SZ

Förster informierte Stadtrat
Herdorfer verlieren die Hälfte „ihres“ Walds

So wird es rund um Herdorf bald fast überall aussehen: gefällte Bäume, unversperrter Blick. Archivfoto: dach
  • So wird es rund um Herdorf bald fast überall aussehen: gefällte Bäume, unversperrter Blick. Archivfoto: dach
  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

dach Herdorf. 400 Fußballfelder an Wald werden rund um Herdorf schon relativ bald nicht mehr da sein. Über diesen Umstand klärte Revierförster Elmar Weck am Mittwoch Abend den Stadtrat auf. Die Haubergsgenossenschaft verfüge über 570 Hektar Holzbodenfläche, davon 270 Hektar mit Fichten bestückt. „Die werden restlos verschwinden“, so der Forstexperte. Hinzu kommt die Hälfte des Stadtwalds (der aber insgesamt nur 30 Hektar ausmacht). Das ergibt 285 Hektar – oder eben 400 mittelgroße Sportplätze.

Derzeit würden ganz junge Bestände noch verhältnismäßig gut dastehen. Ältere Bäume hätten es umso schwerer, ihre Wurzeln reichten in etwa 80 Zentimeter Tiefe. Und: „Da ist eben nix mehr“, sagte Weck – und meinte Feuchtigkeit.

dach Herdorf. 400 Fußballfelder an Wald werden rund um Herdorf schon relativ bald nicht mehr da sein. Über diesen Umstand klärte Revierförster Elmar Weck am Mittwoch Abend den Stadtrat auf. Die Haubergsgenossenschaft verfüge über 570 Hektar Holzbodenfläche, davon 270 Hektar mit Fichten bestückt. „Die werden restlos verschwinden“, so der Forstexperte. Hinzu kommt die Hälfte des Stadtwalds (der aber insgesamt nur 30 Hektar ausmacht). Das ergibt 285 Hektar – oder eben 400 mittelgroße Sportplätze.

Derzeit würden ganz junge Bestände noch verhältnismäßig gut dastehen. Ältere Bäume hätten es umso schwerer, ihre Wurzeln reichten in etwa 80 Zentimeter Tiefe. Und: „Da ist eben nix mehr“, sagte Weck – und meinte Feuchtigkeit.

Trockenheit ist demnach das größte Problem, von dem sich der Borkenkäfer huckepack tragen lässt. „Die Wiederbewaldung wird viele, viele Jahre dauern“, so Weck. Das fange schon bei der Beschaffung von neuen Pflanzen an. Der Bedarf sei überall riesig. „Dass diese Nachfrage nicht bedient werden kann, dürfte jedem klar sein.“

Sollte es mit den zarten Pflänzchen aber etwas geben, würden es wohl Baumarten sein, die eigentlich in Südosteuropa heimisch sind. „Man muss ausprobieren“, sagte Weck, dessen Aufgabe dies aber nicht mehr sein wird. Er steht kurz vor dem Ruhestand und war zur Ratssitzung gekommen, um den Forstwirtschaftsplan für das laufende Jahr vorzustellen (im Ergebnis ein Minus von 9500 Euro).

Zudem hatte die CDU-Fraktion um einen Bericht rund ums Thema Wald bzw. dessen Schäden gebeten. Hier steht demnächst vermehrt die Abfahrt der Fichtenstämme durch den Ort an. Und: „Das wird noch erheblichen Ärger mit der Bevölkerung geben, denke ich mal“, mutmaßte der Revierförster. Denn: „Da sitzen teils Leute auf den Autos (gemeint sind die Holztransporter, Anm. d. Red.), da fragt man sich, wie die den Führerschein gemacht haben.“ Einige Lkw-Fahrer würden „gnadenlos Schilder ummähen“ oder Spiegel „mitnehmen“.

Aber auch mit dem Verhalten von manch Fußgänger bzw. Radfahrer „sind wir nicht immer glücklich“. Werde im Wald gearbeitet, würden die entsprechenden Wege mittels Transparenten gesperrt. „Aber die werden regelmäßig in den Dreck geschmissen“, berichtete Weck, der klarstellte: „Wir machen das nicht, um die Leute zu ärgern, sondern um die Sicherheit zu gewährleisten.“

Gerade dieses Thema war Stadtbürgermeister Uwe Erner wichtig. Er mahnte: „Man sollte den Waldbesuch vielleicht sogar einschränken.“ Erner befürchtet, das so manch kranker Baum bei stärkerem Wind oder gar Sturm umstürzen wird. „Da wird es Bruch geben.“ Und Weck stimmte ihm zu: „Wir haben einige Hotspots in Herdorf.“ Und Steilhänge.

Das regte Stephan Romschinski (CDU) zur Nachfrage an, wie man auf unwegsamen Gelände vorzugehen gedenke. Oberhalb der Wege eine Baumlänge freischneiden, die Stämme sichern und liegen lassen, lautete Wecks Antwort. Der Rest bleibt sich selbst überlassen. Sven Dielmann (CDU) wies darauf hin, dass auch Bäume in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern stehen würden, wobei der Förster relativierte: „Nicht jeder Baum in der Nähe eines Hauses ist gefährlich.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen