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Neue Sporthalle seit Dezember fertig, aber noch ungenutzt
„Herdorfer Welle“ atmet Luft und Holz

Den Durchblick gibt es durch die „Herdorfer Welle“: Von außen ist sie blickdicht, von innen kann man hindurchschauen. Ein Stahlnetz (links) dient als Prallschutz für Bälle und als für Besucher Fallschutz am Zugang zu Technikräumen.
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  • Den Durchblick gibt es durch die „Herdorfer Welle“: Von außen ist sie blickdicht, von innen kann man hindurchschauen. Ein Stahlnetz (links) dient als Prallschutz für Bälle und als für Besucher Fallschutz am Zugang zu Technikräumen.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

rai Herdorf. Fein macht sich die „Herdorfer Welle“. Aber wie sieht es hinter der Fassade der neuen Sporthalle aus? wir schauten einmal hinter die „ortsbildprägende“ Hülle des fertiggestellten, aber noch ungenutzten Neubaus, gerne auch schon als „Herdorfer Welle“ tituliert. Für den Rundgang sperrte Bauhofleiter Jörg Schmidt die wettbewerbstaugliche Dreifeldsporthalle auf.

Alles ist bereit, um erstmals das Leder durch die Halle zu dreschen oder mit dem Rhönrad zu turnen. Bislang ist davon und von vielen anderen sportlichen Aktivitäten noch nichts passiert - obwohl die neue Halle seit 1. Dezember fertig ist und das Städtchen über eine reiche Sportgemeinde verfügt.

rai Herdorf. Fein macht sich die „Herdorfer Welle“. Aber wie sieht es hinter der Fassade der neuen Sporthalle aus? wir schauten einmal hinter die „ortsbildprägende“ Hülle des fertiggestellten, aber noch ungenutzten Neubaus, gerne auch schon als „Herdorfer Welle“ tituliert. Für den Rundgang sperrte Bauhofleiter Jörg Schmidt die wettbewerbstaugliche Dreifeldsporthalle auf.

Alles ist bereit, um erstmals das Leder durch die Halle zu dreschen oder mit dem Rhönrad zu turnen. Bislang ist davon und von vielen anderen sportlichen Aktivitäten noch nichts passiert - obwohl die neue Halle seit 1. Dezember fertig ist und das Städtchen über eine reiche Sportgemeinde verfügt. Aufgrund der Corona-bedingten Nutzungsbeschränkungen ist die „Welle“ für die Aktiven aus sechs Vereinen, die dort künftig 19 Sportarten ausüben möchten, (noch) abgeriegelt.

In Holzständerbauweise gebaut

In Holzständerbauweise wurde (teilweise) auf dem Fachmarktzentrum gebaut. In einem Gebäudeteil aus Beton geht es über eine Treppe oder mit dem Aufzug auf die Ebene der Halle. In dem Betontrakt befinden sich z.B. die Umkleiden mit den Duschen und weiteren sanitären Anlagen. Ein Laubengang mit indirekter Beleuchtung führt zu den separaten Eingängen für die drei Felder, in die die Halle unterteilt werden kann.

Mächtige Holzpfosten tragen die überspannenden Leimbinder. Holz ist allgegenwärtig. Die Sporthalle selbst wird von einer nur einige Meter hohen Prallwand begrenzt, die sich nach oben mit einem großmaschigen Stahlnetz als Ballfang fortsetzt. Das Netz stellt kein großes Sichthindernis dar. Das lässt alles ein wenig größer und luftiger erscheinen. Die freiliegenden Holzelemente sorgen zudem für eine angenehme Raumakustik. Wie überall schalten auch in der Halle selbst Bewegungsmelder die LED-Beleuchtung ein. Apropos Licht: Der Erzählung nach hatten die Bürger von Schilda die Fenster im neuen Rathaus vergessen. In Herdorf wurde sehr wohl eine riesige Fensterfront eingebaut. Das mag Betrachter von außen überraschen, denn von dort ist die „Herdorfer Welle“ genannte Fassade blickdicht. Jede als Unikat geformt Fassaden-Alu-Platte hat aber viele kleine Löcher – und: Durch Fenster und „Herdorfer Welle“ sind von innen die Häuser „Am Wolf“ zu sehen. Ein schöner Effekt, der von außen nicht zu erahnen ist. Auch nicht zu erahnen ist, was u. a. im Schwingboden integriert ist: eine Fußbodenheizung. Diese wird mit Erdwärme gespeist, die auch Warmwasser erzeugt, so Stadtbürgermeister Uwe Erner, zugleich Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), die Bauherrin ist. Rund 15 Löcher wurden tief gebohrt, um Erdwärme zu nutzen. Regenerative Energie wird auch auf dem Flachdach genutzt: Eine 99-kW-Peak-Photovoltaikanlage erzeugt Strom, z. B. für die Erdwärmesondenanlage.

"Wert darauf gelegt, nachhaltig zu sein“

Photovoltaik, Erdwärme, LED und Holz: „Von den Baustoffen bis zur energetischen Versorgung haben wir Wert darauf gelegt, nachhaltig zu sein“, so Erner. Auch bei Grund und Boden. Beides sei ein rares Gut. Dies sei das Hauptargument gewesen, die Halle auf das Fachmarktzentrum zu bauen. Wäre die Halle mit Stellflächen auf die grüne Wiese gekommen, wären 5800 Quadratmeter erforderlich gewesen, so Erner. Die Halle profitiere zudem von der guten Erschließung. Eine Schallübertragung sei bautechnisch ausgeschlossen. Das Nebenraumprogramm wurde kleiner konzipiert: Statt der sechs Umkleiden der (abgerissenen) Vorgängerin gibt es für jedes Hallenfeld eine großzügige Umkleide mit Duschen und sanitären Anlagen. Der Unterhaltungsaufwand wird so geringer gehalten. Jedes Hallenelement verfügt über einen Geräteraum. Ein zweiter Fluchtweg aus jedem Hallenteil führt auf die Seite der Heller. Ein außenliegender Fluchtweg zwischen Halle und „Herdorfer Welle“ führt über eine Treppe nach unten in Sicherheit. Ein elementarer Unterschied zur alten Halle sei es, dass die neue nicht mehr als Versammlungsstätte definiert sei, weil sie als nicht mehr diese Rolle spielt. Das minderte die Kosten.

Rund 4,3 Millionen Euro investiert

Rund 4,3 Millionen Euro wurden investiert, die die SEG finanziert, z. B. über Mieten. Mieterin ist die Stadt, die die Halle den Vereinen zur Verfügung stellt. In den Bereichen Heizung, Sanitär und Lüftung seien die Kosten höher ausgefallen als bei der ursprünglichen Planung angenommen. „Die Bauphase war für uns eine relativ schwierige, weil Hochkonjunktur herrschte“, so der SEG-Geschäftsführer. Beim Holzbau und den Dachdeckerarbeiten habe man gute Ergebnisse erzielt. Auch wenn die Preise nicht immer zu halten gewesen seien, so gab sich Erner froh, dass man gut zurecht gekommen sei. Die beste Nachricht für ihn wäre nun, wenn - wahrscheinlich dann vorerst noch unter Einschränkungen – Sport in der neuen Sporthalle betrieben werden kann.

Mit dieser wurde ein guter Wurf in der „neuen Stadtmitte“ getan. Und nur einen Ballwurf entfernt steht schon das nächste Projekt der SEG in den Startlöchern: das Gebäude „Aldi-Alt“ (die SZ berichtete).

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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