrich der Zeuge auch: „Ich hatte nicht den Eindruck, dass sie mich in irgendeiner Weise verletzen wollte.“

Nicole R. fragte immer wieder nach ihrem Hund

Immer wieder habe Nicole R. nach ihrem Hund gefragt – und auch sie selbst bestätigte in der Verhandlung, dass ihre Sorge nur ihrem Tier galt, deshalb habe sie sich so gewehrt.
Die 45-Jährige hatte sich gleich zum Prozessauftakt entschuldigt und die Vorwürfe eingeräumt. Genaue Details konnte sie jedoch nicht beisteuern, hatte sie an dem Abend doch einen „Cocktail“ aus Cannabis, Alkohol und Medikamenten intus. Vier Beamte waren nötig, um die Angeklagte in ein Fahrzeug zu verfrachten. Dann wurde sie in die Psychiatrie nach Wissen gebracht.
Ambulante Therapien und regelmäßige Suchtberatung gehören schon länger zum Leben von Nicole R., die an einer bipolaren Störung leidet. Jetzt brachte Richter Erich Massow eine Langzeittherapie ins Spiel, „damit dass BTM-Problem mal angegangen wird“.
Nach einer kurzen Beratung mit Verteidiger Daniel Walker (Siegen) ließ Nicole R. wissen: Ja, sie würde eine Weisung zur Therapie akzeptieren.
Sie nutzte damit die berühmte letzte Chance, die ihr Massow gab. Sechs Monate auf Bewährung wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und fahrlässige Körperverletzung im Zustand verminderter Schuldfähigkeit lautete sein Urteil.
Und dass Nicole R., die am Tattag noch unter laufender Bewährung gestanden hatte, nicht ins Gefängnis muss, hat sie eben allein der Tatsache zu verdanken, dass sie die Weisung akzeptierte, sich unverzüglich um einen Therapieplatz zu kümmern. Ansonsten, so der Richter, „wäre das hier ohne Bewährung ausgegangen“.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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