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Im nächsten Jahr heißt es 675 + 1
Herdorf feiert Jubiläum mit Verspätung

Herdorf – rund 80 Jahre vor der Stadtwerdung. Logischerweise gehört auch die vorletzte Jahrhundertwende zur Historie des zentralen Orts im Hellertal. Vor 675 Jahren wurde Herdorf erstmals in einer Urkunde erwähnt. Eine Party gibt’s nächstes Jahr. Foto: Archiv
  • Herdorf – rund 80 Jahre vor der Stadtwerdung. Logischerweise gehört auch die vorletzte Jahrhundertwende zur Historie des zentralen Orts im Hellertal. Vor 675 Jahren wurde Herdorf erstmals in einer Urkunde erwähnt. Eine Party gibt’s nächstes Jahr. Foto: Archiv
  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

dach Herdorf. Das „Mannbuch derer von Bicken“ gilt gemeinhin als Ursprung von Biersdorf, zumindest formal-wissenschaftlich gesehen. Darin sind die Grundbesitzer von ,,Birstorif“ als zehntpflichtig gegenüber der adligen Familie von Schelt notiert. Es ist somit die älteste bislang bekannte urkundliche Erwähnung des heutigen Daadener Ortsteils. Und damit – darauf hat man sich hierzulande geeinigt – besiegelt diese Urkunde quasi den „Geburtstag“ des Dorfes.

675 Jahre ist das nun her. Entsprechend groß wurde das Jubiläum vor einigen Wochen gefeiert – samt stehendem Festzug und einem ausverkauften Konzert der Kölsch-Rocker „Brings“. Klar, Anlass dessen war zu einem Gutteil ein noch „runderes“ Ereignis: Quasi in einem Rutsch wurde auch das 800-Jährige von Daaden gefeiert.

dach Herdorf. Das „Mannbuch derer von Bicken“ gilt gemeinhin als Ursprung von Biersdorf, zumindest formal-wissenschaftlich gesehen. Darin sind die Grundbesitzer von ,,Birstorif“ als zehntpflichtig gegenüber der adligen Familie von Schelt notiert. Es ist somit die älteste bislang bekannte urkundliche Erwähnung des heutigen Daadener Ortsteils. Und damit – darauf hat man sich hierzulande geeinigt – besiegelt diese Urkunde quasi den „Geburtstag“ des Dorfes.

675 Jahre ist das nun her. Entsprechend groß wurde das Jubiläum vor einigen Wochen gefeiert – samt stehendem Festzug und einem ausverkauften Konzert der Kölsch-Rocker „Brings“. Klar, Anlass dessen war zu einem Gutteil ein noch „runderes“ Ereignis: Quasi in einem Rutsch wurde auch das 800-Jährige von Daaden gefeiert.

Aber jenseits des „Hübbels“ wurde so gar kein Fass aufgemacht, noch nicht einmal eine Fünf-Liter-Dose Gerstensaft. Zumindest nicht in offiziellem Rahmen. Und das, obwohl auch die Herdorfer allen Grund zum Feiern gehabt hätten. Schließlich findet auch der Ort im schönen Hellertal (und nicht nur der) in dem offiziellen Schriftstück der Bicken, einem mittelhessischen Herrschergeschlecht, zum allerersten Mal seit Menschengedenken Erwähnung.

Fröhliche Stimmen waren in den lauen Sommernächten 2019 indes auch in Herdorf zu vernehmen. Diese Beschallung rührte aber eher von privaten Feiern, Vereinsfesten oder vom Live-Treff Hellertal her, nicht aber von einem städtischen Festakt. Das war vor 25 Jahren freilich anders. Zum 650-Jährigen gab es ein fünftägiges Fest. Der mittlerweile verstorbene Hans Ermert eröffnete den Reigen mit einem Dia-Vortrag im Knappensaal. Es gehörten ein Kinderfest dazu, Dampfsonderzugfahrten, ein Heimat- und Mundartabend, ein historischer Festzug und selbstverständlich ein offizielles Stadtfest.

Nun könnte man argwöhnen, die Herdorfer wollten schlicht und ergreifend nicht ihren „Freunden“ aus dem Daadetal in die Quere kommen – oder gar mit ihnen gemeinsam feiern. Schließlich hat sich das Binnenverhältnis im Zuge der Eingliederung seit 2014 nochmals abgekühlt. Doch weit gefehlt, wenn man den Ausführungen von Stadtbürgermeister Uwe Erner glaubt: „Nee, gar nicht!“

Der Verzicht auf ein Fest wurzelt demnach vielmehr an der Alten Hütte. Hier regieren seit Sommer die Bagger. Im Juni/Juli 2020 sollen dann Aldi-Markt, Geschäftszentrum, Turnhalle – und damit gewissermaßen die „Neue Mitte Herdorfs“ – eingeweiht werden. „Wir haben derzeit große Maßnahmen vor der Brust. Und für ein Fest bräuchten wir ja auch die Stadtmitte“, sagt Erner. Und die ist nun mal belegt mit Lkw und Baumaschinen.

Allerdings spielte auch eine gewisse Fest-Inflation eine Rolle bei der Entscheidung gegen eine 675-Jahr-Feier. „Es jagt eins das andere“, so der Stadtbürgermeister zu den Jubiläumsfesten in der Region. „Von Wilnsdorf über Burbach bis auf den Westerwald, bis nach Altenkirchen rüber.“ Er habe auch mit Christoph Düber (Okay-Veranstaltungen), der viele der Feierlichkeiten organisiert hat, über das Thema gesprochen. Man sei zu dem Schluss gekommen, dass man in Herdorf für ein großes Event besser ein Alleinstellungsmerkmal hinbekommen sollte.

Und das dürfte eben im kommenden Sommer so sein. Wenn die „Neue Mitte“ steht, „dann haben wir den Grund und auch die Möglichkeiten zu feiern“, sagte der Stadtbürgermeister. Und eine 676-Jahr-Feier hat ja auch was für sich…

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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