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Fortsetzung im Missbrauchsprozess
Freundinnen machen ihre Aussagen

Hat Michael T. seine Tochter Johanna über rund zehn Jahre immer wieder missbraucht? Das ist die Frage, mit der sich die 1. Große Strafkammer des Koblenzer Landgerichts derzeit beschäftigt.
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dach Koblenz/Herdorf. Hat Michael T. seine Tochter Johanna über rund zehn Jahre immer wieder missbraucht? Das ist – wie bereits berichtet – die Frage, mit der sich die1. Große Strafkammer des Koblenzer Landgerichts derzeit beschäftigt.Seit dem fünften Lebensjahr des Mädchens soll es laut Anklage so gewesen sein. Und klar, für die Kammer unter Vorsitz von Richter Thomas Metzger wäre es wichtig gewesen, hätte die heute 15 Jahre alte Johanna (alle Namen geändert) im Zeugenstand von ihrem mutmaßlichen Martyrium in ihrem damaligen Zuhause in Herdorf berichtet. Doch das hat sie nicht getan.
Am Montagmorgen wurde zunächst die Öffentlichkeit aus dem Prozess ausgeschlossen. Dann aber machte Johanna, die auch als Nebenklägerin in dem Verfahren auftritt, von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

dach Koblenz/Herdorf. Hat Michael T. seine Tochter Johanna über rund zehn Jahre immer wieder missbraucht? Das ist – wie bereits berichtet – die Frage, mit der sich die1. Große Strafkammer des Koblenzer Landgerichts derzeit beschäftigt.Seit dem fünften Lebensjahr des Mädchens soll es laut Anklage so gewesen sein. Und klar, für die Kammer unter Vorsitz von Richter Thomas Metzger wäre es wichtig gewesen, hätte die heute 15 Jahre alte Johanna (alle Namen geändert) im Zeugenstand von ihrem mutmaßlichen Martyrium in ihrem damaligen Zuhause in Herdorf berichtet. Doch das hat sie nicht getan.
Am Montagmorgen wurde zunächst die Öffentlichkeit aus dem Prozess ausgeschlossen. Dann aber machte Johanna, die auch als Nebenklägerin in dem Verfahren auftritt, von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Der Angeklagte ist schließlich ihr leiblicher Vater. Also konzentrierte sich Richter Metzger auf drei weitere Zeugen, allesamt aus Johannas Umfeld.

38-Jähriger soll Tochter missbraucht haben

Mädchen offenbart sich Freundinnen

Zunächst hatte sich Johanna zwei Freundinnen offenbart: Linda und Conny. An Lindas 13. Geburtstag spielten die Schulfreundinnen Wahrheit oder Pflicht. Dabei kamen die Mädchen auf das Thema Familie zu sprechen. Laut Lindas Aussage habe Johanna in diesem Zusammenhang zunächst erwähnt, dass es ihr wegen ihres Vaters nicht gut gehe. Wovon sie genau berichtet habe, fragte Richter Metzger behutsam nach. „Dass der Vater sie angepackt hat“, so Linda. Johanna habe erzählt, dass das seit ihrem fünften Lebensjahr so gehe, dass es mit der Zeit immer mehr geworden sei und dass sie lange gedacht habe, das sei normal.Sie selbst, also Linda, habe erschrocken auf die Berichte ihrer Freundin reagiert, ihr aber auch Unterstützung angeboten. Und das dürfte eine entscheidende Wendung in dem Fall gewesen sein. Denn Linda hat zwar dicht gehalten, Johanna aber einige Wochen später offenbar davon überzeugen können, die ganze Sache mit ihrem, also Lindas, Vater zu besprechen.

Der 46-Jährige war ebenfalls als Zeuge geladen und erzählte von dem Moment, als sich Johanna zwischen ihn und den Fernseher geschoben und gesagt habe, sie wolle ihm etwas erzählen. Und das tat sie demnach auch. „Ich war geschockt“, sagte Lindas Vater im Zeugenstand. Er befand aber auch: „Ich hab‘ nicht eine Sekunde an dieser Geschichte gezweifelt.“ Johanna habe er stets als sehr verschlossenes, ja eingeschüchtertes Mädchen erlebt. Bei der Schilderung ihres Schicksals habe sie indes keine Gefühlsregung gezeigt.

„Ich bin Papas Sexspielzeug“

Ob Johanna von einem einmaligen Vorfall berichtete habe, wollte Richter Metzger wissen. Lindas Vater sagte nur kurz und knapp: „Regelmäßig.“ Und an einen Satz konnte er sich noch ganz genau erinnern. „Ich bin Papas Sexspielzeug“, soll Johanna gesagt haben.Gemeinsam mit den beiden Mädchen sei er dann zur nächsten Polizeidienststelle gefahren, in diesem Falle Wilnsdorf. Hier habe Johanna erneut von den Vorfällen mit ihrem Vater berichtet. Noch am selben Abend sei Johanna in einer Einrichtung in Freudenberg untergekommen. Auch Conny sagte am Montag aus, konnte sich aber an einiges nicht mehr richtig erinnern. Ihr hatte Johanna wohl schon mal in der Schule von etwaigen Übergriffen ihres Vaters erzählt. Auch Conny verriet niemandem etwas. Was sie – und auch Linda – zu berichten wusste: Das Verhältnis von Johanna zu ihren Eltern – beziehungsweise umgekehrt – sei nicht das beste gewesen. Ihre Freundin sei von ihrem Vater, also vom Angeklagten, immer wieder „angemotzt und angebrüllt“ worden, so Linda.
Mittlerweile ist auch das Verhältnis von Conny und Linda zu Johanna abgekühlt, seitdem Johanna nicht mehr zur selben Schule geht. Und kurz nachdem sie bei der Polizei gewesen seien, habe die Mutter von Johanna sogar verboten, dass sie sich melde, sagte Linda. Das sei aber vorbei, meinte Richter Metzger: „Das Sorgerecht ist weg.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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