Weltgebetstag in der evangelischen Kirche Herdorf
Frauen aus Vanuatu im Fokus

Prädikantin Christel Winterkamp dankte all jenen, die geholfen hatten, den Weltgebetstag so eindrucksvoll zu gestalten.
  • Prädikantin Christel Winterkamp dankte all jenen, die geholfen hatten, den Weltgebetstag so eindrucksvoll zu gestalten.
  • Foto: gum
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

gum Herdorf. Seit rund 70 Jahren wird der Weltgebetstag in Deutschland begangen. Die Idee zu der weltgrößten ökumenischen Basisbewegung von Frauen stammt aus den USA, wo sich Christinnen 1887 erstmals zu einem Gebetstag versammelten. 1927 wurde der erste internationale Gebetstag gefeiert. Mittlerweile reichen sich über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg Millionen von Frauen die Hände – wenn auch diesmal eher symbolisch – und beten um Frieden.
In der evangelischen Kirche in Herdorf hatten am Freitag die Frauen aus Herdorf, Dermbach und Struthütten zu einem ökumenisch gestalteten Präsenz-Gottesdienst unter strengen Corona-Bedingungen geladen, der von Marina Klektau und Nicola Spreemann ansprechend musikalisch umrahmt wurde. Hannelore Spickermann bereicherte den Gottesdienst mit einer Leinwand-Präsentation von Aufnahmen aus Vanuatu, einem Inselstaat im Südpazifik. Die dortigen Frauen hatten die Gebete, Lieder und Texte zusammengestellt.

Ein Blick über den Tellerrand

Die Vorsitzende des Abendkreises der evangelischen Kirchengemeinde Herdorf-Struthütten, Renate Hartmann, übernahm die Begrüßung der leider nur wenigen Besucherinnen: „Es ist schon bewegend, dass wir heute mit Frauen in der ganzen Welt verbunden sind.“ Sie zeigte sich dankbar dafür, dass es seit vielen Jahren möglich sei, den Weltgebetstag miteinander zu feiern, wenn in diesem Jahr aufgrund der Pandemie auch anders als gewohnt. „Wir wollen heute Sorgen und Ängste beim Namen nennen und dann wieder gestärkt in unseren Alltag zurückkehren“, so Hartmann.
Der Weltgebetstag erlaubt einen Blick über den Tellerrand zu den Christen anderer Kulturen. Er macht neugierig auf das Leben und den Glauben in anderen Ländern. Jedes Jahr erzählen die Frauen aus einem anderen Land von ihren Sorgen, Nöten aber auch Freuden und beschreiben die Schönheit ihres Landes.
Das Südseeparadies Vanuatu liegt auf dem pazifischen Feuerring, das führt zu einer besonderen Gefährdung. Aktuell kommen noch die Folgen des Klimawandels hinzu, was Martina Hütter in ihrer Predigt eindringlich beschrieb. Der Meeresspiegel steige, regelmäßig erschütterten Erdbeben die Insel und verheerende Zyklone schlügen dort immer häufiger auf, so die Gemeindereferentin der Pfarrei St. Aloisius. Ein großes Problem sei die allgegenwärtige Gewalt gegen Frauen: Über die Hälfte habe bereits Gewalterfahrungen in einer Partnerschaft gemacht. Doch trotz aller Bedrohungen vertrauten die Einwohner auf Gott, was sich an der Aufschrift der Flagge des kleinen Staats zeige: „In God we stand“, das heißt in etwa „mit Gott bestehen wir“.

Teils erschütternde Geschichten

Angelehnt an die Bibelstelle des diesjährigen Mottos aus dem Matthäus-Evangelium (7,24-27), „Worauf bauen wir? Nur ein Haus, das auf festem Grund steht, hält Stürmen stand“, fordern die Frauen aus Vanuatu dazu auf, an Althergebrachtem zu rütteln, sich neu zu vergewissern, ob das Haus unseres Lebens auf sicherem Grund steht oder nur auf Sand gebaut ist.
Verschiedene Mitglieder des Gottesdienst-Vorbereitungsteams gaben den Frauen aus dem Inselstaat ihre Stimme, lasen teils erschütternde Geschichten von Armut und Verzweiflung, von Hoffnung, Träumen und festem Glauben vor, die in der Antwort auf die Frage „Was trägt unser Leben, wenn alles ins Wanken gerät?“ mündeten.
Abschließend segnete Prädikantin Christel Winterkamp die Anwesenden und mahnte: „Auch wir in Europa sind von Naturkatastrophen betroffen. Wir sind nicht unschuldig daran. Hilf uns Gott, dass wir achtsam und verantwortungsvoll mit deiner Schöpfung umgehen, die Leben für uns ermöglicht.“
Sie dankte allen, die mitgeholfen hatten, den Gottesdienst zu gestalten, und forderte dazu auf, durch die Kollekte einen kleinen Teil des Reichtums an die Weltgebetstags-Gemeinschaft zu geben.

Autor:

Gaby Wertebach (Freie Mitarbeiterin) aus Betzdorf

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