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Ortsverband Daaden-Herdorf gegründet
Grüne Auferstehung

Der Vorstand des neuen grünen Ortsverbands Daaden-Herdorf (v. l.): Rainer Stockschläder, Anna Schweitzer, Andrea Hornickel-Weber, Jana Schlosser und Bernd Klein.
  • Der Vorstand des neuen grünen Ortsverbands Daaden-Herdorf (v. l.): Rainer Stockschläder, Anna Schweitzer, Andrea Hornickel-Weber, Jana Schlosser und Bernd Klein.
  • Foto: Partei
  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

sz/dach Herdorf/Daaden. Es war eine Scheidung im Zorn: 2013 löste sich der Herdorfer Ortsverband der Grünen auf. „Das war damals eine personelle Sache“, sagt Rainer Stockschläder. Diese Person, an der die Herdorfer Grünen bzw. deren Strukturen seinerzeit zerschellt sind, heißt Daniel Köbler. Der war von 2011 bis 2016, nach einem grandiosen Wahlergebnis bis zu einem desaströsen, Vorsitzender der grünen Landtagsfraktion.

In diese Zeit fiel die Kommunalreform, die vor allem in Herdorf für richtig viel miese Laune gesorgt hat (bei manchem bis heute). Auch die damaligen Grünen aus dem Hellertal konnten an einer Eingliederung in die Verbandsgemeinde Daaden nichts Spaßiges erkennen.

Also suchten sie den Dialog mit ihren Parteifreunden aus dem Mainzer Landtag.

sz/dach Herdorf/Daaden. Es war eine Scheidung im Zorn: 2013 löste sich der Herdorfer Ortsverband der Grünen auf. „Das war damals eine personelle Sache“, sagt Rainer Stockschläder. Diese Person, an der die Herdorfer Grünen bzw. deren Strukturen seinerzeit zerschellt sind, heißt Daniel Köbler. Der war von 2011 bis 2016, nach einem grandiosen Wahlergebnis bis zu einem desaströsen, Vorsitzender der grünen Landtagsfraktion.

In diese Zeit fiel die Kommunalreform, die vor allem in Herdorf für richtig viel miese Laune gesorgt hat (bei manchem bis heute). Auch die damaligen Grünen aus dem Hellertal konnten an einer Eingliederung in die Verbandsgemeinde Daaden nichts Spaßiges erkennen.

Also suchten sie den Dialog mit ihren Parteifreunden aus dem Mainzer Landtag. „Doch die haben sich schwer damit getan, mit uns ins Gespräch zu kommen.“ Konkret sei der damalige Fraktionschef Köbler zweimal in Herdorf gewesen, habe sich laut Stockschläder aber dabei alles andere als mit Ruhm bekleckert. Es sei deutlich geworden, dass die Sorgen und Nöte der Herdorfer für Köbler vollkommen nebensächlich gewesen seien. „Das hat mich wirklich geärgert“, sagt Rainer Stockschläder, so etwas wie ein grünes Urgestein im AK-Land. Köbler wurde zur persona non grata im Hellerstädtchen – und der Ortsverband, 1985 als einer der ersten in der Region gegründet, segnete das Zeitliche.

Einige Mitglieder hätten damals ihr Parteibuch zurückgegeben, andere – so wie er selbst – seien den Grünen treu geblieben. „Wir hatten ja auch keine Probleme mit der Bundes- oder Kreispartei.“ Also ist es, zumindest aus Herdorfer Sicht, nun so etwas wie eine Auferstehung des Ortsverbands, für die Daadener Seite (und die Dörfer der ehemaligen Verbandsgemeinde) indes eine Premiere.

Dort hat es bislang keine Organisation von Bündnis 90/Die Grünen gegeben – wenngleich doch vor einigen Jahren gewisse Bestrebungen, wie Stockschläder im Gespräch mit der SZ verrät. Daraus wurde aber nichts. Immerhin: Bei der letzten Kommunalwahl gab es eine grüne Liste für den Verbandsgemeinderat – und insgesamt drei Kandidaten schafften den Sprung in dieses Gremium.

Zwei davon, Jana Schlosser (Herdorf) und Andrea Hornickel-Weber (Weitefeld), stehen nun dem neu gegründeten Ortsverein als Sprecherinnen vor, wie einer Mitteilung an die Redaktion zu entnehmen ist. Komplettiert wird der Vorstand von Kassierer Bernd Klein (Daaden) und den Beisitzern Anna Schweitzer und Rainer Stockschläder (beide Herdorf).

Zur Gründungsversammlung hatte der Kreisvorstand der Grünen eingeladen – und neun der 13 Mitglieder kamen. Rudolf Beyer, der gemeinsam mit Andrea Hornickel-Weber die Satzung vorbereitet hatte, übernahm die Sitzungsleitung. Alle nötigen Abstimmungen fielen demnach einstimmig aus. Damit ist der grüne AK-Kreisverband komplett, hat in allen Verbandsgemeinden nun eigene Ortsverbände.

„In monatlichen Treffen soll es nun daran gehen, die Verbandsgemeinde mit grünen Themen anzureichern“, heißt es in der Mitteilung. Inhaltlich will man die Themen Jugendarbeit, Bürgerbeteiligung und moderne Verkehrskonzepte in den Blick nehmen.

Zum Abschluss der Versammlung berichtete der Kreisbeigeordnete Gerd Dittmann aus seinem Geschäftsbereich. Die Mitglieder bewerteten demnach die ersten Ansätze in seiner Amtszeit bei der Abfallwirtschaft, aber auch bei Maßnahmen zu Energieeinsparungen sehr positiv.

Noch einmal zurück zur Historie: Auch wenn es in Herdorf in den vergangenen sieben Jahren keinen grünen Ortsverein gegeben hat, so juckte es den Akteuren bereits zu den Kommunalwahlen 2014 politisch in den Fingern. Aus deren Dunstkreis wurde seinerzeit die Liste Stein aufgestellt, benannt nach deren „Anführer“, Christoph Stein, ebenfalls Grünen-Mitglied. Der Einzug in den Stadtrat gelang seinerzeit, und 2019 erneut. Zur Frage, ob denn die Liste Stein nach der nächsten Kommunalwahl aus dem Herdorfer Stadtrat verschwindet und dafür eine grüne Fraktion Einzug hält, macht Stockschläder allerdings den Beckenbauer, sagt: „Schau’n mer mal.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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