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Philipp Stinner bietet "Savegrabber" kostenlos an
Helferlein in Corona-Zeiten

Philipp Stinner druckt reihenweise „Savegrabber“ aus Hartplastik, parallel auf zwei Geräten. Er verschenkt die kleinen Helferlein in Zeiten der Corona-Pandemie.
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  • Philipp Stinner druckt reihenweise „Savegrabber“ aus Hartplastik, parallel auf zwei Geräten. Er verschenkt die kleinen Helferlein in Zeiten der Corona-Pandemie.
  • Foto: dach
  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

dach Sassenroth. Türklinken, Lichtschalter, Aufzugknöpfe: An solchen neuralgischen Punkten tummeln sich in der Regel unsichtbare Hinterlassenschaften. Mikroskopisch kleine Krankheitserreger „kleben“ oftmals auf jenen Flächen, die von vielen Menschen angefasst werden.

Hier kommt der „Savegrabber“ (zu deutsch: „Sicherheitsgreifer“) ins Spiel, ein kleines Helferlein aus Kunststoff. Ein Haken mit Ringgriff, ähnlich einem Flaschenöffner. Dieses Teil hat Martin Stoiber entwickelt. Und der Ingenieur aus Wien hat dessen „Bauplan“ in Spezialforen der 3-D-Druck-Szene zum Herunterladen eingestellt.

Dort ist Philipp Stinner auf den „Savegrabber“ aufmerksam geworden. Hobbymäßig beschäftigt er sich mit dem 3-D-Druck, hat zwei solcher Geräte zuhause.

dach Sassenroth. Türklinken, Lichtschalter, Aufzugknöpfe: An solchen neuralgischen Punkten tummeln sich in der Regel unsichtbare Hinterlassenschaften. Mikroskopisch kleine Krankheitserreger „kleben“ oftmals auf jenen Flächen, die von vielen Menschen angefasst werden.

Hier kommt der „Savegrabber“ (zu deutsch: „Sicherheitsgreifer“) ins Spiel, ein kleines Helferlein aus Kunststoff. Ein Haken mit Ringgriff, ähnlich einem Flaschenöffner. Dieses Teil hat Martin Stoiber entwickelt. Und der Ingenieur aus Wien hat dessen „Bauplan“ in Spezialforen der 3-D-Druck-Szene zum Herunterladen eingestellt.

Dort ist Philipp Stinner auf den „Savegrabber“ aufmerksam geworden. Hobbymäßig beschäftigt er sich mit dem 3-D-Druck, hat zwei solcher Geräte zuhause.

Als Stinner den Entwurf von Martin Stoiber gesehen und die Idee dahinter erkannt hatte, war gleich die Devise: „Ja klar, das mach’ ich auch!“

Der 33-Jährige dachte aber dabei nicht nur an sich und seine engsten Vertrauten, sondern an all diejenigen, die sich solch eine Alltagshilfe in Zeiten der Corona-Pandemie wünschen. Er warf umgehend beide 3-D-Drucker an und legte mit der „Massenproduktion“ los. Wobei Masse in diesem Zusammenhang ein etwas schiefer Begriff ist. Denn das Herstellen der „Savegrabber“ nimmt ein wenig Zeit in Anspruch.

Der kleine Drucker schafft in zwei Stunden vier Exemplare, der große elf in sechs Stunden. Das liegt daran, das die Nase des Druckkopfs bei jedem Durchgang nur 0,2 Millimeter Kunststoff aufträgt. Dementsprechend oft muss der Drucker über die jeweiligen Bereiche gleiten. Damit das Ausgangsmaterial nicht verschwendet wird (und damit der Druck schneller vonstatten geht), ist die Struktur im Inneren eine Art Gitter.

Das Material ist PETG, eine Variante des PET (Polyethylenterephthalat), das beispielsweise zur Herstellung von Einweg-Getränkeflaschen verwendet wird. Das PETG wird – wie überdimensionales Nähgarn – über eine Spule in den Drucker geleitet und hier kurz verflüssigt. Per Abkühlung wird es dann in die gewünschte Form gebracht.

Das PETG lässt sich gut desinfizieren. Und: Der „Savegrabber“ ist recht dünn und läuft vorne spitz zu. „Damit wird die Kontaktfläche minimiert“, erläutert Stinner.

Für sein Ansinnen, möglichst viele „Savegrabber“ möglichst vielen Menschen zur Verfügung zu stellen, hat Philipp Stinner Mitstreiter in Neunkirchen gefunden. Die Eigentümer des Online-Shops www.schmelz.bar liefern dem Sassenrother kostenlos das Rohmaterial.

In den sozialen Netzwerken hat er sein Vorhaben bereits kundgetan und entsprechend positive Reaktionen erhalten. „Find’ ich richtig mega!“ oder „Klasse Idee!“ hieß es da. Abholen muss man den „Savegrabber“ allerdings noch ganz in der realen Welt. Zu Geschäftszeiten sind die Helferlein an Stinners Arbeitsplatz zu bekommen, dem Kfz-Betrieb „Blitz-Sauber“ im Herdorfer Ortsteil Sassenroth, Hellertalstraße 99. Darüber hinaus postiert Philipp Stinner ein Eimerchen mit „Savegrabbern“ am Eingangsbereich des hiesigen Dorfgemeinschaftshauses (ebenfalls an er Hellertalstraße) – in der Hoffnung, dass sich alle Interessierten solidarisch verhalten und nur so viele mitnehmen, wie sie wirklich benötigen.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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