Lage wird offenbar zum Jahresende hin kritisch
Herdorf vom Hausärztemangel bedroht

Der Hellerstadt droht zum Jahresende wohl ein Hausärztemangel.
  • Der Hellerstadt droht zum Jahresende wohl ein Hausärztemangel.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

dach Herdorf. Was es heißt, einen Mangel an Hausärzten zu erleben, davon kann die Stadt Betzdorf ein Liedchen pfeifen, und nicht gerade ein fröhliches. Vor zwei Jahren kam man in der Sieg-Heller-Stadt arg ins Schlingern, als eine Hausarztpraxis, die bis dato viele Patienten versorgt hatte, schloss.

Es gab öffentliche Krisengespräche mit Bürgermeister, Gesundheitsministerin, dem Landes-Chef der Kassenärztlichen Vereinigung und Betroffenen. Viele Patienten, auch aus dem umliegenden Dörfern, fanden eben nicht auf Anhieb einen neuen Hausarzt. Der Aufschrei aus der Bürgerschaft hallte lange nach.

Mittlerweile ist die Lage wieder entspannter, hat eine neue große Praxis aufgemacht. In die ist allerdings auch viel Geld der öffentlichen Hand geflossen. Auch das gehört zur Wahrheit.

Dringender Handlungsbedarf in Herdorf

Auf eine ganz ähnliche Lage steuert man nur einige Kilometer helleraufwärts zu. In Herdorf herrscht „dringender Handlungsbedarf“, wie CDU-Fraktionssprecher Dirk Eickhoff in einem Antrag zur Sitzung des Stadtrats am Mittwochabend geschrieben hatte. Denn: Dr. Kathrin Hassel und Dr. Jan-Peter Hassel schließen demnach zum Jahreswechsel ihre Praxis an der Hauptstraße. Das kommunizierten die Mediziner mittlerweile recht offensiv, so Eickhoff. Und damit falle ein Drittel der Versorgung im Städtchen aus.


"Das Thema geht aktuell sehr stark durchs Dorf."
Dirk Eickhoff
CDU-Fraktionssprecher

Die Hassels seien derzeit noch für rund 1600 von 5000 Herdorfer Patienten zuständig. Und die beiden übrigen Praxen könnten nur noch 50 bis 80 neue Patienten aufnehmen, machte Eickhoff deutlich.
Was die Lage noch verschärfe: Dr. Claudia Kaiser, die eine Hälfte der Praxis Kaiser/Muders, könne ebenfalls bald in den Ruhestand eintreten. Das wären noch einmal 500 Patienten, die demnach medizinisch gesehen auf der Straße stehen würden. So oder so: „Das Thema geht aktuell sehr stark durchs Dorf“, so Eickhoff.

Arbeitsgruppe gründen

Der Antrag der CDU, der einstimmig angenommen wurde, sieht vor, seitens der Stadt eine Arbeitsgruppe aus der Taufe zu heben, die sich mit dem Thema beschäftigt. „Wir sollten mit Angeboten und Ideen auf Hausärzte zugehen“, so Eickhoff: „Und das nicht nur mit fünf- oder sechsstelligen Summen.“ Die Städte Betzdorf und Daaden etwa haben bereits entsprechende Förderprogramme für Allgemeinmediziner aufgelegt.

Der CDU-Sprecher ließ auch gleich Stichworte wie MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) und Ärztehaus fallen. Dass die Stadt selbst eine solches Konstrukt aus dem Boden stampft, gilt dabei nahezu als ausgeschlossen. Vielmehr ist die Idee, jemanden zu suchen, der hier die Zügel in die Hand nimmt. Rollenmodell könnte hier ebenfalls Betzdorf sein. Die neu geschaffene Praxis arbeitet mit mehreren angestellten Ärzten, sodass Wohl und Wehe der medizinischen Versorgung nicht von einzelnen Personen abhängt.

Erste Gespräche zwischen Stadt und Hausärzten 2008

FDP-Fraktionssprecher Peter Bosbach pflichtete Eickhoff jedenfalls bei: „Wir sollten da schnell kreativ werden.“ Uwe Erner versuchte, ein bisschen den Druck aus dem Kessel zu lassen. „Wir führen derzeit Gespräche mit niederlassungswilligen Ärzten“, so der Stadtbürgermeister. Es sei also keineswegs so, „als ob wir hier jungfräulich unterwegs wären“. Den Ernst der Lage wollte indes auch Erner nicht verhehlen:  Nach SZ-Informationen hatte es bereits 2008 ein erstes Gespräch zwischen den Herdorfer Hausärzten und der Stadtspitze gegeben. Darin war es eben um den perspektivischen Ärztemangel gegangen. Nun aber drängt die Zeit.

Über die zu gründende Arbeitsgruppe soll in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses diskutiert werden.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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