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Feuerlöschdienst und Ledereimer
Freiwillige Feuerwehr begeht 100-jähriges Bestehen

Vor der Fahne der Feuerwehr stellten sich Florian Knautz (l.) und Jörg Hölzemann auf.
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rai Weitefeld. Die Wurzeln des Brandschutzes reichen in Weitefeld weiter zurück, über das 100-Jährige der Freiwilligen Feuerwehr hinaus. Auch die Gedanken von 1901, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, die 1909 in einer Pflichtfeuerwehr aufging, decken die Geschichte noch nicht ab. Anno 1809 erzählte das „Nassauische Intelligenzblatt“, dass zwei Häuser niederbrannten.

„Wir haben neue Erkenntnisse“, berichtete Wehrführer Jörg Hölzemann, der mit seinem Stellvertreter Florian Knautz in der Chronik blätterte. Diese wurde nun um ein Ereignis 112 Jahre vor der Gründung der Wehr ergänzt. Feuerwehrkamerad Klaus Weinbrenner hatte das recherchiert. Die Weitefelder Einsatzkräfte standen 1809 nicht allein bei ihrem Kampf gegen den roten Hahn.

rai Weitefeld. Die Wurzeln des Brandschutzes reichen in Weitefeld weiter zurück, über das 100-Jährige der Freiwilligen Feuerwehr hinaus. Auch die Gedanken von 1901, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, die 1909 in einer Pflichtfeuerwehr aufging, decken die Geschichte noch nicht ab. Anno 1809 erzählte das „Nassauische Intelligenzblatt“, dass zwei Häuser niederbrannten.

„Wir haben neue Erkenntnisse“, berichtete Wehrführer Jörg Hölzemann, der mit seinem Stellvertreter Florian Knautz in der Chronik blätterte. Diese wurde nun um ein Ereignis 112 Jahre vor der Gründung der Wehr ergänzt. Feuerwehrkamerad Klaus Weinbrenner hatte das recherchiert. Die Weitefelder Einsatzkräfte standen 1809 nicht allein bei ihrem Kampf gegen den roten Hahn. Wehrleute aus Kirburg und Elkenroth waren auch mit der Feuerspritze herbeigeeilt. Diese Geschichte des Feuerwehrwesens in der Höhengemeinde ist in der Chronik zum 100-Jährigen notiert. Darin ist auch zu lesen, dass die 1922 gegründete Wehr in Weitefeld der Löschzug 2 war. In Oberdreisbach, das heute zu Weitefeld gehört, war bereits 1921 der Löschzug 1 gegründet worden. In den 1970er-Jahren war aus beiden Wehren der heutige Löschzug Weitefeld entstanden.

Bräutigam in den Löschdienst verpflichtet

Auch nach 1809 überließ man den Brandschutz nicht dem Zufall, wie der Chronik zu entnehmen ist: „Am Tag seiner standesamtlichen Hochzeit wurde der Bräutigam in den Löschdienst verpflichtet und bekam einen Ledereimer geschenkt.“ Feuerlöschdienst und lederner Eimer sind Vergangenheit.

Anfang der 1920er-Jahre wurde der Brandschutz mit den Freiwilligen Feuerwehren Oberdreisbach und Weitefeld neu organisiert. Mehr als 50 Mann meldeten sich freiwillig, dem Nächsten zur Wehr, und zwar mit Steiger-, Spritzen-, Ordnungs- und Wasserabteilung.

Offensichtlich war die Wehr personell gut ausgestattet. Die Gemeinde besorgte 1923 Spritze und Schläuche. Ein Jahr später hatte die Wehr nach einem Blitzeinschlag in eine Scheune ihren ersten Einsatz. Es war zu wenig Schlauchmaterial vorhanden, die Wehr Oberdreisbach wurde hinzugeholt. Der Gemeindevorsteher habe daraufhin neue Schläuche angeschafft, so Hölzemann. Eine lange Tradition hat es, dass am Sonntagmorgen in der Früh geübt wird. Anfangs um 6 Uhr. „Man musste fertig sein, wenn es in die Kirche ging“, berichtete Hölzemann. Heute wird noch sonntags geübt, um 7.30 Uhr. „Das sind die am besten besuchten Übungen“, weiß der Wehrführer. Ab 1964 wurde auch mit dem ersten Feuerwehrauto, einem Tragspritzenfahrzeug, geübt. 1969 war die Fusion der Wehren Oberdreisbach und Weitefeld beschlossen worden. Als „Löschzug 2“ liefen beide als eigenständige Wehr.

Eine Woche wurde Wasser gepumpt“

Offenbar hatte es immer wieder mal geruckelt. Mitte der 1970er-Jahre dann hatte die Fusion Bestand – dann gab es den Löschzug Oberdreisbach nicht mehr. „Der Löschzug Oberdreisbach löste sich aus Protest, dass man in Weitefeld üben musste, auf.“ Lediglich drei Oberdreisbacher Kameraden wechselten nach Weitefeld. „Heute haben wir wieder sehr viele Oberdreisbacher“, freute sich Hölzemann. Einem Großbrand sah sich die Wehr in Oberdreisbach gegenüber, als einst die Nickel-Hallen brannten. Die gesamte Verbandsgemeindewehr (damals Daaden) war im Einsatz. Auch zu Verkehrsunfällen und Wohnhausbränden rückte die Wehr aus – und 2002 war man beim Hochwassereinsatz in Bitterfeld dabei. „Eine Woche wurde Wasser gepumpt“, berichtete Hölzemann. Dann kam die Flutkatastrophe im Ahrtal, und in der Chronik ist notiert: „Im Juli 2021 erlebte der Löschzug den größten und schlimmsten Einsatz in der 100-jährigen Geschichte.“ 1996 hatte der Löschzug das heutige Feuerwehrhaus bezogen, das in Eigenleistung sowie mit Eigenmitteln vom Förderverein errichtet wurde. Hier steht auch das HLF 10 und das Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz (LFKatS) des Bundes.

Die Feuerwehr sei von der Mannschaftsstärke und Ausbildung gut aufgestellt, sagte Hölzemann. Ein Schwerpunkt sei Technische Hilfeleistung. Für die Verbandsgemeindewehr Daaden/Herdorf ist man für Absturzsicherung zuständig. Zum Jubiläum hat man sich ein neues Logo gegeben, das die Feuerwehrfrauen Lara Lenz und Carla Hölzemann gestaltet haben: Vor dem Umriss des HLF10 ist die Silhouette der Mannschaft zu sehen.

Das Jubiläum wird am Wochenende in der Jumbo-Halle der Firma Stühn gefeiert. Am Freitag, 24. Juni, um 18 Uhr findet ein Kommers statt, anschließend Tanz mit DJ Uwe. Am Samstag ist der Kreisfeuerwehrtag (s. Meldung auf Seite 8) – ab 13 Uhr Blaulicht und Aktionsmeile. „Tanz mit Bayerns wildester Partyband“ heißt es abends ab 19 Uhr (Einlass 18 Uhr) mit „Die Hirsch’n“. Karten gibt’s an der Abendkasse.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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