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Steampunk-Ausstellung im Bergbaumuseum
Gegenstände mit Geschichte

Interessiert schauten sich die Besucher bei der Eröffnung die Exponate an, auch diese Forschungsstation. Mit im Bild: Museumsleiter Achim Heinz (3. v. l.).
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  • Interessiert schauten sich die Besucher bei der Eröffnung die Exponate an, auch diese Forschungsstation. Mit im Bild: Museumsleiter Achim Heinz (3. v. l.).
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rai Sassenroth.  Balthasar von Grimm hatte noch bis tief in die Nacht an der Mund-Nasen-Maske gearbeitet, die aus Leder, Kupferrohren und Kupferdrähten entstanden ist. Ein echter Hingucker, hinter dem er den Besuchern im Bergbaumuseum des Landkreises Altenkirchen in Sassenroth vom Kreieren, Tüfteln, Fertigen und den Geschichten seiner Arbeiten erzählte.

Bergbau und Steampunk – wie passt das zusammen? Für Leiter Achim Heinz ist das leicht erklärt. Mitte des 19. Jahrhunderts wäre der Bergbau in unserer Region zum Erliegen gekommen, wenn es keine entsprechende technische Entwicklung gegeben hätte.

Das besondere am Steampunk sei die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft, sagte Heinz: „Es werden Objekte kreiert, die es so nie gegeben hat.

rai Sassenroth.  Balthasar von Grimm hatte noch bis tief in die Nacht an der Mund-Nasen-Maske gearbeitet, die aus Leder, Kupferrohren und Kupferdrähten entstanden ist. Ein echter Hingucker, hinter dem er den Besuchern im Bergbaumuseum des Landkreises Altenkirchen in Sassenroth vom Kreieren, Tüfteln, Fertigen und den Geschichten seiner Arbeiten erzählte.

Bergbau und Steampunk – wie passt das zusammen? Für Leiter Achim Heinz ist das leicht erklärt. Mitte des 19. Jahrhunderts wäre der Bergbau in unserer Region zum Erliegen gekommen, wenn es keine entsprechende technische Entwicklung gegeben hätte.

Das besondere am Steampunk sei die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft, sagte Heinz: „Es werden Objekte kreiert, die es so nie gegeben hat.“ Einen schönen Einblick öffnet nun die Sonderausstellung.

Der Aha-Effekt stellte sich sogleich ein, als die Besucher interessiert Balthasar von Grimm lauschten, z. B. an einem dampfbetriebenen U-Boot, das einen gedanklichen Bezug zu der fantastischen Erzählung „20 000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne aufkommen lässt. Als der heute 69-jährige Balthasar von Grimm als Werbetechniker sein Unternehmen weitergab, fehlte ihm eine Herausforderung, erinnert er sich. Dies änderte sich, als er auf Steampunk aufmerksam wurde. Dass er darin aufgeht, das spürt man, wenn man die Werke betrachtet und Balthasar von Grimm zuhört, der bürgerlich mit Rüdiger Härtel unterzeichnet, und neben der stilechten Maske auch einen ebensolchen Hut aufhatte.

Hinter jedem Gegenstand, den er kreiert und geschaffen hat, steckt eine Geschichte, und einige möchte er später in einem Roman zusammenfassen. Die viktorianische Ära, der sich der Steampunk bedient, sei von der Mode her ästhetisch und ein bewegendes Zeitalter mit Maschinen gewesen. Und: Es sei das beste Zeitalter, um heutiges Wissen „reinzupflanzen“.

Mit Metallteilen, Aluminiumplatten, Kupfer, Messing, Waschmaschinenschläuchen aus Kunststoff, Papier und Pappe gibt Balthasar von Grimm allem Form und Gestalt. Auch der 3D-Drucker kommt zum Einsatz und der Heißstift bringt Kunststoff mit 210 Grad Celsius auf – Schicht für Schicht.

So auch bei einem Mega-Kraken: „Das ist etwas ausgeufert“, schmunzelt er. Ein halbes Jahr war er damit beschäftigt. Aber die Mühen und der Fleiß haben sich gelohnt.

Woher kommt der Künstlername? Er sei abgeleitet vom dritten Bruder der Gebrüder Grimm, sagte er mit einem Augenzwinkern: „Den hat niemand gesehen.“ Die Gebrüder hätten Geschichten gesammelt. Um Geschichten gehe es ja auch bei ihm.

Rein Dekoratives schafft er, wie den Fisch an der Wand, der einst ein Tischstaubsauger war. Aber er fertigt z. B. auch Lampen im Steampunk-Stil, die dekorativ und funktional zugleich sind.

Auch auf der Fahrt nach Sassenroth entdeckte er neues Werkmaterial. An einem Glascontainer war eine alte Kaffeemaschine, die zukünftig wieder Kaffee brühen soll – aber: „Das Gerät wird, wenn ich es im Stil von Steampunk bearbeitet habe, nicht mehr wie eine Kaffeemaschine aussehen.“

Balthasar von Grimm stellt im Übrigen zum zweiten Mal im Bergbaumuseum aus. Debüt war bei „Sagenhaftes Bergwerk“ im Dezember (die Siegener Zeitung berichtete). Damals war auch Erwin Engel aus Betzdorf zu Gast. „Ich finde es schön, was hier entsteht“, sagte Engel, der zur Eröffnung am Sonntag einer der ersten Besucher war – und etwas mitgebracht hatte. Ein altes Uhrwerk zum Aufziehen schenkte er dem „Steampunker“. Letzterer zeigte sich dankbar, und eine mögliche Verwendung der Mechanik hatte er gleich vor Augen.

Die Ausstellung ist bis auf Weiteres täglich – außer montags – im Bergbaumuseum zu sehen: 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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